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46. iudicum ordo] die Behörde der 100 oder 104 Männer; s. Aristot. Pol. 2.8: ἔχει δὲ παραπλήσια τῇ Λακωνικῇ πολιτείᾳ τῶν Καρχηδονίων . . , τὴν τῶν ἑκατὸν καὶ τεττάρων ἀρχὴν τοῖς ἐφόροις . . ταύτην δ᾽ αἱροῦνται τὴν ἀρχὴν ἀριστίνδην; Iustin 19, 2: cum familia tanta imperatorum (Magonis) gravis liberae civitati esset . . , centum ex numero senatorum iudices deliguntur, qui reversis a bello ducibus rationem rerum gestarum exigerent. Allein die Vergleichung mit den Ephoren bei Aristoteles, die Schilderung § 2, ferner § 6: infimorum quoque . . (vgl. § 4) zeigen, dafs sie weit über diese Funktion hinausgegangen waren und die höchste Gewalt im Staate erlangt hatten; verschieden von denselben ist das 30.16.3 erwähnte sanctius consilium.

[2] fama] sie hatten also eine Amtsbefugnis wie in Rom die Censoren, aber, da res und vita hinzukommt, mit ausgedehnterer Macht; vgl. 4.24.5.

[3] in tam . . ] “während . . war”; vgl. 36.20.4; Caes. BG. 1, 33, 2: in tanto imperio populi Romani; das an sich schon harte regno ist noch durch inpotenti gesteigert; s. 34.2.2.

civiliter] vgl. 6.40.15; 38.56.9.

praetor] Hannibal war nach dem Abschlufs des Friedens mit Rom angeklagt (s. Zon. 9, 14), aber freigesprochen, dann nach dem Wunsche der Römer von der Führung des Heeres entfernt, später jedoch zum Prätor gemacht worden. Nach Liv. ist praetor und Sufet gleich; vgl. zu 30.7.5; Iustin 31, 1 nennt Hannibal Konsul, Nepos Hann. 7, 4 König (vgl. Nipp. zu d. St. im Exk. [p. 81] 7).

vocari ad se] als Oberrichter (s. 34.61.15) läfst er ihn vor seinen Richterstuhl laden; s. 6.15.2; der Grund der Vorladung und ein Ankläger wird nicht erwähnt; der quaestor (‘das alttestamentliche sopher’; Movers Phönizier 2.2.48), der Zahlmeister des Staates (s. 28.37.2), konnte also während seines Amtes belangt werden, wie in Rom.

[4] adversae factionis] wie § 1, = ‘die Gegenpartei’, welche Liv. hier (anders 21.10.1 ff.; 30, 42, 13) als eine tyrannische, nur ihren Nutzen suchende, das Recht und das Wohl des Staates nicht achtende darstellt.

referebatur] geht zunächst auf den damaligen Quästor, aber was von ihm galt, fand auch bei jedem anderen statt; = weil er (als Quästor) dem Herkommen gemäfs aufgenommen wurde, wie in Rom die, welche das erste höhere Amt bekleideten; s. 22.49.17; dagegen sagt Aristoteles Pol. 2.8.3 über die Wahl der Richter: τὸ δὲ τὰς πενταρχίας . . τὴν τῶν ἑκατὸν αἱρεῖσθαι τὴν μεγίστην ἀρχὴν . ., ὀλιγαρχικόν. τὸ δ᾽ ἀμίσθους . . ἀριστοκρατικὸν θετέον: καὶ τὸ τὰς δίκας ὑπὸ τῶν ἀρχείων δικάζεσθαι πάσας, καὶ μὴ ἄλλας ὑπ᾽ ἄλλων, καθάπερ ἐν Λακεδαίμονι. Die Aufnahme unter die Richter wäre darnach durch die Pentarchieen, die sonst nicht bekannt sind, erfolgt. Die Aufnahme des Quästors zeigt, dafs auch der Staatsschatz unter der Aufsicht der Richter stand.

pro futuris mox . .] ‘entsprechend den bald..’

[5] enimvero] s. zu 24.31.1.

viatorem] s. 6.15.1; es wird das ius vocationis und prensionis bei den höchsten Magistraten vorausgesetzt.

subductumque] vor (unten an) das Tribunal des Prätors (s. 27.28.10), oder nur = weggeführt (von seinem Platze).

leges] die der Quästor soeben durch Widersetzlichkeit gegen den höchsten Magistrat, dem die Handhabung der Gesetze obliegt, verletzt hat.

quicquam essent] = quicquam valerent; vgl. Ter. Ad. 141.

[6] secundis] s. 6.40.14; 42.28.2.

infimorum . .] Liv. denkt an die plebs urbana in Rom; s. 21.2.4.

libertati] ‘Freiheitsgefühl’; der Übermut jener beeinträchtige ihre politischen Rechte durch ungerechte Richtersprüche u. a.

extemplo] ohne alle Vorbereitung wird das Gesetz vorgeschlagen; vgl. 31.44.4; dafs es vom Volke, welches, wie über Krieg und Frieden (s. 30.24.11. 37, 7), so auch über Gesetze abstimmt (s. Pol. 6.51; Mms. RG. 15, 502), genehmigt wird, zeigt pertulit. Die Macht der Aristokratie wird so gebrochen, die Verfassung mehr demokratisch; vgl. Aristot. Pol. 5.10.4; die Stelle aus Appian zu 34.62.1.

[7] in singulos annos] immer nur [p. 82] auf ein Jahr.

legerentur] ob vom Volke oder wie früher (s. § 4), ist nicht klar.

neu* . .] durch diesen Zusatz wird die Wiederwahl für das näcbste Jahr, aus der wahrscheinlich erst die lebenslängliche Dauer der Würde (s. § 1: perpetui) entstanden war, aufgehoben.

quantam . . tantum] s. 28.1.1; Cic. ad fam. 16, 4, 4: quantam . . tanti; vgl. 38.60.8.

magnae partis] mit Ausschlufs der barcinischen Partei, obgleich diese ursprünglich nicht demokratisch war; s. 21.2.4.

[8] quo] *

bono publico] s. zu 2.1.3; vgl. 34.2.4.

sibi proprias] nur gegen seine Person gerichtete; s. 37.10.

vectigalia] indirekte Abgaben, wie Zölle (s. 47.1), die Steuern der unterworfenen Afrer (Libyer) und der abhängigen Libyphönizier; s. 34.62.3 u. a.

dilabebantur] wurden durch schlechte Verwaltung verschleudert, was nach dem Verluste von Sicilien und Spanien noch empfindlicher sein mufste.

praedae ac divisui] s. zu 1.54.9.

principum] die, auch ohne in Ämtern zu sein, sich bereicherten.

[9] stipendium] s. 32.2.1; es ist ein stipendium, insofern es an Rom als Ersatz der Kriegskosten gezahlt wird (s. zu 21.41.7), dagegen ein tributum, insofern es die Bürger in Karthago zahlen; das tributum wird auch hier als Ergänzung gedacht, wenn die übrigen Einkünfte des Staates nicht ausreichten; s. Nep. 7, 5; Liv. 1.43.13.

suo quoque anno] jedesmal in dem Jahr, in dem die Kontribution zu zahlen war; da dies nicht in diesem und jenem, sondern 50 Jahre nach einander geschehen mufste, ist suo quoque nicht = in jedem betreffenden J., sondern = in jedem einzelnen Jahre; vgl. zu 3.22.6; 25.17.5. Karthago als freier Staat kann die Abgabe nach seinem Belieben aufbringen.

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  • Commentary references from this page (38):
    • Polybius, Histories, 2.8
    • Polybius, Histories, 5.10
    • Polybius, Histories, 6.51
    • Livy, The History of Rome, Fragments, 47
    • Livy, The History of Rome, Book 30, 16.3
    • Livy, The History of Rome, Book 30, 24.11
    • Livy, The History of Rome, Book 30, 7.5
    • Livy, The History of Rome, Book 42, 28
    • Livy, The History of Rome, Book 3, 22.6
    • Livy, The History of Rome, Book 24, 31
    • Livy, The History of Rome, Book 25, 17
    • Livy, The History of Rome, Book 28, 1.1
    • Livy, The History of Rome, Book 28, 37.2
    • Livy, The History of Rome, Book 37, 10
    • Livy, The History of Rome, Book 2, 1.3
    • Livy, The History of Rome, Book 2, 2.48
    • Livy, The History of Rome, Book 22, 49
    • Livy, The History of Rome, Book 4, 24.5
    • Livy, The History of Rome, Book 27, 28.10
    • Livy, The History of Rome, Book 31, 44
    • Livy, The History of Rome, Book 1, 43.13
    • Livy, The History of Rome, Book 1, 54.9
    • Livy, The History of Rome, Book 6, 15.1
    • Livy, The History of Rome, Book 6, 15.2
    • Livy, The History of Rome, Book 6, 40.14
    • Livy, The History of Rome, Book 6, 40.15
    • Livy, The History of Rome, Book 32, 2.1
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 2.2
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 2.4
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 61.15
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 62.1
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 62.3
    • Livy, The History of Rome, Book 21, 10
    • Livy, The History of Rome, Book 21, 2
    • Livy, The History of Rome, Book 21, 41
    • Livy, The History of Rome, Book 36, 20
    • Livy, The History of Rome, Book 38, 56
    • Livy, The History of Rome, Book 38, 60
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