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[7-10] dimissum neben dem technischen mitti im Vorhergeh. Das Decret des einen Tribunen gilt also dem der anderen gegenüber, s. c. 52, 10, Mommsen Str. 235. — [p. 389] possessum von possido, s. c. 16, 4; 31, 31, 6 u. oft; es ist die missio in bona, welche der ältere Bericht nicht kennt, da in der früheren Zeit nur die Person, so lange sie Freiheit u. Bürgerrecht hatte, haftete, das Vermögen ohne ihren Willen nicht weggenommen werden konnte, während sie in dem Peculatprocesse des 7. Jahrhunderts, den Valerius Antias an die Stelle des Multprocesses des Scipio gesetzt hat, gestattet war, s. lex (Acilia) repetundar. CIL. I. p. 61, LVII: quei ex hace lege condemnatus erit quaestori praedes facito det de consili maioris partis sententia, quanti eis censuerint. sei ita praedes datei non erunt, bona eius facito puplice possideantur, conquaerantur, veneant.

quaestor accipito et in taboleis popliceis scriptum habeto; Tab. Bant. 11: sei condemnatus erit

praedes ad quaestorem urb. det aut bona eius poplice possideantur facito ; Hermes 1, 194; 196; 208.

quaestor., die städtischen Quaestoren nahmen die Güter des Verurtheilten fär den Staat (publice) in Besitz und verkauften sie sub hasta, s. Fest. hastae p. 101; Gell. 13, 25, 29; Gaius 4, 146 u. a., vgl. L. 4.15.8: quaestores vendere ea bona atque in publicum redigere (iubere).

neque

non modo = et non modo non.

quantae s. nach tantum vgl. 33.46.7: quantam gratiam

tantum, ähnlich 5.10.5; 28.46.5.

collata ea etc., ist in Beziehung auf ut si eam etc. gesagt; der Sinn ist: quae tanta fuit etc., s. 29.8.11 u. a.; in der Periocha: innumerabilem pecuniam.

clientib., s. 5.32.8: se (die Klienten) collaturos quanti damnatus esset; nach altem Herkommen waren diese verpflichtet beizusteuern; Schwegler 2, 580; Mommsen Forsch. 1, 370.

esset, s. 37.34.7.

nihil etc., nachdrücklicher, als wenn eine Adversativpartikel hinzugefügt wäre.

redempta bezeichnet entweder, dass die Freunde bei dem Güterverkauf § 7 die nothwendigen Gegenstände wieder fär Sc. erstanden od. dass sie ihm immer das .Nöthige angeschafft haben, vgl. 24.18.14. Uebrigens giebt Scipio 39, 22, vgl. Plin. 33, 11, 138, noch glänzende Spiele und behält das Ritterpferd bis 39.44.

verterat, s. 24.32.9; 2.18.9.

consil., die Beisitzer des Prätors im Gerichte, s. 1.49.4. — Ueber die Darstellung des ganzen Processes, welcher L. gefolgt ist, bemerkt Gellius 6, 19, 8: Valerius autem Antias contra hanc decretorum memoriam contraque autoritates veterum annalium post Africani mortem intercessionem istam pro Scipione Asiatico factam esse a Ti. Graccho dixit, neque multam irrogatam Scipioni, sed damnatum eum peculatus ob Antiochinam pecuniam, quia praedes non daret, in carcerem duci coeptum atque ita intercedente Graccho exemptum. Der Tadel, welcher hier über Valerius Ant. ausgesprochen [p. 390] 1wird, gilt, wie Th. Mommsen, dessen scharfsinnige Untersuchung, s. Hermes 1, 161 ff. den vielfach behandelten Gegenstand zum Abschluss gebracht hat, weniger dem Valerius als Livius, der gegen seine Gewohnheit dem unsicheren Führer durchgängig gefolgt ist, u. obgleich ihm, wie der an unpassender Stelle c. 55, 8— c. 57, 8 eingeschobene Excurs u. 39, 52, 3 zeigt, eine andere Darstellung des Processes bekannt geworden war, welche der seinigen die Grundlage entzog, doch die einmal vollendete Erzählung nicht umgestaltet hat, wie 4.20; 22.31. Dieser ältere Bericht findet sich in einigen Bruchstücken des Polybius; wahrscheinlich hatte denselben Claudius Quadrigarius, den L. neben Valerius Ant. vielfach benutzte, und Cornelius Nepos in einem Exempla betitelten Werke, aus dem Gellius a. a. O. einige Stellen anführt, erhalten u. Cicero nach einigen Andeutungen gekannt. Nach diesem hatten zuerst zwei Petillier im Senate Rechenschaftsablegung über die Beute aus dem Krieg gegen Antiochus ganz gegen das Herkommen gefordert, etwa im J. 567, ein Jahr nach dem Triumph des L. Scipio c. 55, 10; dann 569 od. 570 ein Volkstribun Naevius P. Scipio vor dem Volke angeklagt, dass er von Antiochus bestochen, diesem einen zu billigen Frieden zugestanden habe, s. c. 56, 2. Als sich P. Scipio der Entscheidung des Processes durch die Uebernahme einer Gesandtschaft entzieht, c. 56, 8, wird L. Scipio 570 von dem Volkstribun C. Minucius Augurinus wegen Bestechung durch Antiochus mit einer Mult belegt und auf die Appellation P. Scipios an die Tribunen durch die Intercession des Ti. Gracchus vor persönlicher Haft geschützt, während P. Scipio sich nach Liternum zurückzieht u. hier bald darauf stirbt (571). Diese, wenn auch die von Gellius angeführten Decrete, wenigstens der Form nach, nicht ächt sind, wahrscheinliche Darstellung hat Val. Antias so verändert, dass nur die Umrisse im Ganzen erhalten sind. Der Vorgang im Senat ist nicht erwähnt; dagegen sind die beiden Anklagen der Scipionen in das Jahr 567, in welchem jener erfolgte, verlegt, beide den Petilliern, die in jenem thätig waren, beigelegt, das Tribunat des Ti. Gracchus in dasselbe Jahr versetzt u. seine Intercession verdoppelt; eben so ist der Tod des P. Scipio in d. J. 567 gerückt und an seinen Process geknüpft, an seine Stelle in dem Process des L. Scipio P. Scipio Nasica getreten; an die Stelle der Anklage auf Bestechung ist eine Klage auf unterschlagenes Staatseigenthum, an die Stelle des Multprocesses ein Peculatprocess getreten in den Formen, wie ihn erst die spätere Zeit kennt. Livius scheint dieser so umgestalteten u. unhistorischen Darstellung ungeachtet seines Misstrauens gegen Valerius Ant. gefolgt zu sein, theils weil er sich, wie er selbst andeutet, c. 56, 1; 8, aus dem Labyrinth der verschiedenen Nachrichten, besonders da sich auch fingirte Reden aus späterer Zeit an den Process anlchnten, nicht heraus finden konnte u. eine ernstere Untersuchung scheute, theils weil in derselben sowol das Unrecht, welches den Scipionen geschah, als auch ihre Reinheit und Seelengrösse am glänzendsten hervortrat.

1 a. u. 587.

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