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2. Hispaniae . . utriusque] schon 42.28.6 (s. die Anm.) erscheinen beide Spanien zu einer Provinz vereinigt; so auch hier (s. § 3) und 11.8 und während des ganzen Krieges; vgl. 44.17.10 und 45.16.1.

[2] de . . avaritia] dies kann nach dem 42.1.3 Erwähnten nicht auffallen; vgl. 8.6.

nixi genibus] ‘auf den Knieen’, wie 44.9.6; s. Nägelsb. § 119, 1.

[3] pecunias captas] der regelmäfsige Ausdruck für das unrechtmäfsige Nehmen von Geld und Geldeswert; s. Cic. in Verr. 3, 218; dafs es contra leges geschieht, wird dabei vorausgesetzt.

in singulos] für jeden einzelnen, wie 41.13.7 u. a.

praetori] er mufste mit [p. 4] der Einsetzung des Gerichts besonders beauftragt werden, weil die Klage eigentlich vor den Peregrinenpraetor gehörte; vgl. Mms. StR. 22, 569.

pecunias repeterent] = eine Repetundenklage anstellten.

quinos recuperatores] die Zahl der Recuperatoren ist immer eine mäfsige, in der Regel 3 oder 5; vgl. zu 26.48.8. Sonst werden dieselben von den streitenden Parteien je aus ihrer Mitte, später aus einer von dem Magistrate vorgeschlagenen Zahl röm. Bürger gewählt (s. Keller, Civilprocess § 9; Voigt, Das ius civile und ius gentium S. 191 f.); in dem vorlieg. Falle wird den Hispaniern keins von beiden gewährt, sondern der Praetor erhält den Auftrag, die Recuperatoren einzusetzen. In späterer Zeit führt derselbe auch den Vorsitz; s. Mms. StR. 22, 569. Es werden, wie auch nach Einrichtung des stehenden Repetundengerichts längere Zeit, Senatoren ernannt; der Senat als oberste Behörde über die Verhältnisse unterworfener Völker ordnet das ganze Gericht an; s. Polyb. 6, 17; Rudorff, Rechtsgeschichte 2, 39. 397; die Wahl durch den Praetor oder Magistrat findet sich auch sonst; s. CIL. I p. 45 n. 197, 4. 10; p. 75 n. 200, 29. 34; p. 81 n. (197); p. 115 n. 204, II, 4; p. 117 n. 205, II, 23.

patronos] weil die Hispanier als peregrini nicht selbst die Klage erheben Könen; s. Rudorff 2, 67.

potestatem faceret] näml. eis.

[5] Catonem] er hatte in Hispanien Krieg geführt und zweckmäfsige Einrichtungen getroffen (s. 34.21.7), weshalb ihn die Hispanier ohnehin als ihren Patronus betrachteten; vgl. Cic. Div. in Caec. 66; vermutlich hielt Cato in diesem Prozefs die bei Charisius II p. 198 (224 Keil) erwähnte Rede pro Hispanis de frumento, in welcher er wahrscheinlich den Furius anklagte; s. zu § 11.

Cornelium] s. 34.43.1; 35.1.3. Aemilium: s. 36.2.6; 37.57.5; beide sind als Statthalter in Hispanien gewesen; Gallum: s. 11.7.

[6] cum . . Titinio . .] weil in recuperatores sumere der Begriff der Prozefsführung (mit jemand, agere cum aliquo) angedeutet ist: ‘sie nahmen die ihnen angebotenen (daret) Richter, um mit Tit. den Prozefs zu führen’; iudicem, arbitrum, recuperatorem sumere ist gewöhnlich; über cum s. zu 28.17.8: fidem dare et accipere cum aliquo; vgl. 36.2.3: bellum sumere cum aliquo; über Titinius s. 41.9.3. 26, 1.

bis ampliatus] die Entscheidung wurde zweimal vertagt, weil die Sache noch nicht hinreichend aufgeklärt war (nonliquet), oder die Richter sich noch nicht hatten einigen können. Vgl. Zumpt CR. 2, 1, 16.

tertio] s. 42.22.7. Der Prozefs ist der erste dieser Art, der erwähnt wird; verschieden sind die, in denen der Senat selbst richtet; s. 5.1; 29.16.4; 39.3.2. Der Gegenstand der [p. 5] Anklage ist nicht bestimmt erwähnt, aber durch pecunias captas (§ 3) angedeutet, und die Recuperatoren entscheiden, was schon in dem Namen liegt, zunächst über Wiedererstattung der weggenommenen Gegenstände und Gelder, dann überhaupt über die Civilansprüche des Klägers; s. Tac. Ann. 1, 74; Rein CR. 643 f.

[7] dissensio] worüber sie sich nicht einigen konnten, oder was eine Uneinigkeit unter ihnen hervorrief, ist nicht gesagt; vielleicht gaben sie sich gegenseitig die Schuld an der Freisprechung des Titinius. Denn während diesen die Vertreter beider Provinzen, wie es scheint, gemeinschaftlich belangt hatten, ziehen in den folgenden Prozessen die patroni jeder Provinz einzeln die Angeklagten vor Gericht.

Scipionem . . Gallum] ohne Vornamen; s. zu 41.6.1.

[8] Philus] s. 41.21.3.

M. Matienus] so hier und 42.1.5 die Hdschr.; dagegen 40.26.8. 28, 7; 41, 28, 5: C. Matienus. An welchen Stellen ein Irrtum (des L. oder des Abschreibers) vorliegt, läfst sich nicht entscheiden:

[10] criminibus] ‘auf Grund der . . Klagepunkte’, wie crimen oft im Ablat. mit accusare verbunden wird. Die Klagepunkte konnten auch Kriminalverbrechen sein, wenn sie zu Beeinträchtigung der Provinz oder einzelner geführt hatten. Ebenso ist der Ausdruck accusare (s. zu 45.37.4) und causam dicere den iudicia publica entlehnt, obgleich die Recuperatorengerichte an sich nur privatrechtlicher Natur waren. Das an u. St. erwähnte Exil ist ein freiwilliges, nicht durch das Gericht verhängtes; es wird nicht gesagt, dafs es, wie in den iudicia publica (s. 25.4.9; 26.3.12 u. a.), für ein iustum erklärt worden sei; vgl. Keller § 16; Hermes 1, 178.

de integro] nach der ampliatio mufste der Prozefs von vorn begonnen werden.

excusati . . vertisse] diese Constr. findet sich öfter bei Liv. und Cic.; s. 4.6 und zu 3.13.9.

solum vertisse] ebenso 3.13.9; 21.63.9; vgl. Cic. de dom. 78.

Praeneste . . Tibur] beide Städte hatten das Exilrecht, d. h. der in die Verbannung gehende Römer konnte sich dort niederlassen; vgl. 29.21.1; Polyb. 6, 14, 8: ἔστι δ᾽ αΣ̓φάλεια τοῖς φεύγουσιν ἔν τε τῇ Νεαπολιτῶν καὶ Πραινεστίνων ἔτι δὲ Τιβουρίνων πόλει; Lange 2, 57; Marquardt StVw. 1, 46.

[11] conpellare] hier = ‘als schuldig bezeichnen, der Schuld zeihen’, sonstschelten’; s. zu 9.40.17; sie verhindern so, dafs die potentes vor Gericht gezogen werden; s. Lange 2, 250 f. Zu prohiberi, das Liv. in der Regel wie vetare construiert, ist das Subj. eos zu ergänzen.

dilectum habere] Aus- [p. 6] hebungen darf ein Praetor nur vornehmen, wenn es ihm durch Senatsbeschlufs speciell übertragen, oder Gefahr im Verzuge ist. Da aber über letzteres der Statthalter in der Provinz selbst entschied, so hatte er freiere Hand als ein Praetor in Italien; s. zu 14.4; vgl. 35.2.7; Mms. StR. 22, 91.

vexarentur] ‘ihnen zugesetzt würde, sie hin und her gezerrt würden’; vgl. 26.2.7.

[12] praeteritis] substantiviertes Neutrum, wie 3.19.12 u. a.; ein solches kann selbst mit einem Attribut versehen werden; s. 24.1.2; 25.15.20; zur Constr. vgl. 25.14.10.

in futurum] vgl. 3.21.2: in reliquum ... ne . . neve . .] es scheinen zwei Arten von Getreide unterschieden zu werden, bei dessen Abschätzung, wie später von Verres, die ärgsten Bedrückungen verübt sein mochten; s. Ascon. in Divin. § 66 p. 124: Cato accusavit . . P. Furium pro iisdem (Lusitanis) propter iniquissimam aestimationem frumenti; sonst wäre nicht neve gebraucht und vicensumas nicht erst in dem zweiten Gliede erwähnt worden; dafs aber die vicensumae analog den decumae (s. 36.2.12; 37.2.12. 50, 9 u. a.) von Getreide zu verstehen sind, zeigt der Zusammenhang, wenn sie auch sonst nicht erwähnt werden. Die erste Art des Getreides (ne . . haberet) ist vielleicht das von den Staaten für den Haushalt der Statthalter (in cellam) zu liefernde, welches diese nicht in natura annahmen zu dem vom Senate bewilligten Normalpreise (4 Sesterzen für den Modius Weizen), sondern zu einem willkürlich gesteigerten Marktpreise ansetzten (z. B. 7 Sest. für den Mod. Weizen) und sich nun nach Abzug der vom Senat bestimmten 4 Sest. von den Lieferanten die Differenz mit 3 Sest. bar auszahlen liefsen; die zweite Art war wohl das Getreide, welches für andere Zwecke, z. B. das Heer, geliefert werden mufste, entsprechend dem emptum oder imperatum, wie es in Sicilien und Sardinien gefordert wurde; s. Cic. in Verr. 3, 163. 183; 5, 52. Da Hispanien eine provincia stipendiaria war (s. Cic. in Verr. 3, 12), so wurde das so gelieferte Getreide vielleicht von der Steuer abgezogen. Ebenso werden neben der Steuer Getreidelieferungen, aber nur für einzelne Fälle, 23, 32, 9. 41, 7; 41, 17, 2 erwähnt. In dem zweiten Falle werden die Statthalter das Getreide niedrig geschätzt, wenig dafür bezahlt, aber es der Staatskasse hoch angerechnet, im ersten, wo sie das Getreide selbst erhalten sollten, es höher als billig geschätzt und, wie oben erwähnt, diesen Preis den Lieferanten statt des Getreides selbst abgefordert haben; vgl. Marq. St Vm. 2, 99. Dafs die vicensumae nur von den Ansiedelungen auf dem ager publicus gegeben worden seien (s. Nitzsch, Die Gracchen 146), liegt nicht in den Worten; eher könnte man zweifeln, ob eine oder zwei Arten der Uebervorteilung bezeichnet werden sollen. In der Hdschr. steht durch Irrtum, vielleicht durch das vorhergehende Hispanis veranlafst, Hispanonis . . vellent, weshalb Madvig Hispanos nisi . . ipsi vellent liest; so aber würde den Provinzialen gestattet, so viel zu fordern, als sie wollten, also das Aufkaufen selbst unmöglich zu machen (vgl. dagegen Cic. in Verr. 3, 189. 191), während durch die frühere Lesart die Beschränkung der Willkür der Statthalter scharf bezeichnet wird. [p. 7]

praefecti . .] die Steuern (stipendium) waren also durch Unterbeamte der Prokonsuln eingetrieben worden, wahrscheinlich auch nicht ohne Bedrückung; jetzt wird bestimmt, dafs die städtischen Beamten dieses Geschäft besorgen sollen; so sträuben sich die Hispanier auch später gegen Einmischung der röm. Magistrate in ihre Finanzverhältnisse; s. Tac. Ann. 4, 45; vgl. zu 32.2.5.

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    • Livy, The History of Rome, Book 41, 13.7
    • Livy, The History of Rome, Book 41, 21.3
    • Livy, The History of Rome, Book 41, 6.1
    • Livy, The History of Rome, Book 41, 9.3
    • Livy, The History of Rome, Book 42, 1
    • Livy, The History of Rome, Book 42, 22
    • Livy, The History of Rome, Book 42, 28
    • Livy, The History of Rome, Book 45, 16.1
    • Livy, The History of Rome, Book 45, 37.4
    • Livy, The History of Rome, Book 3, 13.9
    • Livy, The History of Rome, Book 3, 19.12
    • Livy, The History of Rome, Book 3, 21.2
    • Livy, The History of Rome, Book 14, Summary
    • Livy, The History of Rome, Book 24, 1
    • Livy, The History of Rome, Book 25, 14
    • Livy, The History of Rome, Book 25, 15
    • Livy, The History of Rome, Book 25, 4
    • Livy, The History of Rome, Book 28, 17.8
    • Livy, The History of Rome, Book 37, 2.12
    • Livy, The History of Rome, Book 37, 57.5
    • Livy, The History of Rome, Book 44, 17
    • Livy, The History of Rome, Book 44, 9
    • Livy, The History of Rome, Book 11, Summary
    • Livy, The History of Rome, Book 8, 6
    • Livy, The History of Rome, Book 9, 40
    • Livy, The History of Rome, Book 4, 6
    • Livy, The History of Rome, Book 5, 1
    • Livy, The History of Rome, Book 26, 2.7
    • Livy, The History of Rome, Book 26, 3.12
    • Livy, The History of Rome, Book 26, 48.8
    • Livy, The History of Rome, Book 35, 1.3
    • Livy, The History of Rome, Book 35, 2.7
    • Livy, The History of Rome, Book 29, 16.4
    • Livy, The History of Rome, Book 29, 21.1
    • Livy, The History of Rome, Book 32, 2.5
    • Livy, The History of Rome, Book 40, 26.8
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 21.7
    • Livy, The History of Rome, Book 34, 43.1
    • Livy, The History of Rome, Book 21, 63
    • Livy, The History of Rome, Book 36, 2
    • Livy, The History of Rome, Book 39, 3
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