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122. II. Stämme, welche auf eine Liquida (l, r, n) ausgehen.

Auf λ endigt nur der Stamm von: ἅλς, Salz, sāl, G. ἁλ-ός, săl-is (der Sing. b. Hom. nur Il. i, 214 ἁλός, u. Od. r, 455 ἅλα, sonst d. Plur.; b. Herod. aber ist der Sing. sehr häufig, doch gebraucht er auch den Plur. οἱ ἅλες, der in der gewöhnlichen Sprache am gebräuchlichsten ist, z. B. Plat. Symp. 177, b. Lysid. 209, e; ἅλς [aber nur in den abhängigen Kasus], Salzflut, Meer, ist poet.). Die Vulgärsprache (Hdn. II, 716) bildete aus dem Akk. Plur. ein Neutr. Sg. τὸ ἅλας, so im N. Testam. (u. bei Lykon von Troas nach Hdn. l. c.); b. Hippokr. VI, 564 ist τὸ ἅλας falsche Lesart.

Die Stämme auf ρ nehmen im Nomin. im allgem. nicht ς, sondern bei vorhergehenden ε oder ο Dehnung in η, ω an (§ 38, 2). Doch findet sich (bei vorhergehendem α^) dor. μάκαρς (§ 57, III; vgl. δάμαρς § 120 Anm. 5) u. daraus bei Solon 14, Diphil. 126, μάκᾶρ (vgl. δάμᾶρ § 120 Anm. 5; Vokat. μάκα^ρ Hom., doch ist bei Diphil. μάκᾶρ Vok.). Vgl. χέρς unten Anm. 8; Περίηρς Alkm., μαίτυρς μαῖτυς = μάρτυρ μάρτυς § 139.

Die Stämme auf ν nehmen nur zum geringeren Teil ς an, als δελφῖν- Nom. δελφίς, κτείς G. κτενός, μέλας G. μέλανος, meistens fehlt dasselbe, und bei kurzem vorhergehenden Vokale tritt dafür Dehnung (§ 38, 2) ein. Vgl. § 118 Anm. 2.

Tier. , Bewohner. , Nase. , Kampf. , Hirt.
S. N. θήρ οἰκήτωρ ῥί̂ς ἀγών ποιμήν
G. θηρ-ύς οἰκήτορ-ος ῥῖν-ός ἀγῶν-ος ποιμέν-ος
D. θηρ-ί οἰκήτορ-ι ῥῖν-ί ἀγῶν-ι ποιμέν-ι
A. θῆρ-α οἰκήτορ-α ῥῖν-α ἀγῶν-α ποιμέν-α
V. θήρ οἰκῆτορ ῥί̂ς ἀγών ποιμήν
Pl. N. V. θῆρ-ες οἰκήτορ-ες ῥῖν-ες ἀγῶν-ες ποιμέν-ες
G. θηρ-ῶν οἰκητόρ-ων ῥῖν-ῶν ἀγών-ων ποιμέν-ων
D. θηρ-σίν οἰκήτορ-σιν ῥῖ-σίν ἀγῶσιν ποιμέ-σιν
A. θῆρ-ας οἰκήτορ-ας ῥῖν-ας ἀγῶν-ας ποιμέν-ας
Dual. θῆρ-ε οἰκήτορ-ε ῥῖν-ε ἀγῶν-ε ποιμέν-ε
θηρ-οῖν οἰκητόρ-οιν ῥῖν-οῖν ἀγών-οιν ποιμέν-οιν.

So: ψάρ, αρός, Staar, τὸ νέκταρ, αρος, Nektar, πάνθηρ, ηρος, Panther, αἰθήρ, έρος, Aether, ῥήτωρ, ορος, Redner, Ἀντήνωρ, ορος, Antenor; — παιών, dor. παιάν, ῶνος ᾶνος, Päan, λιμήν, ένος, Hafen, δαίμων, ονος, Dämon (Voc. δαῖμον), κτείς, ενός, Kamm, δελφίς, ῖνος, Delphin, und mehrere Adjektive, als: εὐδαίμων, m. u. f., εὔδαιμον, n., glücklich, σώφρων, σῶφρον, besonnen; über die Betonung s. § 134.

Anmerk. 1. Folgende poet. Neutra kommen nur im Nom. und Akk. vor: ἕλωρ, Beute, ἐέλδωρ (Hom. Hes.), Wunsch (davon Ibykos Akk. Fem. ἐέλδω, Herodian II, 938, s. § 138, A), πέλωρ, Ungeheuer, τέκμωρ, Zeichen (auch τέκμαρ); bei Sophron νίκωρ, Hdn. II, 938; ἦτορ, Herz (nur Simon. frg. 37 ἤτορι v. l., cf. Bergk, Lyr. III^{4}, 405); dazu die § 120, Anm. 5 aufgezählten auf αρ.

Anmerk. 2. Τὸ πῦρ, G. πυ^ρ-ός, Feuer, ist im Nom. gedehnt, s. § 118, A. 3; desgl. κτείς, εν-ός, Kamm, εἷς, ἑν-ός, unus, τάλᾶς, μέλᾶς, G. α^ν-ος, gegen die Regel § 68, 3. Über den Vokativ s. § 118, 5, a), und über den Vokativ von σωτήρ, ῆρος, Retter, Ἀπόλλων, ωνος, Ποσειδῶν, ῶνος, πατήρ, ἀνήρ und δαήρ (G. δαέρος), Schwager, levir, s. das.

Anmerk. 3. Τὸ ἔαρ, vēr, erleidet oft die Kontraktion: N. ἔαρ, ἦρ dor. (Alkm. 76), u. neuion. (§ 50, 6), vollends in dem dreisilbigen Kasus (Littré, Hipp. I, 496) (G. εἴαρος h. Cer. 174, Alkm. 26, wo aber besser ἱαρός, ἦρος h. C. 455; e. a. Wort ist τὸ εἶαρ, Blut, Hdn. II, 496); in der att. Prosa wechseln beide Formen oft mit einander ab, als: ἔαρος Xen. Hell. 1. 3, 1. ἦρι 3. 2, 6. ἔαρ, 3. 4, 16. ἦρος 4. 1, 14. 7, 1. ἔαρ 4. 8, 6. ἔαρι § 7. ἦρι 5. 3, 1; Aristoph. ἦρος Nub. 1008, ἦρι 311; Thuc. ἔαρ ἦρος ἦρι, was als regelmässige attische Flexion zu betrachten (auch Xen. in den dreisilbigen Kasus öfter mit Zusammenziehung, Krüger I, 1, § 20, aber Nom. ἔαρ att. Vaseninschr., Meisterhans 103^{2}). Κέαρ, Herz, ist bei Pind. und den Tragg. stets offen, bildet aber keine Kasus, bei Homer ist es im Nom. Akk. κῆρ und im Dativ κῆρι stets zsgz.; Gen. fehlt. — ( poet.) ἀήρ (α_) Luft verwandelt bei Hom. in der Flexion das α_ in η, als: ἠέρι, ἠέρα; neuion. ἀήρ, ἠήρ (letzteres Hippokr.? s. § 25, S. 126), ἠέρος u. s. w., so bei Herodot ἠέρα 1. 172. 4. 31.

Anmerk. 4. Der Akk. S. ἰχῶ Il. ε, 416 kann nicht von ἰχώρ, ῶρ-ος abgeleitet werden, sondern setzt einen Nom. ἰχώς voraus (vgl. ἐέλδω Anm. 1).

Anmerk. 5. Ἀπόλλων, ων-ος, Ποσειδῶν, ῶν-ος, und episch κυκεών (aus κυκᾶών, dor. κυκά̂ν), ῶν-ος, Mischtrank, bilden den Akk. Sing. gewöhnlich ohne ν auf ω, als: Ἀπόλλω, Ποσειδῶ, κυκεῶ Od. κ, 290. 316 und Hymn. Cer. 210, κυκειῶ Il. λ, 624. 641 (aber att. κυκεῶνα Ar. Pac. 712. Plat. Ion 538, c); so auch αἰῶ st. αἰῶνα Aeschyl. in Bekk. An. 1, p. 363 (auch Choeph. 350 st. αἰῶνα Ahrens αἰῶ). In Ansehung der Formen Ἀπόλλω und Ποσειδῶ glaubt Buttmann I, § 55 bemerkt zu haben, dass wenigstens in der attischen Prosa diese verkürzten Formen nicht anders als mit vorgesetztem Artikel, die volleren Formen aber, wenigstens vorzugsweise, ohne den Artikel stehen; wie P. Cratyl. 402d τόν τε Ποσειδῶ, e Ποσειδῶνα. 404, d τὸν Ἀπόλλω. 405, d Ἀπόλλωνα. Xen. An. 3. 1, 6. Cyr. 7. 2, 25 τὸν Ἀπόλλω. Hell. 4. 7, 4 τὸν Ποσειδῶ. Indes ist weder diese Regel durchführbar (Cratyl. 404 B Ἀπόλλω, Aesch. Suppl. 214 desgl.), noch die von Cobet, der die kurzen Formen auf die Schwurformeln wie νὴ τὸν Ἀπόλλω beschränkt. Die Inschr. haben nur Ἀπόλλω, Ποσειδῶ, Meisterhans 102^{2} (stets mit Art., der überhaupt bei den Götternamen, ausser in mythischen Erzählungen, zu stehen pflegt). Vgl. Schanz, Plat. Leg. p. X; Riemann, Rev. de philol. IX, 81; v. Bamberg, Zeitschr. für G.-W. 1886, Jahresb. 27, nach denen -ωνα in der Prosa die feierlichere Form. Herodot bedient sich nie der kontrahierten Formen, sondern sagt Ἀπόλλωνα 1, 87 u. s. Ποσειδέωνα 7, 129. 8, 55; vollends so Homer u. s. w. Den Genetiv Ποσειδῶ bildete der Trag. Aristias b. Hdn. II, 916, vgl. § 138, B, d. — Über den Vokativ s. oben § 118 S. 414.

Anmerk. 6. Statt Ποσειδῶν (entst. aus Ποσειδάων) sagten die Aeolier Ποσείδᾶν Alc. 26 und Ποτίδᾶν (Gramm.; Ποσειδων spät. Inschr D.-A. 255); die Böotier Ποτειδάων Kor. 1, D.-I. 718 (Gen. ωνος Kor., Dat. -ονι Inschr.), die Thessalier (Ποτειδοῦν) Ποτειδοῦνος (ου = ω), die Arkadier (Ποσοιδάν) -ᾶνος, so auch die Lakonier Ποοἱδάν; die übrigen Dorier a) Ποτῖδά̂ν, besser Ποτειδά̂ν, so stets und im Verse Ποτειδά ϝων die Inschr. vom Isthmos D.-I. 3119; Ποτιδάν überl. Epich. 24, b) Ποσειδά̂ν Pind. oft (kontrah. aus άων), d) Ποτειδᾶς (Herodian II, 917), dazu G. Ποτειδᾶ, Akk. Ποτειδᾶν, Vok. Ποτειδᾶ (das.), τὸν Ποτειδᾶν auch Ar. Ach. 798 (Rav. Ποσειδῶ); davon der Name der Stadt Ποτείδα-ια, wie von Ποτιδάν Ποτιδανία (Thuc. 396), von Ποσειδάν Ποσειδανία. Ein ionisches Ποσι^δέης (Ποσιδῆςlegt Herodian mit Recht den Ableitungen Ποσιδήιος (Hom.), Ποσι?́δειος (Soph.), Ποσι^δεών (att. Monat) zu Grunde, vgl. nb. Ἑρμείας Ἑρμῆς Ἑρμάων Ἑρμάν, G. Meyer 318^{2} f. S. noch Ahrens, Philol. XXIII, 1 ff., 193 ff.; Prellwitz, Bzz. Btr. IX, 327 ff. — Die Form Ἀπόλλω findet sich in einer dorischen Stelle Ar. Lys. 1299 (wo es aber offenbare Glosse ist), Ἀπέλλω Epilyk. fr. Κωραλίσκος Kock I, 803 n. Ahrens' Herstellung. S. Ahrens, Dial. I, p. 123 (Meister I, 123 f.). II, p. 243 sqq.

Anmerk. 7. Das Wort Κρονί̂ων flektiert Homer nach Bedarf des Verses so: Κρονί̂ων, G. Κρονι?́ωνος Il. φ, 184, 230 und Κρονί̂ονος ξ, 247. Od. l, 620. c, 330. τ, 299.1)

Anmerk. 8. Das Wort χείρ, Hand, zeigt neben dem Stamme χειρ- den kürzeren χερ-, wovon dor. χέρς Nom. (Timokreon fr. 9); das ει bleibt in der gew. Flexion meistenteils: χείρ, χειρός, χειρί, χεῖρα, χεῖρες, χειρῶν, χεῖρας, χεῖρε, mit Ausnahme des Dat. Pl. χερσί, und mehrenteils des Dat. Dual: χεροῖν, nach Herodian II, 748. Die attischen Inschriften haben indes wie χειρῶν auch χειροῖν, Meisterhans 114^{2}; χειρσίν steht C. I. Gr. II, Add. 2811 b, 10 und 2942 c, 4 (Kaiserzeit). In der Dichtersprache werden nach Versbedarf sowohl die kurzen als die langen Formen durch alle Kasus gebraucht, auch χειροῖν z. B. S. El. 1395, doch häufiger χεροῖν; χερός auch Iambogr. nach Herodian; χέρα kret. Inschr. Bull. de corr. hell. III, 293; χείρεσσι oft bei Hom., auch S. Ant. 976. 1297, Eur. Alc. 756, gewöhnlich aber bei den attischen Dichtern χερσί; χείρεσι bei Homer nur Il. υ, 468 (s. § 118, 10); χέρεσσιν Hes. Th. 519. 747, χέρας in einem gew. Trimeter Arist. Vesp. 1193. (Bei Herodot findet sich nur in der Aldina χερός 4, 71 und χερί 2, 106.2) Dor. χηρός Alkm. 32, lesb. χέρρας Theokr. 28, 9, Meister, Dial. I, 147; da es nicht möglich ist, diese Verdoppelung aus dem Nom. χήρ zu erklären, so ist auch die Meinung falsch, dass in χειρός, χηρός das ει η aus dem Nominativ stamme; es muss vielmehr ein Konsonant nach χερ- ausgefallen sein. S. Wackernagel, K. Z. 29, 131 ff., der einen urspr. ς-Stamm annimmt, übrigens aber darthut, dass das ε ausser vor Konson. (wie auch in χέρνιψ u. a.) zu Anfang noch recht selten ist, so bei Homer nur in der Phrase ἐν χερὶ θῆκεν. Den Nomin. χείρ wird man auf χέρς zurückführen dürfen; die lesbische Form ist χήρ, Hdn. II, 599.

Anmerk. 9. Hierher gehören die Komparative auf ί̂ων, G. ί̂ον-ος und ων, G. ον-ος, welche im Akk. S. und im Nom., Akk. und Vok. Pl. das ν entbehren und die ontraktion erleiden. Doch kommen auch die Formen mit ν häufig vor, s. Anm. 10.

S. N. ἐχθί̂ων ( ), feindlicher ἔχθῖον (τό μείζων ( ), grösser μεῖζον (τό
G. ἐχθίονος μείζονος
D. ἐχθίονι μείζονι
A. ἐχθίονα u. ἐχθίω ἔχθιον μείζονα u. μείζω μεῖζον
V. ἔχθιον μεῖζον
P. N. ἐχθίονες ἐχθίονα μείζονες μείζονα
ἐχθίους ἐχθίω μείζους μείζω
G. ἐχθιόνων μειζόνων
D. ἐχθίοσιν μείζοσιν
A. ἐχθίονας ἐχθίονα μείζονας μείζονα
ἐχθίους ἐχθίω μείζους μείζω
V. wie Nominativ wie Nominativ
Dual. ἐχθίονε, ἐχθιόνοιν μείζονε μειζόνοιν.
Über die Betonung s. § 134.

Anmerk. 10. Man hat längst erkannt, dass hier eine Mischung verschiedener Stämme vorliegt, und βελτίω βελτίους auf βελτίοςα βελτίοςες zurückzuführen sind, vgl. § 152, 2; der Akkusativ, der βελτίως lauten sollte, hat die Form des Nomin. angenommen. Die Dorier wenden selten die kürzeren Formen an, als: μείω tab. Heracl. 1, 174, ἐλάσσως Ar. Lys. 1260 im Chore st. ἐλάσσονες, ἐλάσσους -ω u. μείζω Archimed. zuweilen, Heiberg, Fl. Jahrb. Suppl. XIII, 555 f. Auch in der Homer. Sprache sind dieselben nicht häufig, als: ὁμίχλην . . ἀμείνω Il. γ, 11 (Aristarch: Andere ἀμείνων). υἱὸν . . ἀμείνω δ, 400 (ἀμείνων Aristarch, als Nomin.). τὸν μὲν ἀρείω κ, 237. Od. g, 250. πλείους st. πλείονες w, 464. οἱ πλέονες κακίους, παῦροι δέ τε πατρὸς ἀρείους (sc. εἰσίν) Od. b, 277. ἅμα πλέονες καὶ ἀρείους Od. ι, 48. Il. π, 557. ἀμείνω αἴσιμα πάντα Od. η, 310. Im Nominativ las Zenodot durchgängig ω statt ων, als: κρείσσω Il. α, 80 (v. Spitzner). γλυκίω 249. κρείσσω γ 71. ἀμείνω η, 114 (Düntzer, Zenod. p. 50), welche Form Buttmann Ι, 209 mit ὴχώ u. s. w. vergleicht. In der neuionischen Mundart werden sowohl die längeren als die kürzeren Formen gebraucht, jene am häufigsten im Nom. und Akk. Pl. männlichen und weiblichen Geschlechts, diese am häufigsten im Akk. S. und im Nom., Akk. und Vok. Pl. sächlichen Geschlechts. So bei Herod.3) N. Pl. ἀμείνονες sehr oft (ἀμείνους nur 5, 78), πλεῦνες sehr oft (πλέους nur 2, 8 und 120), κρέσσονες, ἐλάσσονες, μέζονες, κακίονες, ἕσσονες; A. Pl. πλεῦνας sehr oft (πλείους, wofür Bredow πλέους oder πλεῦνας lesen will, nur 1, 167 [πλείστους emendiert Stein]. 2, 121, 4), αἰσχίονας, μέζονας, ἕσσονας, ἐλάσσονας, ἀμείνονας, κρέσσονας; A. S. ἐλάσσω oft (ἐλάσσονα nur 7. 8, 1). καλλίω, ἀμείνω oft (ἀμείνονα nur 4, 158), μέζω, ἕσσω, κακίω, πλέω und πλεῦνα gleich oft, κρέσσω und κρέσσονα, αἰσχίονα; N. A. Neutr. ἐλάσσω oft (ἐλάσσονα nur 3, 102); κρέσσω, ἀμείνω, μέζω oft (ziemlich oft auch μέζονα), πλέω oft (πλέονα nur 2, 145). Die ionischen Dichter bieten (Renner, Curt. Stud. Ι, 1, 231) μείους Xenophan. 3, 4; κακίω A. sg. Archil. 6, 4. Die Attiker haben im gewöhnlichen Leben, wie die Inschr. zeigen, fast nur die kürzeren Formen gebraucht, die darnach als die eigentlich attischen anzusehen sind, Meisterhans 119^{2} (Moeris p. 34 ἀμείνω Ἀττικοί, ἀμείνονα Ἕλληνες), aber sämtliche Schriftsteller, auch Komiker und Prosaiker, sind frei im Gebrauche beider Formen, so dass sie oft nahe bei einander stehen, so z. B. Xen. Hier. 4, 6 κρείττονες und ἥττους. Comment. 2. 6, 26 χείρους (Akk.) und 27 χείρονας. 3. 3, 3 βελτίους und 5 βελτίονας, An. 1. 7, 3 ἀμείνονας καὶ κρείττους. Ages. 2, 7 ἐλάττους und χείρονας. Cyr. 5. 4, 43 μείονα, bald darauf πλείω. Hier. 8, 5 (A. S.) καλλίονα und καλλίω. N. Pl. Comment. 2. 2, 3 μείζονα und μείζω. Plat. Pol. 297, c τὰς μὲν ἐπὶ τὰ καλλίονα, τὰς δὲ ἐπὶ τὰ αἰσχίω. Leg. 2. 656, e οὔτε τι κάλλιονα, οὔτε αἰσχίω.4) Auch bei den Attikern sind die Endungen ονες und ονας weit häufiger als ονα. Die attischen Inschriften haben nach Analogie dieser Kompar. auch γείτω Neutr. Pl. f. γείτονα, Meisterhans 117^{2}. — Das ι in den Formen auf ίων, ιον wird von den dorischen Dichtern und den alten Epikern kurz, von den attischen Dichtern (nach ursprünglicherer Messung) lang gebraucht; jedoch steht Eur. Suppl. 1101 am Ende des Senars πατρὶ δ̓ οὐδὲν ἥδι^ον (korrigiert von G. Hermann);5) desgl. βέλτι^ον Aesch. frg. 321 (βέλτερον Porson); βελτι?́ω Eupolis in Et. M. (Reitzenstein, Ind. l. Rost. 1890/1 p. 8).

Folgende Substantive auf ηρ (St. ερ): πατήρ, păter, μήτηρ, māter, θυγάτηρ, Tochter, γαστήρ, Bauch, stossen im Gen. und Dat. S. und im Dat. Plur. ε aus, und nehmen im Dat. Plur. den Hülfsvokal α^ vor σι an,6) also α-σι, in welcher Endung das ς nie verdoppelt wird. Es ist also in diesen Wörtern ein kürzerer Stamm (πατρ) und ein längerer (πατερ) vorhanden.7) Das Wort ἀνήρ (St. ἀνερ), Mann, stösst durch alle Kasus aller Numeri, mit Ausnahme des Vok. S., das ε aus, schiebt aber zur Milderung der Aussprache (§ 69, 1) ein δ ein. In der angegebenen Weise erscheinen die angeführten Wörter stets in der ionischen8) und attischen Prosa; in der Dichtersprache seit Homer aber, selbst in der attischen, hier jedoch fast ohne Ausnahme nur in den lyrischen Stellen, werden auch die Formen mit ε ziemlich durch alle Kasus, sowie die ohne ε in weiterer Ausdehnung gebraucht. Also in der Prosa z. B. πα^τήρ, G. πατρ-ός, D. πατρ-ί, A. πατέρ-α, V. πάτερ, Pl. N. u. V. πατέρ-ες, G. πατέρ-ων, D. πατρ-α?́σιν), A. πατέρ-ας, Du. πατέρ-ε, πατέρ-οιν; von γαστήρ lautet der Dat. Pl. γαστράσι (so Dio Cass. 54, 22), aber bei Hippokr. π. νούσων Δ, b. Littré VII, 596 unregelm. γαστῆρσι (v. l. γαστρῇσι); ἀνήρ, ἀνδρός, ἀνδρί, ἄνδρα, ἄνερ, Pl. ἄνδρες, ἀνδρῶν, ἀνδράσιν), ἄνδρας, Du. ἄνδρε, ἀνδροῖν; in der Dichtersprache:

S. N. πατήρ; μήτηρ (dor. μάτηρ); θυγάτηρ; γαστήρ; ἀνήρ (Hom. α?́νήρ u. ἆνήρ)

G. πατέρ-ος, πατρ-ός; μητέρ-ος, ματέρος Aesch. Suppl. 539 Ch., μητρ-ός; θυγατέρ-ος, θυγατρ-ός; γαστέρος, γαστρύς; ἆνέρ-ος, ἀνδρός

D. πατέρ-ι, πατρ-ί; μητέρ-ι, ματέρι S. OC. 1441, böot. Inschr. D.-I. 817, μητρ-ί; θυγατέρ-ι, θυγατρ-ί; γαστέρ-ι, γαστρί, ἆνέρ-ι, ἀνδρί

A. πατέρ-α; μητέρ-α; θυγατέρ-α, θύγατρα Il. α, 113 u. s.; ἆνέρ-α, ἄνδρα

V. πάτερ; μῆτερ; θύγατερ; ἄνερ (ἆνερ Hom. Il. ω, 725)

P. N. πατέρ-ες; μητέρ-ες; θυγατέρ-ες, θύγατρες Il. i, 144; γαστέρ-ες; ἆνέρ-ες (auch Soph. Ph. 707. Tr. 1010 Vok.), ἄνδρες

G. πατέρ-ων, πατρ-ῶν Od. d, 687. q, 245; μητέρ-ων; θυγατέρ-ων; θυγατρ-ῶν; γαστέρ-ων, γαστρ-ῶν; ἆνέρ-ων S. OR. 869, Pind. N. 6, 30 (33), ἀνδρῶν.

D. πατρ-α?́σιν) (πατέρεσσι Qu. Smyrn. 10, 40); μητρ-α?́σιν); θυγατρ-α?́σιν); θυγατέρ-εσσιν Il. o, 197; ἄνδρ-εσσιν), ἀνδρ-α?́σιν); die Endung ασι kommt bei Homer nur in diesem Worte vor;

A. πατέρ-ας; μητέρ-ας; θυγατέρ-ας, θύγατρ-ας; γαστέρ-ας; ἆνέρ-ας, ἄνδρας

D. πατέρ-ε; μητέρ-ε; θυγατέρ-ε; γαστέρ-ε; ἆνέρ-ε, ἄνδρε; πατέρ-οιν u. s. w.

Anmerk. 11. Der Deklination dieser Wörter entspricht ziemlich die indische, vgl. Nom. pitâ (St. pitar), Dat. pitr-ê, aber Lok. pitar-i, Akk. pitar-am, V. pitar, N. plur. pitar-as, Lok. pitṛ-šu,, aber G. pit[rtilde]ṛ-ṇâm, A. pit[rcirc]ṛ-n.

Anmerk. 12. Im Eleischen und Lokrischen ist der Vokal vor ρ bei diesen Wörtern α^ und im Nom. α_: πατάρ el., πατάρα lokr. (ἀνάρε für ἄνδρε el. D.-I. 1159, 10?).

Anmerk. 13. Δημήτηρ hat bei den A ttikern folgende Deklination: Δήμητρος, Δήμητρι, Δήμητρα Ar. Nub. 121. Ran. 42. Th. 295. Eq. 698, Δήμητερ; die nichtattischen Dichter aber gebrauchen teils diese Formen, teils die mit ε, als: Δήμητρος Il. b, 696. c, 326. Δημήτερος Il. n, 322. f, 76. Δάματρος Pind. J. 1, 57. Δαμάτερος ib. 7, 4. — P. Cratyl. 404b hat nach den Hdschr. den Akk. Δήμητραν, wofür Δήμητρα Schanz m. Cobet, vgl. über diese späteren Missbildungen § 118, Anm. 5.

Anmerk. 14. Auch das Wort ἀστήρ, έρ-ος, Stern, das sonst keine synkopierte Form hat, gehört wegen des Dat. Pl. ἀστράς; (Hom. Il. χ, 28. 317; verwerflich ist Herodians Betonung ἄστρασι9) zu dieser Klasse, ebenso das Wort ἀρήν, ή, Widder, Lamm, ἀρνός, ἀρνί, ἄρνα, ἄρνες, ἀρνῶν, ἀρνάσι (Arat. 1104), ep. ἄρνεσσι (Il. π, 352), ἄρνας; der Nominativ findet sich auf attischen (und dorischen) Inschriften (Meisterhans 111^{2}; auch wohl Inschr. Kos Bull. de corr. hell. V, 216, Z. 9), und wird auch (Bk. An. I, 7) aus Phrynich. angeführt. Der Stamm ist ϝαρν (Curtius, Et.^{5} 344f.), mit Umstellung ϝραν ϝρην; von diesem ῥήν, Sch af, Lamm, findet sich ῥῆνα Nicand. Ther. 453, ῥήνεσσι Ap. Rh. 4, 1497; dazu hat Hom. ὑπόρρηνος, πολύρρηνες Nom. Pl. und πολύρρηνος Nom. Sg. (πολύρρην Nom. Sg. das Epos Ναυπάκτια b. Hdn. I, 16 f.) neben πολύαρνι, und Hippokr. das Adj. ῥηνικός; ders. ῥῆνιξ, Schaffell, VIII, 116 (auch ῥῆνις, Lexikogr.); ἐρρηνοβοσκός mit alter Var. ἀρηνοβ. Soph. frg. 589 Dd. Vgl. Ahrens Ῥᾷ p. 18.

Anmerk. 15. Von Wörtern auf ν hat Stammabstufung κύων, κυνός, s. § 130. Sodann bildet φρήν, φρενός im Dat. Plur. φρασί, nicht nur bei Pindar (P. 2, 26. 4, 109 u. s., Mommsen zu O. 7, 25, p. 72), sondern auch in einem attischen Epigramme C. I. A. IV, 477^{h}. Es steht hier α^ für εν, § 68, 4; es lässt sich dies auch ohne Annahme von Stammabstufung verstehen. Dagegen würde eine solche vorliegen in Hom. ἀγκάς, wenn es feststände, dass dies (mit Harder de α voc. 19 ff.) ἀγκάς᾿ zu schreiben und als Dat. Plur. zu ἀγκών zu stellen wäre (s. G. Meyer 354^{2}).(Smyth 259)(Smyth 262)

1 S. Spitzner de versu her. p. 92.

2 S. Bredov. dial. Herod. p. 158 sq.

3 S. Bredov. dial. Herod. p. 256.

4 S. Sauppe und Kühner ad Xen. Comment. 2. 2, 3; Bornemann ad 3. 3, 5.

5 S. Spitzner, Pros. § 46; Stellensammlung La Roche, Progr. Linz 1884, S. 17 f. Mit Recht sehen die alten Grammatiker dieses ι als von Natur lang an, wie dies auch im Sanskrit in der Komparativendung îjâns (s. § 152) der Fall ist.

6 Im Sanskrit steht in der entspr. Endung der ṛ - Vokal: pitṛ[scron]u, dem auch sonst im Griechischen mehrfach ρα entspricht, als ἔδρακον, sk. adṛ[cnull ]am. Doch ist das griechische ασι gar nicht auf diese Wörter beschränkt, vgl. § 118, 9.

7 Man nennt dies Deklination mit Stammabstufung; im Sanskrit ist dieselbe sehr weit verbreitet, im Griechischen nur in Resten vorhanden. Ebel, K. Z. I, 289—300; Collitz, Bzz. Btr. X, 1 ff. u. a. m.

8 Nur an einer einzigen Stelle findet sich bei Her. 3, 34 πατέρι, doch auch hier nur in R und der Aldina. Vgl. Bredov. dial. Her. p. 255.

9 Lobeck, Paral. 175 f.

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