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125. B. Vokalstämme. 1) Substantive auf i=-s, u=-s (u^s, Neutr. u^), G. ios, uos.

S. N. κί̂ς, Kornwurm. σῦς, Sau. ἰχθῦς, Fisch. τὸ δάκρυ^, Thräne.
G. κῖ-ός συ^-ός ἰχθυ?́-ος δάκρυ^-ος
D. κῖ-ί συ^-ί ἰχθυ?́-ϊ δάκρυ^-ι
A. κῖ-ν σῦ-ν ἰχθῦ-ν δάκρυ^
V. κίς (Her. II, 672) σῦ ἰχθῦ δάκρυ^
P. N. V. κῖ-ες συ?́-ες ἰχθυ?́-ες ἰχθῦς δάκρυ^-α
G. κῖ-ῶν συ^-ῶν ἰχθυ?́-ων δακρυ?́-ων
D. κῖσίν συ^-σίν ἰχθυ?́-σιν δάκρυ^-σιν
A. κί̂ς σῦς ἰχθῦς δάκρυ^-α
D. κῖ-ε συ?́-ε ἰχθυ?́-ε ἰχθῦ δάκρυ^-ε
κῖ-οῖν συ^-οῖν ἰχθυ?́-οιν δακρυ?́-οιν

Anmerk. 1. Nach κί̂ς geht nur noch das poetische λί̂ς, Leu, Löwe, Akk. λῖν Il. λ, 480 u. a. Dichter, Pl. λῖες λι?́ες, λι?́εσσι Euphor. Antimach. (Callim. nach Nauck, Mél. IV, 405) b. Herodian II, 698; Rhinthon hat auch zu Διός Διί den Nom. Δίς gebildet, Herodian II, 674 f. 698. I, 402. (Λῖς verlangte im Nom. Aischrion, nach dem Akkusativ λῖν, dessen Betonung feststand, während Aristarch λίς schrieb, s. Herodian I, 402 = II, 73. II, 614, wonach Herod. ebenfalls κῖς, λῖς für richtiger hielt.) Nach σῦς und ἰχθῦς gehen δρῦς, Eiche, μῦς, Maus (dessen Stamm aber auf ς ausgeht, vgl. mus, mur-is (d. i. mus-is), βότρυς, Traube, ὀφρῦς, Augenbraue u. s. w., nämlich alle Perispomena und Oxytona (abgesehen von den Adjektiven auf ύς εῖα ύ) und viele Barytona auf υς. Über die Betonung ἰχθῦς u. s. w. s. § 134, 6.

Anmerk. 2. Der Deklination derer auf ῦς, G. υ^-ος, entspricht die indische der weiblichen Stämme auf û, als: bhrû-s, Augenbraue, ὀφρῦς, G. bhrŭv-as, Lok. bhrŭv-i, A. bhrŭv-am, Pl. N. A. V. bhrŭv-as, G. bhrŭvm, Lok. bhrŭ-ŝu. Der Dat. Pl. hat wie die Kasus auf υ mit folgendem Vokal im Griechischen ein kurzes υ (συ^σί) gegen die Analogie des Sanskrit (bhrû-su) und der Stämme auf ευ, ου, αυ (§ 128). Ausgenommen ist nach Hdn. (II, 642) μῦσί von μῦς, bestritten von Orion, von Choerob. mit Berufung auf die Batrachomyomachie verteidigt, wo 260 μῦσίν (sonst μυ^σί). Vgl. Lobeck, Path. II, 118 (gg. μῦσί); W. Schulze, Qu. hom. 50, der μυσσί (d. i. μυσ-σί) will. Ebenso schreibt in Orph. Arg. 473 (469) Hermann ὀφρύσσιν st. ὀφρῦσιν; δρῦός hat Hes. op. 436, ἰλῦος Hom. Il. f, 318; μῦες Epicharm. 28? (μυ?́ας 23). Dagegen bilden κίς und λί̂ς mit ι_, Herodian II, 621. 674. 697 f. 760 (s. jedoch über λίς Anm. 1). Es entspricht hier die indische Deklination auf î: bhî-s, L. Pl. bhî-šu, aber G. Sg. bhĭj-as u. s. w. Über den Vok. S. der Einsilbigen s. § 118, 5 c); ἰχθῦ steht b. d. Kom. Krates 14, 9 K; Erinna 1 a. Konj. f. ἰχθῦν. — Das υ ist im Nom., Akk., Vok. Sg. ausser bei den Perispomena auch bei der Oxytona lang, doch haben Pind. N. 1.1, 31 in ἰσχύν (ders. bei Herodian I, 416 ἰχθυ?́ν), Soph. Tr. 271. Ant. 1145 in κλιτύν, Eur. Hipp. 227 in κλιτύς, Andr. 356 u. Cycl. 574 in νηδύν, Callim. Dian. 160 in νηδύς die letzte Silbe kurz gebraucht. Dagegen die Barytona haben υ^ς υ^ υ^ν; nur bei Eur. H. f. 5 und El. 1215 wird in d. baryton. στάχυς und γένυν die Ultima lang gebraucht, obwohl er Ph. 63 γένυ^ς und Andr. 1181 γένυ^ sagt.1) Dass bei Homer die Ultima von νέκυς in der Arsis öfters lang gebraucht wird, kann nicht befremden.

Anmerk. 3. Die kontrahierte Dualform ἰχθῦ gebraucht Antiphanes bei Ath. 10 p. 450 d (fr. 194 Kock). Der Akk. Pl. derer auf ῦς endigt bei den Attikern der guten Zeit stets auf ῦς (aus υν-ς), als: σῦς Xen. Cyr. 2. 4, 20, τὰς ἅρκυς Ven. 2, 4, τοὺς βότρυς Ar. Vesp. 449; bei den Späteren aber kommen auch Formen auf υας vor. Der Accent ist gleich dem des Nom. Sg.; denn die Betonung κλιτύς, γραπτύς ist offenbar die überlieferte gewesen, wenn auch Herodian in der irrigen Meinung, dass Kontraktion vorliege, den Cirkumflex gegen eigene frühere Aussage forderte (Her. II, 101. 165. 340). Der kontrahierte Nom. Pl. findet sich bei dem Worte ἅρκυς, Netz, Xen. Ven. 6, 2. 10, 2. 19 αἱ ἅρκυς (aber 2, 4 die Hdschr. ἄρκυες), ferner οἱ μῦς Antiphan. 193 K. (Mein. III, 108), οἱ ἰχθῦς ders. 236 (M. p. 138), Eubul. 109 (p. 259), Alexis 261 (p. 502), αἱ κάχρῦς att. nach Ael. Dionys. Eustath. 1835, 43 (Schwabe, Ael. Dion. p. 182); auch bei Späteren: Teles Stobaeus 97, 31 (p. 212 M.) οἱ μῦς. Vgl. Krüger I, 1 p. 55; unten § 126 A. 3.

Anmerk. 4. In der epischen Sprache erscheint in den mehrsilbigen Wörtern auf υς der D. S. geschlossen, als: νέκυι Il. π, 526 u. s. Φόρκυι Hes. Th. 333 (270). ὀϊζυῖ Od. h, 270. ὀρχηστυῖ Od. q, 253. πληθυῖ Il. χ, 458. Od. π, 105 (ἰλυῖ Theognis 961 a. Konj., böot. Δέρμυι zweisilbig im Hex., γένυι Pind. Ol. 1.3, 82), aber συί. (Statt νηδύϊ Il. υ, 486 ist andere Lesart πνεύμονι, doch s. La Roche z. St.) Dagegen dem Attischen ist der Diphthong υι vollends am Wortende ganz fremd, s. Herodian II, 347. 392. 666, der auch bei Homer in νέκυι u. dergl. Synizesis annimmt. Der N. Pl. ist immer offen, als: νέκυες, σύες; aber der A. nach Bedarf des Verses entweder nach der konson. Deklination gebildet, als: σύας, νέκυας, oder nach der vokalischen, als: γένῦς Od. l, 320. νέκῦς nur Od. w, 417. σῦς Od. κ, 338. δρῦς Il. 494. ψ, 118. Die mehrsilbigen mit einer Länge beginnenden Wörter haben im 1. Fusse und in der Arsis des 3. Fusses ῦς: 1. F. ἰχθῦς Od. e, 53. k, 124. μ, 331; 3. F. κλῖτύς Il. p, 390. ὀφρῦς 740; aber im 4. F. ἰχθύας Od. x, 384. ὀφρύας Od. ι, 389.2) (Herodian kennt auch νηδύα, ὀφρύα, δρύα A. Sg., II, 763, als seltene Formen, ebenso βότρυα einmal bei Euphorion, das. 711.) D. Pl. σύεσσι und συσί, νεκύεσσι Il. e, 397. φ, 220. 325 u. s., νέκυσσι nur Od. l, 569. x, 401. ψ, 45 am Ende des Verses, ebenso γένυσσι Il. l, 416; πίτυσσι Od. ι, 186 im 3. F.

Anmerk. 5. In der neuionischen Mundart hat der Akk. Plur. in der Regel ῦς, als: τοὺς ὗς Her. 2, 14. 47 dreimal, 4, 186. μῦς 2, 141. ἴτῦς 7, 89 zweimal, ἰχθῦς sehr oft, τὰς ὀφρῦς 2, 66; nur ἰχθύας 3, 98 und Λίβυας 2, 55 zweimal, 77. 4, 160. 7, 184 ohne Varianten.(Smyth 268)

1 S. Spitzner, Pros. § 40, 4. Anm.

2 Vgl. Thiersch, H. Gr. § 191.

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