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139. II. Heteroclita.

Heteroclita nennt man solche Substantive, welche bei einer Nominativform in einzelnen oder allen Kasus zwei Formationen folgen, welche jedoch beide nach den allgemeinen Regeln aus der einen Nominativform hervorgehen können. Sie gehören entweder der dritten Deklination allein oder verschiedenen Deklinationen an.

a) der dritten Deklination:

Vorbemerk. Hierher gehören viele Wörter auf ις, die in ihrer Flexion zwischen ιδ-ος und ι-ος schwanken, s. § 120, A. 7.

ἱδρώς, , Schweiss, flektiert Hom. nach ἥρως, doch in der Überlief. stets mit Kontraktion: D. ἱδρῷ Il. ρ, 385. 745, A. ἱδρῶ Il. δ, 27 (ubi v. Spitzn.), κ, 572 u. s., nach Nauck, Mél. IV, 494 ff., Ahrens, Btr. 133 f. überall in ἱδρόα zu korrigieren, wie für κ, 574 bereits Gerhard, Lect. Apoll. vorgeschlagen; der Dativ widerstrebt ρ, 745 der Auflösung. Ἱδρῶα mit Verkürzung (vgl. ἥρω^ος, οἷος als Pyrrhich.) würde richtiger sein. Ἱδρῶ hat auch Apoll. Rh. Arg. 2, 87. 4, 656; ἱδρῶτα zuerst Hes. Op. 289 und so mit τ die Attiker u. s. w. Aeolisch war ἴδρως (nach αἴδως), Hdn. II, 763.

Μάρτυς, , , Zeuge, -in, m. υ^ς Aesch. Ch. 987, Soph., Pind., m. ῦς att. Epigr. Philol. Wochenschr. 1888, S. 3 (kret. μαῖτυς, tab. Gort., einmal das. auch noch Nom. μαῖτυρς, Comparetti Mus. Ital. II, 597), μάρτυ^ρ-ος, μάρτυ^ρ-ι, μάρτυ^ρ-α u. μάρτυν b. Menand. fr. 369 Meineke (fr. 1034 K.), Pl. μάρτυ^ρες, D. μάρτυ^σι Eur. H. f. 176, ἐπιμάρτύσι Ar. Lys. 1287, Hippon. fr. 51, wo Welcker μάρτυσσιν, Buttm. Bgk. μάρτυρσιν wg. des Versmasses; μάρτυσι auf att. Inschr. (Meisterhans S. 112^{2}).1Der Nom. μάρτυρ ist äol. n. d. Gramm. (Hdn. I, 46. 236 u. s. w.; dor. Kalymna Bull. de corr. hell. X, 241; nach Angermann, Dissimil. p. 37 f. ist “äolischIrrtum f. “eleisch”, indem äol. vielm. μάρτυρος, s. u. § 140), wurde aber in späten Zeiten von den Kirchenschriftstellern in der Bdtg. Märtyrer wieder gebräuchlich. — Nbf. μάρτυ^ρος: Il. b, 302 μάρτυροι (Zenod. μάρτυρες), vgl. g, 280. χ, 255; Sg. μάρτυρος Od. p, 423. ἐπιμάρτυρος od. ἐπὶ μάρτυρος Il. h, 76. Μάρτυροι auch phok. Inschr. D.-I. 1529, delph. Inschr. C. I. Gr. 1702. 1704. 1706.

Ὄρνῖς, , , Vogel, ὄρνῖθ-ος u. s. w., A. ὄρνῖθα Kratin. 107 K., u. ὄρνῖν Ar. Av. 73, Pl. ὄρνῖθες, D. ὄρνῖσι, A. ὄρνιθας Menand. (IV, 118 Mein., 167 K.) und ὄρνῖς (das., 168 K.); ὄρνῖς (falsche Schreibung -εις) auch Eupolis 99 K., S. OR. 966. Eur. Hipp. 1059. Ar. Av. 411. 717. 1250. 1610. Daneben im Nom. Sg. ὄρνι^ς A. ὄρνι^ν: Il. ω, 219? S. Ant. 1021. El. 148, s. § 133, VII; Athen. 9, p. 373; doch führt dies noch zu keiner verschiedenen Flexion, s. das. über μέρμις, δέλλις, u. d. Gen. Pl. ὀρνέων Ar. Av. 291. 305 ist von τὸ ὄρνεον herzuleiten und nicht ὄρνεων (wie πόλεων) zu betonen. Aber ὄρνῖς Nom. pl. Alkman 28 Bgk. steht doch für ὄρνιες und wird von Herodian II, 761 richtig mit μάντῖς für μάντιες verglichen. Sonst dorisch N. sg. ὄρνῖς Alkm. 26. Pind. P. 4, 19. Akk. ὄρνιν ib. 216, aber A. ὄννιθα Gortyn, G. ὄρνῖχος, ὄρνῖχα, ὄρνῖχες, ὀρνί̂χων, ὄρνιξι u. ὀρνί̂χεσσι b. Alkm., Pind., Theokr.;2) d. Nom. ὄρνιξ b. Athen. 9. 374, d. Hdn. I, 44, 7 ist vielleicht nur für diese Flexion fingiert. — Bei Herodot: ὄρνιθος, ὄρνιθα 4, 131 u. ο<*>´ρνιν 2, 73, ὄρνιθες, ὀρνίθων, τοῖσι ὄρνισι 3. 76. 2, 67. τὰς ὄρνιθας 2, 75 u. s.3)

Σής, , Motte, σε-ός, Pl. σέ-ες, σέ-ων Ar. Lys. 730, σῆσιν (Photius), Akk. σέας Luc. adv. ind. 1, Thom. Mag. 328 R.; spätere Nbf. σητ-ός, Pl. σῆτ-ες Menand. p. 198 Mein. (fr. 540 K.), σῆτας Theophr. h. pl. 1. 10, 4 (σεῖς Urbinas das. 9, 11, 11).4)

Φθόϊς ion. und φθοῖς att., , eine Art Kuchenwerk, G. φθόϊ-ος Anth. 6, 299, u. φθοΐδ-ος, A. φθοΐδα Anth. 6, 258; Pl. Dat. φθοῖσι Eupolis 373 K. b. Ath. XI, 502, b (wo hinzugefügt wird: ἔδει δὲ ὀξύνεσθαι, ὡς Καρσί), Akk. τοὺς φθοῖς Ar. Pl. 677 u. φθόεις Ath. 489, d, Hippokr. VIII, 226. 228 (φθοιας Inschr. Kos Journ. of Hell. Stud. 1888 p. 333 Z. 31 und 38).

Φόρκυς (mit υ_, Il. β, 862), D. Φόρκυ^ϊ Hes. Th. 270, besser Φόρκυι wie 333, vgl. § 125 Anm. 4, A. Φόρκυν Il. ρ, 218, 318. Hes. Th. 237, Φόρκῦν-α Il. ρ, 312; G. Φόρκῦνος Od. ν, 96. Hes. Th. 336. Über d. Nomin. Φόρκυν s. § 133, X.

Χρώς,5) , Haut, a) G. χρωτ-ός Il. κ, 575, auch b. att. Dicht. und regelmässig in att. Prosa, D. χρωτ-ί Pind. P. 1, 55 u. b. att. Dicht. u. Pros. z. B. Xen. Conv. 4, 54, A. χρῶτ-α Od. ς, 172 u. 179. Hes. Op. 555. Pind. J. 3, 41, Tragik. u. regelm. in Prosa, z. B. Xen. l. d., Pl. χρῶτ-ες Aristot. u. Spät.; — b) nach αἰδώς, so von Homer an gewöhnlich in der Dichtersprache: G. χρο-ύς, D. χρο-ΐ (auch Herod. 4, 175 κείροντες ἐν χροΐ), A. χρό-α (Sapph. 2, 10 χρῶ, wenn dies nicht Dat. χρῷ). Ausserdem findet sich der Dat. χρῷ (II. att. Dekl.) mit ἐν bei den Attikern (Ael. Dionys. p. 151 Schwabe, der χρῷ von χροῦς ableitet), wie Xen. Hell. 1. 7, 8 ἐν χρῷ κεκαρμένους, cute tenus tonsos. S. Aj. 786 ξυρεῖ γὰρ ἐν χρῷ τοῦτο μὴ χαίρειν τινά, es schneidet bis auf die Haut. Thuc. 2.84 ἐν χρῷ ἀεὶ παραπλέοντεςad marginem et oram navium, quas stringerent et carperentBauer; bei Hdn. II, 415 wird dazu der G. τοῦ χρῶ und der Akk. τὸν χρώ angeführt (nach ἕως). Dem D. χρῷ entspricht der D. ἐν φῷ Eurip. fr. 5 im Et. M. 803, 46 st. φωτ-ί,6) vgl. Φῷ (Schiffsname) att. Inschr., Meisterhans 114^{2}. Herodian kennt auch (als ionisch) den N. χροῦς, I, 401. II, 921, wovon er den Gen. χρούς herleitet (nach βοῦς), auch der Akk. χροῦν st. χρόα finde sich, wiewohl seltener als χρόα, II, 706 (667).

Anmerk. 1. Hierher gehören auch mehrere Eigennamen auf ων, welche in ihrer Flexion zwischen ων-ος, ον-ος und οντ-ος schwanken, als: Αἴσων, Αἴσωνος und Αἴσονος, Σαρπηδών, όνος und Σαρπήδων, οντος bei Hom. Vgl. oben § 132. So auch das Appellat. πρηών, vorspringender Berg: μεγάλου πρηῶνος (masc.) Hes. Sc. 437, aber Κίλισσαι πρηόνες Nicand. Al. 228 (fem.). πρηόσιν Ὀσσείοισι Callim. Dian. 53 (fem. nach Lob.); dazu τοῦδε κατὰ πρεόνος Krinagoras Epigr. 7, Kompos. προπρεῶνα Pind. N. 7, 86 (geneigt, Adj.). Homer hat πρών, Pl. πρώονες, Pind. Trag. Aristoph. πρῶνες, πρῶνα, πρῶνας.7) b) der ersten und dritten Deklination:

Mehrere Substantive auf ης werden entweder ganz oder zum Teil nach der ersten und dritten Dekl. flektiert:

α) einige auf ης, G. ητ-ος u. ου: μυ?́κης, Pilz, μύκητ-ος u. s. w., Pl. μύκητες Ar. Vesp. 262 (Schnuppen am Lampendocht), seltener nach der I.: μύκην, Pl. μύκαι, D. μύκαις, s. Athen. II, cap. 56 f., Hdn. I, 60. II, 94. 679 (μύκεω Archiloch. 47 Bgk.);8) ferner einige Eigennamen als Μύνης (Μύνητα Il. b, 692. Μύνητος t, 296; Μύνου Soph. b. Hdn. I, 60. II, 94. 679 (fr. 57), Μέγης (Μέγην Il. o, 302, Μέγητα τ, 239), Ηύδης (Fluss) u. a., Hdn. a. a. O. u. 639;9) — Φλεγύαι, Volksn., A. Φλεγύας Il. ν, 302 (möglich auch Φλέγυας v. Φλέγυς, υ-ος, wie G. Pl. Φλεγύων h. Apoll. P. 100); G. S. des eponymen Heroen Φλεγύαντ-ος Eurip., s. Hdn. I, 53.236. II, 650. 939; dor. Καρτιδάμας G. -α und -αντος, Ahrens II, 239; — γ) Θαλῆς (entst. aus Θαλέας, -έης, vgl. Ἑρμῆς aus -έας), G. Θαλέω (Θαλοῦ b. Spät.), D. Θαλῇ, A. Θαλῆν, so b. Herod. u. den besten Attik.; spätere Nbf. (Callim. fr. 96) Θάλητος, ι, α, Hdn. II, 683; — δ) nur im Akk. S. haben sowohl η als ην die zusammengesetzten Eigennamen auf ης, z. B. die auf -κράτης, -μένης, -γένης, -σθένης, -φάνης u. a., welche in den übrigen Kasus im allg. nur nach der III. Dkl. flektiert werden; die att. Inschr. des 4. Jahrhdts. u. s. w. bieten fast ausschliesslich den Akk. auf ην (Meisterhans 107^{2}; aus dem 5. Jahrhundert Καλλικράτη Bull. de corr. hell. XIV, 177); bei den Autoren schwankt die Lesart an vielen Stellen,10) und wo dies nicht der Fall, ist wenig von durchgreifender Regelung zu erkennen. Plato hat η: Σωκράτη Conv. 173, b. 174, a. d. e u. s. w., Ἀριστοφάνη 176, b. 185 c. e u. s. w., Thucyd. Ἀλκαμένη 8, 5, Δημοσθένη 3, 107, Ξενάρη 5, 46; aber sonst Ἀλκαμένην, Δημοσθένην, und so auch sonst überwiegend ην nach der Überlieferung,11während Stahl durchweg η herstellt. Bei Aristoph. n. d. codd. Σωκράτην Nub. 142. 1465. 1477, aber Κλεισθένη durch den Vers gesichert 355, während dort Σωκράτη ebenso zulässig; Tragg. Πολυνείκη A. Sept. 658. 1067. Soph. OC. 375; Πολυνείκην Antig. 198 (-η Dindorf); es ist möglich, dass die Endung -ην überhaupt erst dem 4. Jhdt. angehört.12) Redner: Lys. 25, 25 Ἐπιγένην, Δημοφάνην, Κλεισθένην, Isae. 5.1. 4. 12 und oft Δικαιογένη, 3 u. s. Λεωχάρη, u. so Φιλοχάρη 3, 22, Ἐργαμένη 6, 10, Δημοχάρην 10, 9 korrigiert aus Δημόχαριν; über Demosth., bei dem grosses Schwanken, s. Voemel, Cont. 61 ff., der auch die Grammatikererzeugnisse zusammenstellt. Bei Hyper. steht im Pap. Arden. Φιλοκράτη, Διοπίθη d. i. -είθη, Eux. col. 39, 7. 4, Δημοσθένη I, 2, 4. 23, 12, nie anders. — Bei denen aber auf -κλῆς findet sich die Form auf -κλῆν nur bei Späteren, als: Ἡρακλῆν, Διοκλῆν Plutarch.,13) Ἡρακλέην Theokr. 13, 73; ebenso auf att. Inschr. erst nach 300, Meisterhans 105^{2}. Der Gen. auf ου kommt von 350 ab, und überwiegend von 300 ab auf Inschr. vor, das. 106; auch Formen auf κλέου erscheinen seit 350, die später wieder verschwinden. Der Dat. war um 300 durch den Übergang von ηι in ει zwischen I. und III. Dekl. ausgeglichen; im Vok. hat Demosth. nicht nur Θεοκρίνη, s. Anm. 2, sondern auch Ξενοπείθη or. 38, 16. 24; dagegen Δημόσθενες 19, 171, wie auch Hypereid. or. I Deinarch. or. I durchgängig steht. Im Scherze hat Aristoph. Nub. 1206 von Στρεψιάδης, G. ου, den Vok. Στρεψίαδες gebildet. — Bei Hom. hat Ἀντιφάτης, G. αο Od. κ, 106, im Akk. Ἀντιφάτην Od. ο, 242 und Ἀντιφατῆα κ, 114 wie von Ἀντιφατεύς; Γηρυόνης, G. ου u. s. w., Γηρυών, όνος, aber Γηρυονῆϊ Hes. Th. 309, Γηρυονῆα 287, Γηρυονέα 982.

Anmerk. 2. Mehrere zusammengesetzte Eigennamen auf ης, besonders fremde, schwanken zwischen der I. und III. Dekl., als: Τισσαφέρνης, G. -φέρνους Xen., D. Τισσαφέρνῃ und ει Xen., A. ην Thuc., Xen., V. η Xen. An. 2. 5, 3, Ἀστυάγης, G. γους, D. γει und γῃ, A. γη und γην, Κυαξάρης, G. ου oder εω, D. und ει, A. η und ην u. s. w.14) Von attischen Namen ist Ὑπερείδης (aus ὑπέρ und εἶδος, auch dor. Ὑπερείδης) durchgängig in die I. Dekl. übergegangen, wegen der Ähnlichkeit mit den Patronymika, wie schon Herodian erkannte (II, 638); desgl. so ziemlich Θεοκρίνης (Blass, Demosth. III, LIII; Hdn. II, 638. 685), wegen Λεπτίνης u. s. w.; nach der I. geht auch Δημάδης, nach Hdn. aus Δημεάδης (also α_), nach Meisterhans S. 106^{2} aus Δημἅδης (ἁνδάνω, τὸ ἅδος), da sich inschriftlich Δημάδους findet; doch vgl. Καλλιάδους, Ἀντιφάτους, Αἰσχίνους, Meisterh. 93^{2}.

Anmerk. 3. Auch gehört hierher das Wort Ἄρης (α^), Mars, das aber auch in seiner übrigen Flexion manche Eigentümlichkeiten hat und daher eine ausführlichere Betrachtung verdient. Böot. scheint der Nom. auch Ἄρευς gelautet zu haben,15) daher Akk. Ἄρευα Cor. 11; aber auch G. Ἄρεος und Ἄριος Gramm.; lesb. Ἄρευς, Ἄρευος, Ἄρευϊ, Ἄρευα, Ἄρευ; D. Ἄρῃ Alc. 15. 32 (mit der Var. Ἄρει) ist Homerisch. — Pindar gebraucht folgende Formen: Ἄρεος P. 2, 2. 10, 14, Ἄρει O. 9, 82 u. s.; Akk. Ἄρεα auf kret. Inschriften (Ahrens, dial. II, p. 240); — Homer und Hesiod:

G. Ἄρηος Hom. und Hes., Ἄρεος Hom., Hes. Sc. 191; die Form Ἄρεω schreibt Aristarch in der Verbindung Ἄρεω ἀλκτῆρα (ἀλκτῆρες) Il. c, 485. ς, 100. 213, Zenodotus und Ptolomaeus ἀρῆς ἀλκτ., vgl. ἀρὴν (Ἄρην Aristarch? vgl. W. C. Kayser, Philol. X, 375) ἑτάροισιν ἀμῦναι Il. m, 334. p, 512. ω, 489. Od. r, 538. χ, 208 und ganz besonders Hes. Sc. 29 ἀρῆς ἀλκτῆρα (ubi v. Goettling); noch weniger Geltung hat die Variante Ἄρεως;16) die Form Ἄρεω hat nach Eustath. ad Il. ε, 31 Archilochus (fr. 48 Bgk.) gebraucht, vgl. Ἄρῃ, Ἄρην.

Kühners ausführl. Griech. Grammatik. I. T.

D. Ἄρεϊ Il. b, 479; Ἄρηϊ Il. β, 385, 515, 627 u. s.; Ἀρῃ Il. e, 757, φ, 112. 431, überall mit der Var. Ἄρει, die Spitzn. und Bekk. aufgenommen haben (s. Spitzn. ad ε, 757), dagegen Ἄρῃ La Roche, Nauck.

A. Ἄρηα Il. g, 132. ε, 30. 35. 289 u. s.; Ἄρην Il. ε, 909 (Ἀρη möchte La Roche). Hes. Sc. 59. 333. 425. 457.

V. Ἀρες (Ἆρες) Ἀρες βροτολοιγέ Il. ε, 31; die Länge des α findet sich auch sonst nach Bedürfnis, s. § 75, 7.

Herodot gebraucht G. Ἀρεος 2, 65. 83. 7, 76 (Ἄρηος 4, 62 schw. Var.), D. Ἀρεϊ 2, 64 (Ἀρηϊ 4, 59. 62 ohne Var.), A. Ἀρεα 2, 64. 4, 59. 5, 7.17)

Die Attiker gebrauchen folgende Formen: G. Ἄρεως in Prosa, so bei Plato an sehr vielen Stellen,18) vgl. Herodian II, 639 f. 682, der diese Form von Ἄρευς ableitet; Dichter Ἀρεως und Ἄρεος (wie πόλεος, Din dorf, Lex. Soph. p. 60, doch Aristoph. Ἄρεως Ran. 1021. Av. 835; D. Ἄρει, A. Ἄρη und Ἀρην, doch letzteres weder bei den Tragikern (Dind., Lex. Aesch. 42), noch bei Aristoph. (Plut. 328 v. l.), noch bei Plato (Heindorf, Schanz Leg. p. X) anzuerkennen, Ἀρεα nur Soph. OR. 190 im Chore, V. Ἀρες. Das α wird bisweilen in der Hebung lang gebraucht, als: Aesch. S. 244. 344 u. s. Soph. Ai. 614. Ant. 139.

Anmerk. 4. In der neuion. Mundart folgen dagegen die Subst. der I. Dekl. auf ης, besonders die Eigennamen, im Akk. S. z. T. der III. und gehen auf ε α st. ην aus;19) a) von Appellativen δεσπότης, ἀκινάκης, also: δεσπότεα Her. 1, 11. 91 u. s., aber δεσπότην 1, 212. 3, 134. 4, 136, (κυβερνήτεα 8, 118 v. l.), ἀκινάκεα 3, 118. 4, 70. 9, 107, aber ἀκινάκην 7, 54. (Gen. ἀκινάκεος 4, 62 ohne Var., wofür Bredow ἀκινάκεω lesen will.) Die Form des Akk. Pl. auf εας, als: δεσποτέας oder δεσπότεας, ist nirgends kritisch begründet; b) Eigennamen, als: Λεωνίδης Λεωνίδεα 8, 15. 71, aber häufiger Λεωνίδην, Εὐαλκίδης -δεα 5, 102, Λεωτυχίδης -δεα 6, 65, u. s., Μιλτιάδησ- δεα 6, 35 u. s., Ἀρισταγόρησ- -γόρεα 5, 32, aber Ἀρισταγόρην 5, 35. 37, Λυσαγόρης -γόρεα 6, 133. Μιτροβάτης -βάτεα 3, 128 u. s. Ἀλυάττης -άττεα 1, 73 u. s., Κανδαύλης -δαύλεα 1, 10 u. s. Bei den fremden Eigennamen zeigt sich das Schwanken auch im Genetiv und Dativ (Vokat.), oben Anm. 2, Stein, Hdt. LVII.

c) der zweiten und dritten Deklination:

α) der gewöhnlichen zweiten und der dritten Deklination:

mehrere Subst. auf ος werden als Maskulina nach der II., als Neutra aber nach der III. Dekl. flektiert, als: ὄχος, Wagen, τὰ ὄχεα nur im Pl., auch von Einem Wagen, b. Hom. u. Pind. O. 4, 12. P. 9, 11; σκότος, Finsternis, v. Hom. (s. Od. τ, 389) an in Prosa u. Poesie, τὸ σκότος gleichfalls in Prosa u. Poesie, auch dor. b. Epich. 19, 9. Sophr. 80; Pind., Soph., Eurip. haben beide Formen, Aesch. nur die erstere; b. Thuc. u. Xen. ist d. Neutr. häufiger; b. Plato wechseln beide Formen gleichmässig;20 σκύφος, Becher, τὸ σκύφος Epich. ap. Ath. 11. 498, e, sowie auch bei mehreren Attik., s. Ath. l. d.; bei Hom. Od. ξ, 112 schrieb Aristoph. Byz. σκύφος Akk., Aristarch σκύφον (das. f); u. τὸ αἶθος, Brand, beides poet.; τὸ θάμβος, Staunen, aber θ. Simonid. nach den Schol. ad Il. d, 79; τάρῖχος, Pökelfleisch, so allgemein gebräuchlich, nur die Attiker gebrauchten auch τὸ τάρῖχος nb. τ., s. Athen. III, p. 119, Hdn. I, 226. Eust. p. 73;21) u. τὸ βράγχος, Heiserkeit; ἔλεος, Mitleid, aber nachklass., als Nov. Test. u. LXX, τὸ ἔλεος (zu berichtigen G. ἐλέους Isokr. 18, § 39); das Adj. ἐλεεινός beweist die Ursprünglichkeit dieser Flexion (vgl. κλεινός, δεινός v. κλέος, δέος), ebenso νηλεής, de Saussure, Mél. Graux 746; ἄφενος, Reichtum, Callim. Iov. 96 u. schon Hes. Op. 24 εἰς ἄφενον (m. d. Var. ἄφενος), aber als Neutr. 639 u. Th. 112, Hom. Il. α, 171 (Eust. p. 73). Verschiedene Wörter sind ἔλεγχος, ου, Beweis, Prüfung, und τὸ ἔλεγχος, ε-ος (ους), nur bei Hom. und Hes., Schimpf, Schande. — Auch gehört hierher und τὸ ὄσσος (Auge, Hdn. I, 208, als äolisch bezeichnet; ὄσσος Trag. nach Eust. 855); belegt ist der ep. und poet. Dual τὼ ὄσσε, Neutr., die Augen (entst. aus ὄκj-ε § 21, 3), nur im Nom. und Akk. Dual.; G. u. D. nach der II. Dekl. mit Pluralendungen erst seit Hesiod in der Dichtersprache gebräuchlich: ὄσσων, Hes. Th. 826. Aesch. Pr. 400. Eur. mehrmals, Theokr. 24, 73, ὄσσοισι, ὄσσοις Hes. Sc. 145. 426. 430, die Trag., Sapph. fr. 29. Die Alten (s. Eustath. 58, 24 ff. Hdn. II, 245) lassen ὄσσε aus ὄσσε-ε (von τὸ ὄσσος) durch Apokope oder Synkope entstehen; Eust. l. d. führt den Dat. ὄσσει (wie βέλει) als belegt an.

β) der kontrahierten zweiten und der dritten Dekl.:

Οἰδίπους, G. Οἰδίποδος u. Οἰδίπου oft b. d. Trag.; dazu Il. ψ, 679. Od. λ, 271. Hes. Op. 163 Οἰδιπόδαο u. kontr. Οἰδιπόδᾶ Pind. P. 4, 263, u. im Chore Aesch. S. 725, 886, 1055. S. OR. 495 u. Ant. 380. Eur. Ph. 813. Οἰδιπόδεω neuion. Her. 4, 149, wie von d. Nom. Οἰδιπόδης; D. Οἰδίπῳ u. Οἰδίποδι, dies auch kykl. Thebais Athen. 11, 465, f, wo indes richtig G. Hermann Οἰδιπόδῃ, da die letzte Silbe lang ist; Οἰδίποδι auch Aristot. Rhet. 3, c. 16 p. 1417, b, 18. Poet. c. 11 p. 1452, a, 25. 33. c. 15 p. 1454, b, 8. c. 16 p. 1455, b, 18; A. Οἰδίπουν Aesch. Sept. 775. S. OR. 514 u. s. Her. 5, 60; (Οἰδιπόδαν Aesch. S. 752 im Ch., Soph. OC. 222 an e. lyr. Stelle, Eur. Ph. 804 im Ch.); V. Οἰδίπους oft b. Soph., Οἰδίπου (Οἰδίπους korrigiert Elmsley) nur OR. 405. OC. 557. 1346. Eur. Ph. 1425; die Form des Vok. Οἰδίπους gehört zu d. Flexion οδος, die des V. auf ου zu d. Flexion auf ου, s. Choerob. Hdn. II, 672; [Οἰδιπόδᾶ im Ch. S. OR. 1195. Eur. Suppl. 835;]22) Pl. G. Ar. Eccl. 1042 Οἰδιπόδων, A. Οἰδίποδας Pl. Leg. 8. 838, c. Der Nom. Οἰδίπος kommt erst in d. Anthol. 7. 429, 8 vor. Aber Μελάμπους hat Od. ο, 225 Μελάμποδος, Herod. 2, 49. 9, 34 Μελάμποδα; Nom. Dor. verkürzt Μέλαμπος Pind. P. 4, 126.

Anmerk. 5. In nachklassischer Zeit findet sich auch von πλοῦς, ῥοῦς, νοῦς die Flexion nach der III. Dekl., als: τοῦ πλοός, τῷ πλοΐ, οἱ πλόες; τοῦ ῥοός, τῷ ῥοι<*>; im N. T. und bei Kirchenv. τοῦ νοός, τῷ νοΐ, τὸν νόα, νόες, νόας;23doch von den Kompos. εὔνους kommt der Pl. οἱ εὔνους schon um 300 v. Chr. auf att. Inschr. (Meisterhans 11724 vor; so auch [Lys.] 8, 19, Philem. fr. 122 Mein. (222 K.), vgl. Hdn. II, 704. Ähnlich auch Eur. Iph. T. 399 δονακόχλοα Εὐρώταν im Ch. v. δονακόχλοος, ον; dor. Inschr. D.-I. 1658 δυωδεκάπλουν und δυωδεκάπλοας.

γ) in der attischen zweiten und der dritten Dekl.:

γέλως, , Lachen, vgl. γελά-ω (also eig. γέλα-ος?), γέλωτος, γέλωτι, γέλωτα, γέλως, so in der gewöhnlichen Sprache; bei Hom.: N. γέλως Od. θ, 326. 343 f., Il. α, 599 (hier γέλος nach Bentl. Bk^{2}.), D. γέλῳ Od. ς, 100, A. γέλων (schw. Var. -ω) Od. s, 350, γέλω Apoll. Arg. 4, 1723, s. Rzach z. Ap. Rh. 92, Od. υ, 8 schwankt die Lesart zwischen γέλω τε, γέλων τε, γέλωτα, 346 zwischen γέλον, γέλω, γέλων, γέλωτ̓ [Bekk. überall γέλον, vgl. ἔρος, Hinrichs, Hom. eloc. vest. Aeol. p. 98 sqq., Cauer, Od. I, XXXIV; γέλος wird als äolisch bezeichnet].25) Bei den att. Dichtern steht γέλων und γέλωτα, ersteres z. B. Aesch. Ch. 738. S. Ant. 647. Ai. 303. Eur. Med. 383. Ar. Ran. 45;26) (τὸν κατάγελων Ar. Ach. 76. κατάγελων Eq. 319. Akk. Pl. φιλόγελως Theophr. ap. Athen. 6. 261, d, aber φιλογέλωτας Plat. Civ. 3. 388 e;) bei Herodot geht γέλως nur nach der III. Dkl.27) (Den Gen. τοῦ γέλω erwähnt als attisch Hdn. II, 496. 714, gibt aber einen Beleg nur für den Akkusativ. Die Flexion γέλως -τος -τι γέλων ist wie ἔρις -δος -δι ἔριν.)

ἔρως, ο, Liebe, vgl. ἔρα-μαι, ἐρά-ω (also eig. ἔρα-ος?), ἔρωτ-ος u. s. w., Akk. ἔρων b. spät. Dicht. (s. Jacobs ad Anth. Pal. T. III. p. 459 sq.); Hom. ἔρος, ἔρῳ, ἔρον, vgl. γέλως, (ἔρως nur Il. γ, 442 u. ξ, 294 [hier ἔρος cod. E], Bekk. mit Eustath. richtig ἔρος; die Flexion nach der III. Dkl. erst h. Merc. 449), Hesiod. Ε῎ρος u. ἔρος Th. 120. 201. 910, so auch Ibyc. fr. 1, 5; 2, 1. Sapph. fr. 40. 42. Theokr. 29, 22. Soph. El. 198 im Ch. (sonst ἔρως, ωτος, wie auch immer bei Aesch. u. Pind.), häufiger b. Eurip., auch ausserhalb des Chores.28)

Über ἥρως, πάτρως, μήτρως, Μίνως s. § 129.

1 S. Lobeck, Paral. p. 35.

2 S. Ahrens, Dial. II, p. 243.

3 S. Bredov. Dial. Her., p. 271.

4 S. Dind. Steph. Thes. 7, p. 198 f.; Lobeck, Paralip., p. 81.

5 S. Ahrens, Beitr. 95 ff.

6 S. d. Lexica und Lobeck ad Soph. Ai. 786.

7 S. Lobeck ad Soph. Ai. 222 (p. 136^{2} f.).

8 S. Lobeck ad Phryn., p. 201 und die Lexica.

9 S. Muetzell de emend. Theog. Hes., p. 207.

10 S. Kühner ad Xen. An. 1. 4, 2. ad Comment. 3. 8, 1.

11 S. Poppo ad 3, 107.

12 Kaibel, Herm. XVII, 416, der indes das Aufkommen der Endung ην zu tief herabrückt.

13 S. Lobeck ad Phryn. p. 157.

14 S. Poppo ad Xen. Cyr. praef. p. 35 sq.; Bornemann ad Xen. Cyr. 1. 3, 9, p. 37 sq. ed. Lips.; Bredov. dial. Hdt. p. 231 sq.; Stein, Herod. LVII.

15 S. Ahrens, Dial. I, p. 206 und 121 sq.; Meister, Dial. I, 94 f. 156. 269.

16 S. Spitzner ad Il. ξ, 485; Ludwich, Arist. I, 428. Vgl. noch Ebeling, Lex. Hom.; W. Schulze, Qu. hom. 21 und K. Z. XXIX, 255 Anm.

17 S. Bredov. p. 258, der die ep. Formen verwirft.

18 S. Schneider ad Pl. Civ. 3. 390, c; Schanz, Leg. Praef. IX.

19 S. Bredov. p. 223 sqq.

20 Vgl. Ael. Dionys. Eust. 1390 ( σκ. att.). Pausan. das. 953 (τὰ σκότη i. d. Malerei). Eust. p. 73; Poppo ad Thuc. T. I, p. 225; Kühner ad Xen. Comment. 4. 3, 7; Stallbaum ad Plat. Civ. 7. 518, a. 8. 548, a.; Schneider ad Pl. Civ. T. III, p. 22.

21 Vgl. Pierson ad Moer. p. 369.

22 Vgl. Ellendt, Lex. Soph., und Valcken. ad Eur. Ph. 818.

23 S. Lobeck ad Phryn. p. 453 sq.; Paralip. p. 173 und Passow, Lex.

24 S. Ahrens, dial. I, p. 120 sq. (Btr. 135 ff.); Meister, Dial. I, 158.

25 S. Ahrens, dial. I, p. 120 sq. (Btr. 135 ff.); Meister, Dial. I, 158.

26 S. Ellendt, Lex. Soph.; Pierson ad Moer. p. 108.

27 S. Bredov. dial. Her. p. 250.

28 S. Valcken. ad Eur. Hippol. 449 und Passow, Lex.

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