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140. III. Metaplasta.

Den Metaplasmus beschränkt Kühner auf die Fälle, wo aus den obliquen Kasus eines Substantivs III. Deklination durch Umformung ein Substantiv I. oder II. Dekl. hervorgegangen sei, als φύλακος aus τοῦ φύλακος von φύλαξ, μάρτυρος aus τοῦ μάρτυρος (Apollonios b. Hdn. I, 196). Es sind allerdings diese Wörter alsbald auch Abundantia (§ 138), so wie beide Flexionen durchgeführt auftreten; sind dagegen von der Bildung nach der einen Dekl. nur einzelne Kasus und nam. kein Nominativ vorhanden, so ist man berechtigt, aus diesen Wörtern eine besondere Kategorie zu machen. In dem weiteren Sinne, in welchem auch die Alten das Wort Metaplasmus anwenden, umfasst es alle von § 138 ab behandelten Erscheinungen.

Zum Metaplasmus in dem bezeichneten engeren Sinne gehören manche Erscheinungen, die wir bereits bei der Darstellung der regelmässigen Deklinationen behandelt haben: so der dorische Dat. Pluralis auf -οις von den Wörtern der III. Deklination (s. § 118, 9). Hier beschränken wir uns auf die vereinzelten Fälle. Die in Majuskeln gedruckten Nominative sind nicht wirkliche, sondern nur für die Erklärung supponierte Formen, s. schon Herodian II, 936: γὰρ ἀναλογία ὡς ἀπὸ τοιούτων εὐθειῶν τὰς κλίσεις λαμβάνει, οὐκ οὐσῶν μέντοι ἐν χρήσει Ἑλλήνων.

ἌΙΣ, Hades, Gen. Ἀϊδος Hom., Hes., Aesch. Pr. 433. Soph. O. C. 1221, Dat. Ἀϊδι Hom., und Ἀΐδας dor., Ἀΐδης v. Hom. an poet., G. Ἀΐδαο Hom., Hes. Op. 153, Ἀΐδεω Od. κ, 512, Hes. th. 311. 768, dor. Ἀΐδα Pind. Ol. 1.1, 96, Dat. Ἀΐδᾳ Aesch. Sept. 322 ch., Ἀΐδῃ, A. Ἀΐδαν Pind. P. 5, 96. I. 5, 13, Ἀΐδην Hom. Hes.; gewöhnl. Ἅιδης, ου, , ην. Die Tragiker gebrauchen an den lyr. Stellen gew. Ἅιδας, zuw. auch dreisilbig Ἀΐδας, A. Suppl. 791. Sept. 322 (oben); aber für Ἀΐδου Pr. 152 (Anap.) ist mit Recht Ἅιδου korrigiert. — Verlängerte Form Ἀϊδωνεύς, Hom. u. s. w., auch Aesch. Pers. 650. S. OC. 1560 (wo Αἰδωνεῦ dreisilbig Hermann); dafür Ἀϊδονεύς -ῆος Euphorion fr. 50 n. Meineke (a. LA. Αἰδωνῆος); Ἀΐδωνι Hesych. (Ahrens, D. I, p. 284).

ἈΛΞ, , Stärke, D. ἀλκ-ί Il. ε, 299 u. s.; äol. nach Aristarch Hdn. II, 51: ἔθος τοῖς Αἰολεῦσίν ἐστι λέγειν τὴν ἰωκὴν ἰῶκα καὶ τὴν κρόκην κρόκα καὶ τὴν ἀλκὴν ἄλκα; gewöhnl. ἀλκή, das auch Homer schon gebraucht, auch im Dat. ἀλκῇ Od. ω, 509.

Ἀνδραπόδεσσι Hom. Il. η, 475, Aristarch ἀνδραπόδοισι, doch wurde der Vers von ihm wie schon von Zenodot und Aristophanes athetiert; das Wort sonst erst bei den Jüngeren, in der Form ἀνδράποδον, ου. Wenn Brugmann (Gramm. 140^{2}) mit Recht τὰ ἀνδράποδα als im Gegensatz zu τετράποδα gebildet auffasst, so stellt die Hom. Form das Ursprüngliche dar.

Διθύραμβα Pindar (fr. 86 Bgk.) für διθύραμβον von διθύραμβος, Choerob. Hdn. II, 626 f.

ἸΚΤΙΣ, , der Weihe, Akk. ἴκτιν-α Ar. fr. 525 D. u. Plat. com. (fr. 243 K.) im Et. M. 470, 35, Pl. ἴκτινες Paus. u. Aelian., ἴκτισι (Ctes. b. Phot. bibl. p. 46, b, 18); gewöhnlich ἴκτινος (ἰκτῖνος), ου u. s. w. Über die Betonung s. Lobeck, Paral. p. 170 sq. u. Ellendt, Lex. Soph.

ἸΩΞ, , Schlachtgetümmel, A. ἰῶκ-α Il. λ, 601; gewöhnl. ἰωκή, wovon Il. e, 740 ἰωκή u. 521 Akk. Pl. ἰωκάς vorkommt. S. oben zu ἀλκί.

Κλαγγί Ibyk. fr. 55, wie von ΚΛΑΓΞ; gewöhnl. κλαγγή, Getön.

ΚΛΑΣ, , Zweig, D. κλαδ-ί Skol. b. Athen. 15, 695, b (Bergk Lyr. III^{4}, 646 f.), und darnach Ar. Lys. 632; auch Aelian. h. a. 4, 38. 11, 14, A. κλάδ-α e. Dicht. b. Hdn. I, 523. II, 7 (Adesp. 122 Bgk.); D. Pl. wie von τὸ κλάδος κλάδ-εσι Ar. Av. 239 (vgl. σπλήνεσι v. l. -οισι Hippokr. III, 432. 450. 452. 496 von σπλήν), κλαδέεσσι Nicand. bei Athen. 15, 683, c. A. κλάδ-ας ib. 684, b.; gewöhnlich κλάδος, ου u. s. w.

ΚΡΟΞ, , Einschlagefaden, A. κρόκ-α Hes. op. 538, κρόκ-ες Antipater in Anth. P. 6. 335, 5; gewöhnl. κρόκη. Jenes äolisch nach Aristarch, s. oben zu ἀλκί.

Λᾶας, , Stein, b. Homer: N. λᾶας Il. δ, 521. Od. λ, 598, A. λᾶαν Il. β, 319 u. s., dann von λᾶς: G. λᾶος μ, 462 u. s., D. λᾶϊ π, 739, G. Pl. λά̂ων μ, 29, D. λά̂εσσι γ, 80 u. s., Du. λᾶε ψ, 329; bei späteren Dichtern A. λᾶα u. D. Pl. λά̂εσι; daneben G. λάου S. OC. 196 und dor. λάω auf den Gortyn. Tafeln (10, 36. 11, 12). Der angebl. Ortsn. Λᾶς (St. in Lakonien) bildet τῆς Λᾶς, τῇ Λᾷ (Thuc. 8.91, 2. 92, 3), Akk. Λα?́ᾶν bei Hom. Il. 2, 585; τὴν Λᾶν Strabo p. 364; daher ist als Nomin. vielmehr Λᾶ zu setzen, Hdn. II, 404 f. ( Λᾶς Pausan. 3, 24, unter Vermischung mit dem Namen des eponymen Heroen).

ΜΕΛΕΔΩΝ, , Sorge, A. Pl. μελεδῶν-ας h. Apoll. 532. Hes. op. 66 (ubi v. Goettl.), e. Dicht. b. Athen 2. 35, c, G. μελεδών-ων h. Mere. 447; erst b. Späten (Gregor. Nazianz.) auch μελεδῶνι, μελεδῶσι u. s. w.1); häufiger μελεδώνη (Hippokr.), schon Od. t, 517 μελεδῶναι (Bekk. μελεδῶνες), wonach Nauck (Mél. V, 143) auch bei Hesiod u. s. w. μελεδώνας verlangt. Μεληδόνες Simonid. fr. 39.

ΜΟΣΣΥΣ (Herodian μόσυν, Fremdwort), , ein hölzerner Turm, D. ἐν τῷ μόσσυν-ι Xen. An. 5. 4, 26, gleich darauf aber σὺν τοῖς μοσσύνοις, wegen der Schwierigkeit der Dativbildung nach der III. Dekl.; μόσσῦνι Apoll. Rh. 2, 1026. μόσσῦνας 1017, μόσσῦνα Lycophron 1432.2)

ΟΙΞ, Haus, daher οἴκα-δε, domum, von Homer an poet. u. pros.; gewöhnl. οἶκος, ου; neben οἴκα-δε οἶκόνδε bei Hom. u. Hes.

Πρινὸς ἄνθει Simon. fr. 54, wie v. ΠΡΙΣ; gew. πρῖνος, Steineiche.

ΠΤΥΞ, , Falte, πτύχ-ες, Hom. und andere Epik., A. πτύχ-α, Eur. Suppl. 979, πτύχ-ας öfters; gewöhnl. πτυχή.

ΣΤΙΞ, η, Reihe, b. Hom. G. στι^χός, Pl. στίχες (auch Hes. Sc. 170), A. στίχας; bei spät. Dicht. auch A. S. στίχα; στίχος, ου u. s. w.

Ὑσμῖνι Il. b, 863. θ, 56, im Kampfe, wie von ΥΣΜΙΣ; sonst η<*> ὑσμίνη Hom., Kampf. Vgl. δαΐ § 141, 2.

ΦΥΞ, , Flucht, daher φύγα-δε, zur Flucht, b. Homer; gewöhnlich φυγ-ή, fuga.

Anmerk. Metaplasmen, welche ein vollständiges neues Wort hervorgebracht haben, s. oben unter § 138 S. 506, als κοινωνός nb. κοινών (Nom. unbelegt), μάρτυρος nb. μάρτυς, φύλακος nb. φύλαξ. Die alten Grammatiker3) bezeichnen φύλακος, μάρτυρος als äolisch; desgl. ἄγωνος (Alc. 120) für ἀγών. Über ἀλάστορος nb. ἀλάστωρ s. Hdn. I, 199 (πρευμενὴς ἀλάστορος Aeschyl. [fr. 90], nach Nauck aus πρευμενῶς ἀλάστορον entstellt, was man Eumen. 296 las, wo jetzt ἀλάστορα; ferner Ζεὺς ἀλάστορος Pherekyd.); in Bk. An. 382, 30 wird der Akk. μέγαν ἀλάστορον aus Aeschyl. angeführt; Soph. Antig. 974 ἀλαστόροισιν ὀμμάτων κύκλοις. Ferner: τρίβακος st. τρίβαξ, ἱέρακος st. ἱέραξ Et. M. 765, 48 und 54. κήρυκος st. κῆρυξ 775, 26. Ἄνακοι, οἱ Διόσκουροι παρὰ Ἀττικοῖς 96, 33 st. ἄνακ-ες, ἄνακ-τ-ες, Ἀνακοί G. Du. Ἀνακοῖν Ael. Dionys. und Pausan. b. Eustath. 1425, 59. Mehrformige Eigennamen von Orten sind Ἑρμιών (Form d. Inschr. Prellwitz z. D. I. 3046) Ἑρμιόνη (Il. β, 506); Δωδών (in cas. obl.), Δωδώνη (S. 505; Δωδώ Simmias bei Strab. 8, 364); epichorischer Name war Βωδών, Βωδώνα, Meister, Dial. I, 301.

1 S. Lobeck, Paral. p. 146.

2 S. Passow, Lex.

3 S. die Erklärer des Greg. Cor. p. 591 sqq.; Ahrens, dial. I, p. 120; Meister, Dial. I, 157 f.

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