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146. Unregelmässige Adjektive zweier Endungen.

sanft viel.
S. N. πρᾶος (πρᾷος πρᾶεῖα πρᾶον πολύς πολλή πολύ
G. πράου πραείᾶς πράου πολλοῦ πολλῆς πολλοῦ
D. πράῳ πραείᾳ πράῳ πολλῷ πολλῇ πολλῷ
A. πρᾶον πραεῖαν πρᾶον πολύν πολλήν πολύ
Pl. N. πρᾶοι, πραεῖς πραεῖαι πραέα πολλοί πολλαί πολλά
G. πράων, πραέων (X. An. 1, 4, 9) πραειῶν πραέων πολλῶν πολλῶν πολλῶν
D. πραέσιν πραείαις πραέσιν πολλοῖς πολλαῖς πολλοῖς
A. πράους (Plat. Rep. II, 375, c) πραείᾶς πραέα πολλούς πολλάς πολλά
D. πράω πραείᾶ πράω
πράοιν πραείαιν πράοιν.

gross
S. N. μέγα^ς μεγα?́λη μέγα^ Pl. μεγάλοι μεγάλαι μεγάλα
G. μεγάλου μεγάλης μεγάλου μεγάλων μεγάλων μεγάλων
D. μεγάλῳ μεγάλῃ μεγάλῳ u. s. w.
A. μέγαν μεγάλην μέγα

Der Deklination von πρᾶος liegen zwei Stämme zu Grunde: πραο (πρᾳο) u. πραϋ (vgl. γλυκυ), ion. πρηϋ. Bei Homer (Hesiod) kommt es noch nicht vor, später dagegen wurde es in der Dichtersprache und in der Prosa allgemein gebräuchlich. Von dem St. πραϋ werden im Attischen das Fem. und der ganze Plural hergeleitet, doch finden sich im Mask. (N.) des letzteren Nebenformen nach der andern Bildung, als πράους Plat. Rep. 2, 375, c. Das Adverb lautet πράως, Plat. Kriton 43, b. Dem. 18.265 u. oft (πράως Ἀττικοί, οὐ πραέως Phot.; vgl. über πραέως Lobeck, Phryn. 403); der Kompar. und Superl. att. πραότερος, Plat. Tim. 85, a u. s., b. Herodot jedoch πρηΰτερος, 2, 181, u. so nachklass. Polyb. 32, 10, 4 πραΰτερος, vgl. § 153, Anm. 2. Die Ableitungen und Zusammensetzungen schwanken zwischen beiden Formen: πραΰνω, πρευμενής d. i. πρηυμενής (Ionismus, dennoch b. d. Tragikern) u. s. w.; πραότης, πραόνως u. s. w. Im Positiv des Adj. begegnen folgende Abweichungen von dem gegebenen Schema: πραΰς Pind. P. 3, 71, πρηΰ h. Mart. 10, πραΰ Pind. O. 1.3, 82; D. πρηεῖ Anth. 6, 229, 4; A. πραΰν Pind. P. 4, 136; Pl. A. πραεῖς Polyb. 18, 37 [20], 7; ferner: πρᾷος Plut. mor. p. 168, d st. πραεῖα; Pl. πρᾶα Aristot. h. an. 1. 1, 15 p. 488, b, 13 u. 22 (v. l. πραέα). ΠΡΑΙΑΙΣ, d. i. πρᾴαις od. πραΐαις = πραείαις (letzteres Riemann) auf einer spät. Inschr., C. I. Gr. 1598; s. v. Bamberg f. Gymn.-W. 1886, Jahresb. 13. — Πρᾶος und alle davon abgeleiteten Formen und Wörter, wie πράως, πραότης werden n. den Grammatikern (Etym. Gud. 478, 32; Lentz, Herod. II, 573) mit dem ι adscr. geschrieben; dagegen bieten die att. Inschriften den Eigenn. Πρᾶος ohne ι (Meisterhans S. 50^{2}). Wenn die Weiterbildung mit -ιος erfolgt ist, so ist das ι berechtigt, und sein Fehlen auf der att. Inschr. nach Analogie von λῶον st. λῶιον, Ἀθηνάα st. -αία zu erklären (vgl. oben § 43 Anm.); ist dagegen von πραυ πραϝ weiter gebildet, wie bei πολύς πολυο πολϝο πολλο, so ist das ι falsch. Vgl. Buttmann, Gr. I, 255, der für πρᾷος das beachtenswerte Moment anführt, dass doch das ι bei πραΰς u. s. w. nie gefunden wird; also scheine bei πρᾶος echte Überlieferung vorzuliegen. Schanz, Plat. Leg. Praef. VI.

Auch der Deklination von πολύς liegen zwei Stämme zu Grunde: πολυ u. πολλο; der Stamm πολλο ist wohl durch Angleichung aus πολϝο entstanden; in den ep. Formen πουλύ-ς, πουλύ, d. Eigenn. Πουλυδάμας, Πουλυάναξ, Πουλύων (letztere auf Inschr., G. Meyer Gr. 92^{2}) ist die Dehnung sehr unklaren Ursprungs.1) Ausser den obigen, im gewöhnlichen Gebrauche vorkommenden Formen sind noch folgende aus den Mundarten und der Dichtersprache anzuführen:

a) In der epischen Sprache finden sich beide Stämme ganz durchflektiert:

S. N. πολλός πολλή πολλόν; πολύς m. πολύ n.
πουλύς Od. q, 109; πουλύ Od. τ, 387.2
G. πολλῆς πολέος
D. πολλῷ πολλῇ
A. πολλόν πολλήν πολλόν; πολύν
πουλύν (auch als fem. § 127, A. 2).
P. N. πολλοί πολλαί πολλά πολέες, πολεῖς Il. λ, 708.
G. πολλῶν πολλάων Il. β, 117., 24. πολλῶν πολέων
πολλέων
D. πολλοῖσιν πολλῇσιν πολέσιν), πολέσσιν), πολέσς᾿, πολέεσσιν), πολέεσς᾿
A. πολλούς πολλάς πολλά πολέας [πολεῖς3)]

b) Die neuion. Mundart flektiert πολλός, πολλή, πολλόν regelmässig durch; nur selten gebraucht Herodot die andere Form πολύς, wie πολὺν τὸν οἶνον 2. 121, 4. πολὺν χρόνον 3, 57. ἀργύριον πολύ 6, 72, besonders das adverbiale πολύ, wie 3, 38. 7, 46. 160.4) Die ep. Formen πουλύς, πουλύ sind bei Herod. nirgends kritisch begründet; bei Hippokr. finden sich neben πολλός und dem verdächtigen πουλύς5) (dies z. B. VI, 358, aber cod. θ πολύς) auch die Formen: πουλλῆς, πουλλήν u. s. w., die aber ohne Zweifel unecht und mit πολλῆς u. s. w. zu vertauschen sind (vgl. Littré I, 495).

c) Auch Pindar gebraucht πολλός u. πολύς, πολλόν u. πολύ, G. Pl. πολλᾶν P. 2, 58. 12, 25, masc. πολλῶν, D. πολέσιν O. 13, 43 u. πολλοῖσιν, πολλοῖς, A. πολεῖς P. 4, 56. Ahnlich Theokrit.

d) Bei den attischen Dichtern finden sich zuweilen ep. Formen, als: πολέα neutr. pl., das aber in der ep. Sprache nicht vorkommt, Aesch. Ag. 723 im Ch., πολέων Soph. fr. 230 Dind., Eur. Hel. 1332 im Ch., πολέσιν Eur. Iph. T. 1264; πολλὸν ἐχθίων S. Ant. 86. πολλὸν . . ἔλαιον Tr. 1196.

Anmerk. Auch für ἥμισυς findet sich dialektisch eine Form nach der zweiten Deklination: τὸ ἥμισσον Inschr. Epidaur. Dial.-I. 3325, Z. 15 u. s. f., Dat. ἡμίσσοι Arkad. das. 1222, 25 (aber ἥμισυ in der älteren Inschr. Bull. de corr. hell. 1889, 281); ἥμισσον Neutr. auch Kalchedon das. 3052 = Dittenb. Syll. 369; Delph. Dittenb. 462 (ἥμισον Phok. das. 445, und oft sonst in den phok. Dial.- Inschr., mit einfachem ς); Pl. ἥμισσα Kret. Mus. Ital. III, 601 ff. Z. 7 ff. Vgl. Bechtel, Phil. Anz. 1886, 15 f.

Auch der Deklination von μέγας liegen zwei Stämme zu Grunde: μεγα und μεγαλο. Von dem letzteren bildet Aesch. Sept. 822 den Vok. μεγάλε. Der Vok. μέγα scheint nicht gebräuchlich gewesen zu sein, vgl. μέγας αἰθήρ, Ζεῦ S. OC. 1471.(Smyth 288)

1 Vgl. Curtius, Et.^{5} S. 682; G. Meyer, Gr. S. 92^{2}.

2 Vgl. über die Formen mit ου bei Homer Herzog, Bildungsgesch. d. griech. und lat. Spr., S. 137.

3 Die kontrahierte Form πολεῖς ist sehr zweifelhaft, da der Akk. Pl. auf εας sonst offen bleibt und, wo das Metrum statt der zwei Kürzen eine Länge verlangt, durch Synizese einsilbig gesprochen wird (§ 52, 2). Daher liest man in den meisten neueren Ausgaben nach Aristarchs Vorgange überall πολέας st. πολεῖς. Vgl. Il. α, 559 (ubi v. Spitzn.), b, 4. n, 734. o, 66. u, 313. φ, 59. 131. Od. g, 262. δ, 170; La Roche, Hom. Textkr. 342 f. Christ jedoch hat den als Lesart Zenodots angegebenen, als solche indes vielfach bezweifelten Akk. πολῦς aufgenommen (Schol. Il. β, 4; Christ Il. 143 f.), und daher sogar, um noch mehr Synizesen loszuwerden, statt πελέκεας von πέλεκυς πελέκυς geschrieben.

4 Bredov. dial. Her. p. 36 ändert überall, auch gegen die Hdsch., die Formen von πολύς in die von πολλός; ebenso Dindorf, Stein.

5 S. darüber Lindemann de dial. Ion. rec. p. 12 ff., der die Formen mit ου durchaus verwirft.

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