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25. b) Lange Vokale und Diphthonge.

Wechsel der zwei langen Vokale: α_ und η und Bemerkungen über das kurze α. Die langen Vokale η und ω stehen mit α_ in engster Verbindung, s. § 9, 3.

Der Gebrauch des η statt des langen α ist eine ganz besondere Eigentümlichkeit der ionischen Mundart, und hierin zumeist scheidet sich diese von der dorischen sowie den äolischen und pseudäolischen, welche das α_ rein bewahrt haben. Dazwischen steht die attische, welche im Gebrauche des α_ und η eine schöne Mitte hält, indem sie durch Abwechslung dieser beiden langen Vokale die Eintönigkeit sowohl des sich so oft häufenden langen α als des η vermeidet. Man vergleiche das attische ἡμέρᾶ mit dem dorischen ἁμέρα und dem ionischen ἡμέρη: jenes hat etwas breites, wie die Alten selber fanden,1) dieses ist allzu dünn.

Aber der Gebrauch des α_ erstreckt sich bei Doriern und Aeoliern nicht so weit, wie der des η bei den Ioniern; denn |während dieses sowohl aus einem ursprünglichen α^ als auch aus ε hervorgeht, beschränkt sich das äolische und dorische α_ auf die Fälle, in welchen ein α^ zu Grunde liegt; wo aber ein ε zu Grunde liegt, gebrauchen die asiatischen Aeolier (Lesbier), die Arkadier und die Dorier ebenso wie die Ionier η, die böotischen und thessalischen Aeolier ει,2) z. B. äol. u. dor. λά̂θᾶ, [root ] λαθ, vgl. λαθ-εῖν, ion. u. att. λήθη; aber: lesb., arkad. u. dor. μάτηρ (Stamm ματερ- in ματέρες), ionisch att. μήτηρ, böot. thessal. μάτειρ. Die elische Mundart indes gebraucht das α_ auch in solchen Fällen, wo die Dorier, Arkadier und Lesbier η, die Böotier und Thessalier ει haben, als: μά = μή, ϝράτρα st. ϝρήτρα ῥήτρα, εἴα = εἴη, πατάρ = πατήρ; als Kürze entspricht zum Teil α^, als in den obliquen Kasus der Wörter auf ήρ3) und im Optativ (συνέα^ν, s. § 24, 1), doch geht der Gebrauch des α_ anscheinend weiter als der des α^, und lässt nicht viele η übrig.4) Hervorzuheben ist noch, dass auf einigen Inseln des ägäischen Meeres (nam. Keos und Naxos) das speziell ionische ē und das (mit Ausnahme der Eleer) gemeingriechische in der Aussprache und darnach auch in der Schrift unterschieden wurden: nur jenes war è (offenes ē) und wurde mit Η geschrieben, während dieses é (geschlossen) war und durch Ε mitbezeichnet wurde: also ΜΗΤΕΡ dor. μάτηρ spr. mètér.5) In diesen Dialekten also fällt gemeingriechisches η mit der Dehnung von ε (ion. att. ει) zusammen, indem dies (unechte) ει von Haus eben ē´ ist, und sie berühren sich eng mit dem Böotischen und Thessalischen, deren ει urspr. auch mit blossem Ε bezeichnet wird; dagegen in den übrigen ionischen Mundarten und im Attischen ist gemeingriech. ē wie ionisches ē ununterschieden è gewesen, und ει (Εblieb für sich.

Das äol.-dorische α_ und das ionische η findet sich a) in Stämmen, als: ἆδυς lesb., ἁδύς, ἅδομαι dor., ἡδύς, ἡδονή ion. und att., [root ] ἁδ-, vgl. ἁδ-εῖν; ἁγεῖσθαι dor., ἡγεῖσθαι ion. u. att., ἄγ-ω, daher στρατᾶγός dor., στρατηγός ion. und att.; μᾶκος dor., μῆκος ion. und att., [root ] μα^κ, vgl. μα^κ-ρός; στάλα dor., στήλη ion. und att., [root ] στα, vgl. ἱ-στά-ναι; θνατός dor., θνητός ion. u. att., [root ] θαν, vgl. θαν-εῖν; χάν dor. Epidaur. D.-I. 3340, Z. 134, χήν ion. u. att.; — b) in Flexions- und Ableitungsformen, wie in der I. Dekl. und allen davon abgeleiteten Wörtern und Wortformen, als: νίκα, ᾶς, , ᾶν, νικαφόρος, ἐνίκασα, νικασῶ u. s. w. dor., = νίκη, ης, , ην, νικηφόρος, ἐνίκησα, νικήσω u. s. w. ion. u. att., Μοῦσα, ᾶς, dor., ης, ion. u. att.; Ἀτρείδας, δᾳ, δαν dor., Ἀτρείδης, , ην ion. u. att.; Ableitungen γάϊος von γᾶ, γῆ, ἀλκάεις von ἀλκά, ἀλκή, σιγαλός von σιγά, σιγή, ὀδυνᾶρός von ὀδύνα, ὀδύνη; so auch die Adv. auf u. ᾶν dor., u. ην ion. u. att., als: πᾷ, παντᾷ, ἁσυχᾷ, κρυφᾷ, κρύβδαν; πῇ, πάντῃ, ἡσυχῇ, κρυφῇ, κρύβδην; in Verbalendungen, als: ἐρρύαν dor., ἐρρύην ion. u. att., namentlich in denen auf μᾶν, τᾶν, σθᾶν dor., μην, την, σθην ion. u. att., als: συνεθέμαν συνεθέμην, ἠχθόμαν ἠχθόμην, ὀλοίμαν ὀλοίμην, ἐποιησάταν ἐποιησάτην, ἐκτησάσθαν ἐκτησάσθην, ὀλοίσθαν ὀλοίσθην; in der Tempusbildung der V. liquida, als: ἔσᾶναν, ἐκύδᾶνεν, ἔφᾶνας, ἔσφᾶλε Pind.; im Augmente von Verben, die mit α anlauten, als: ἀρχόμαν (zu ἄρχομαι), ἆγον, ἄγγειλα, desgleichen bei Diphthongen, als: αὔξησα, αὔδασα (wohl mit Verkürzung des α_ im Diphth.) dor., ἠρχόμην, ἦγον, ἤγγειλα, ηὔξησα, ηὔδησα ion. u. att.; ferner in Bildungssilben, als: in der Endung τᾶς, G. τατος (Lat. tās, G. tātis), ion. u. att. της, G. τητος, der Substantiva abstracta, als: ταχυτάς, G. ταχυτᾶτος, ταχυτής, G. ταχυτῆτος, νεότας, νεότης; in der Endung ᾶξ, G. ᾶκος, ion. ηξ, G. ηκος, att. nach ρ ᾶξ, ᾶκος, der Subst., als: μύρμηξ ion. att., μύρμᾶξ dor., θώρᾶξ, ᾶκος, dor. u. att., θώρηξ, ηκος, ion.; in der Endung ᾶν, G. ᾶνος, ion. u. att. ην, G. ηνος, der Volksnamen, als: Ἕλλᾶν, ᾶνος, Ἕλλην, ηνος, aber nach ι auch att. α, als: Αἰνιάν, ion. Αἰνιήν; fast immer in der Endung ᾶνᾶ, ion. ηνη, der Subst., als: Ἀθάνα, Ἀθήνη, Ἀθᾶναι, Ἀθῆναι, Μεσσάνα, Μεσσήνη; in dem ersten Teile der Komposita, in denen dor. α_ statt des gewöhnlichen ο steht, als: πολεμᾶδόκος, στεφανᾶφορία st. πολεμηδ., στεφανηφ., u. dieses st. πολεμοδ., στεφανοφ.; τριταμόριον, πεμπταμόριον (Archimed.); so auch im Att. βιβλιαγράφος; im 2. Teile bei der Dehnung des α^, als εὐά̂νεμος εὐήνεμος, φιλά̂νωρ φιλήνωρ von ἀνήρ.

Hingegen stimmen der Aeolismus und der Dorismus in dem Gebrauche des η (böot. thessal. dafür ει) mit dem Ionismus und Atticismus überein, wenn η aus ε hervorgegangen ist (Nr. 2), wie in dem Nom. III. Dekl. auf ης, G. εος, ηρ, G. ερος (ρος), ηρ, G. ηρος, Vok. ερ u. Fem. ειρα, ην, G. ενος, als: εὐγενής, böot. thess. εὐγενείς; πατήρ, böot. thess. πατείρ; σωτήρ (Vok. σῶτερ, Fem. σώτειρα), σωτηρία u. s. w. u. nach dieser Analogie δικαστήρ δικαστήριον u. s. w.; ποιμήν, φρήν; — ferner in γῆρας, ἦθος, ἀκήρατος, κρημνός, vgl. γέρας, ἔθος, κεράσαι, κρεμ-άσαι; θήσω, συνθήκα (συνθήνα, ἐπιθήνα), ἄρνησις, κινήσω, ἀκίνητος, γνήσιος, σκληρός, v. [root ] θε, ἀρνέ-ομαι, κινέ-ω, [root ] γεν, σκελ; in den Konjunktivendungen, als: βλάπτῃ, γίνηται, vgl. Indik. βλάπτει, γίνεται; in den Indikativ- und Optativendungen auf ην, als: ἐδικάσθην, εἴην, δηλωθείη, vgl. ἐδίκασθεν, εἶεν; in den Endungen ημαι, ήθην, ησθαι, die dem Stamme angesetzt werden, als: γενήθην (= γενηθῆναι) Inschr. Kyme, Dial.-Inschr. 311; im Augmente von Verben, die mit ε anlauten, als: ἠρχόμαν v. ἔρχομαι.

Anm. 1. Bei den Verben findet vielfach ein Schwanken zwischen der Bildung auf -άω und der auf -έω statt, und daher ist (Ahrens II, p. 147 sq.) das -ασα, -άσω bei solchen Verben zu erklären, die nach der gewöhnlichen Bildung auf -έω ausgehen, als: ἐπτοάθην Eur. Iph. A. 584, vgl. d. äol. ἐπτόασεν Sapph. 2, 6; v. ποτάομαι ἐκπεποταμένα Sapph. 68, dagegen v. ποτέομαι ποτέονται Alc. 43, πότῃ st. πότησαι Sapph. 41, ποτήμενα Theokr. 29, 30 (Ahrens I, p. 85, Meister I, 180). Besonders schwanken solche Verben, welche von einem Substantive der I. Dekl. abgeleitet sind, als: δινέω (v. δίνη) ἐδινάθην Pind. P. 1.1, 38 (v. l. -ήθην), ὠκυδινάτοις J. 4, 5 (-ήτοις Mommsen), δίνασεν Eur. H. F. 1459, φωνέω (v. φωνή) φώνασε Pind. (doch auch φωνήσαις, ἀφώνητος), ὠνέομαι (v. ὠνήὠνασεῖται Sophr. 89; aber auch πονέω (v. πόνος) ἐξεπόνασαν Sapph. 98, ἐξεπόνασεν Eur. Iph. A. 209, ποναθῇ u. πεποναμένον Pind. wie von πονάω (doch auch ἐπόνησα, ἐξεπόνησεν). Umgekehrt: κτάομαι κτήσασθαι (Pind. P. 9, 52) κτῆμα (Mytil. Dial.-Inschr. 214), κτῆσις (Kyme das. 311), böot. Κτεισίας, vgl. κτέαρ, κτέανον; χράομαι ebenso durchgängig mit η, vgl. χρέος, χρεία, aber auch Präs. ἀποχρέω Epich. 114, καταχρεῖσθαι καταχρείσθωσαν Delphi, Dittenb. Syll. 233, 37. 58, χρηείσθω Kalchedon das. 369, 7 u. s. (s. § 343); [λάω] λῶ ich will, λῆμα Pind., λῆϊς (= λῆσις, βούλησις) lakon., aber auch im Präsens statt λῶ λείω kret. u. s., s. § 343.

Anmerk. 2. Von Verben, die ihren Stamm für die Ableitung der Tempora mit Synkope oder Metathesis umwandeln, sind hier hervorzuheben: βάλλω, βλη- auch äol.-dor., also βεβλήμεναι Alcae fr. 15, 5, vgl. βλείης Epicharm. fr. 154, βέλος, arkad. δέλλω; καλέω, κλη auch äol.-dor. (vgl. κέλομαι), daher κέκλημαι, κικλήσκω Pind., κατάκλητος u. ἐκκλησία Inschr. Dagegen von δέμω, baue, findet sich bei Pindar u. d. Tragg. mehrfach δμᾶ, in θεόδματος, εὔδματος; doch mangeln nicht die Varianten mit η, s. Mommsen zu Pind. Ol. 3, 7. Ferner kommt von τέμνω (dor. τάμνω) τμᾶ, als ἐτμάθην, τμᾶμα Archimedes, wiewohl τέτμηνθ̓ Pind. J. 5 (6), 22. Τέθνᾶκα, κέκμᾶκα, δέδμακα (θαν, καμ, δαμ) bedürfen kaum der Hervorhebung.

Anmerk. 3. Das η bleibt dor. in mehreren Fällen, wo der Ursprung des Vokales nicht deutlich ist,6nämlich: a) in den Subst. auf ης, G. ητ-ος, als: Κρής (Κρήτα; daf. Κρεήτη Archiloch.), Κωρῆτες, λέβητες Epich. (λέβεις böot.), Μαγνής Pind.; b) in den Adj. auf ηρος u. ηλος, als: πονηρός, ὀκνηρός, ὑψηλός u. s. w.; vgl. indes oben 3, b); c) in den Zahlw. auf ήκοντα u. ηκοστός, als: πεντήκοντα, πεντηκοστός (πεντακοστός Archimedes), ἑβδεμήκοντα (ἑβδομείκοντα böot.); d) in den Verbalformen, die an die Wurzel η ansetzen, samt den entsprechend gebildeten Derivatis, als: γεγενημένος (St. γεν), ἐκελήσατο Epich. 48, ἐθελήσω, μέλημα Pind., σχήσω, εὐσχήμων; auffällig μεμενακός Archimedes, Heiberg, Fl. Jahrb., Suppl. XIII, 549; e) in mehreren besonderen Wörtern, als: ἀρήγω, βληχρός, βροτήσιος, δή, ἐπειδή (ἐπιδεί böot.), δῆλος (aber Δᾶλος die Insel), , ἤδη, ἥβα (εἵβα böot. thessal.; b. Theokrit u. A. ἅβα, junglesb. Inschr. ἔφαβος, vgl. Ahrens II, 151; Meister I, 64; J. Weidgen, Qua ratione Euripides in carm. mel. Doridem temperaverit [Jena 1874], p. 14), ἧμαι, ἥμερος tab. Heracl. I, 172, vgl. ἀνήμερος Eur. Hec. 1057, ΕΜΕΡΟΣ mit E = é Keos, Bechtel, Inschr. d. ion. Dial. 47, S. 49, s. oben 2) (ἅμερος Pind., Aesch. Ag. 721), ἥμισυς und ἡμι- in Kompos., als ἡμιλίτριον (Theokr. ἅμιου 29, 5; über lesb. αἴμισυς s. § 26; es wird auch b. Theokr. αἴμιου zu schr. s.; aber ἅμισυς, ἁμιόλιος auch Archimedes, Heiberg, Fl. Jahrb. Suppl. XIII, 549 f.; Ἥρα, ἥρως, ἥσσων, Θῆβαι (böot. Θειβῆος = Θειβαῖος), θῆλυς, θήρ (θησαυρός zu τίθημι), θρῆνος, κάπηλος, κηρός (Dial.-Inschr. 3325, v. 271), κρηπίς, λήγω, μή, μήδομαι, μῆλον Schaf (μεῖλον böot.; dagegen μᾶλον Apfel), μην-ός, lesb. μῆνν-ος von μής, μείς; μηρός (böot. μειρός, Meister I, 222); μῆτις, νήπιος, ξηρός, πῆμα, τηρέω (τηρεῖ Alkm. 23, col. III, 9), χῆρος u. a. Besonders hervorzuheben sind: πλη- trotz πιμπλάναι, vgl. πλείων, πλεῖστος, daher ἐνέπλησαν Sophr. 30, πλήθω, πλῆθυς, πλήθα lokr. (eleisch πλαθύω, πλᾶθος kret. Inschr., auch Kyme spät D.-I. 311), πλήρης (böot. πλειάρειν Akk. Sg. Etym. M.) u. s. w., G. Meyer 41^{2}, Meister, Dial. I, 69; πρη- trotz πιμπράναι, so lesb. ἐνέπρησε, Herakl. ἐμπρησόντι; ῥήγνυμι trotz ῥαγῆναι, daher ῥῆξαι, ἐρρηγεῖα Herakl. = ἐρρωγυῖα, lesb. ϝρῆξις, αὔρηκτος = ἀϝρ., ἄρρηκτος Herakl. Von ῥη, ϝρη kommt ῥήτωρ, ϝρήτα (kypr.), ῥήτρα (doch ϝράτρα eleisch, und auch der kret. Ζεὺς Ὀράτριος scheint hierher zu gehören, = ϝράτριος), ῥησίαρχος (Epicharm.), ἄρρητος (Alkm.) u. s. w. Ferner auf ήνα (oben 3): Μυτιλήνα die einheimische Namensform, Dial.- Inschr. 213, vgl. Meister, Dial. I, 70; εἰρήνα s. das. 69; II, 93, so Pindar nach fast einhelliger Überl., Peter, dial. Pind. 9 f.; desgl. Alkman 23, III, 23 [εἰρ]ήνας, vgl. dens. b. Prisc. I, 22 (indes ἰράνα böot. oft, auch arkad. ἰράνα). Σελήνα steht bei Archimedes, Heiberg Fl. Jahrb., Suppl. XIII, 549. Bei ἥσυχος schwankt die Überlieferung: bei Pindar ist öfters in allen Hdschr. η überliefert und wird von Hsg. wie Mommsen durchweg hergestellt (dagegen α Bergk); für η die theban. Inschr. Philol. 1889, 418 ΙΣΟΥΧΙΟΣ = Εἱσούχιος. Στῆθος steht bei äol. Dichtern und Pind. frg. 218 (239); σ]τᾶθος Dial.-Inschr. Sikyon 3163. Über Ζάν, Δάν G. Ζανός nb. Ζήν, Δήν, Δηνός s. § 130.

Über das Verhältnis der attischen Sprache zu der ionischen ist Folgendes zu bemerken: a) Statt des ionischen η gebrauchen die Attiker, wenn demselben einer der Vokale ε, ι oder ein ρ vorangeht, das lange α, als: ion.: χώρη, ης, , ην, νεηνίης, ἰητρός, θώρηξ, ηκος, κρητήρ, τρηχύνω, τρηχέως, πρήσσω, πειρήσομαι, θεήσεσθαι, θέητρον, ἀπέδρη, ἐθυμίησε, θυμίημα, Συρήκουσαι, γρηῦς, κέκρημαι, λάθρῃ, λίην, πέρην u. s. w., att. χώρᾶ, ᾶς, , ᾶν, νεανίας, θώρᾶξ, ᾶκος, κρᾶτήρ u. s. w.; so auch in den metr. Inschriften Attikas, Kirchhoff, Herm. V, 54, wo sogar ἆνορέαν f. ion. ἠνορέην; Τρᾶρας sagte Theopomp für Τρῆρας, Hdn. II, 593; in Kompos., als: Ion. διήκονος, διηκονεῖν, att. διά̂κονος; γενεηλογεῖν, att. γενεᾶλ.; sogar διᾶνεκής att. Inschr., Kom., Platon (Meisterhans 13^{2}) f. διηνεκής des Ion.; wenn ἐνεγκεῖν darin steckt, wohl att. Umformung des im Ion. gebildeten Wortes [ebenso dor. διανεκής, Byzanz D.-I. 3059; aber hellenistisch mit η, s. Bechtel z. d. Inschr.]; — b) die Abstrakta von Adj. auf ης u. ους gehen ion. aus auf είη u. οίη, altatt. auf είᾶ u. οίᾶ nach Aelius Dionys. b. Eustath. ad Od. η, p. 1579, 27, der anführt: ἀναιδεία u. προνοία aus Aristoph., ἀγνοία (so Soph. Tr. 350), εὐκλεία (so Aesch. S. 685); Buttm. I, § 34, A. 4 fügt hinzu: ὑγιεία Ar. Av. 604, ἀνοία Aesch. S. 402. Eur. Andr. 519; bei den jüngeren Attikern aber gehen sie auf εια^ und οια^ aus, als: ἀληθείη, ης, , ην ion., ἀλήθεια, ᾶς, , α^ν att., εὐνοίη ion., εὔνοια att., παλιῤῥοίη ion., παλίῤῥοια att.; — c) vereinzelt ναυᾶγός ναυᾶγεῖν ναυᾶγία ναυά̂γιον (zu ἄγνυμι) dor. att. (-ηγός att. zu ἄγω), ion. mit η ναυηγός; κά̂λη (κα?́λη Bezzenberger, Btr. VII, 66), Bruch im medizin. Sinne, ion. (u. später) κήλη, Cobet, Misc. 416; (ὀπαδός für ion. ὀπηδός wie Tragg. auch Plato); ferner ἄ̂ν st. ἐάν, ion. ἤν [ἐπά̂ν st. ἐπεάν ἐπήν nicht gut attisch, indem ausser bei Xenoph. ἐπειδα?́ν dafür gesetzt wird]; das α steht hier um der Deutlichkeit willen, wie in ὀστᾶ aus ὀστέα.

Anmerk. 4. Ausnahmen: attisch scheinbar: χρῆσθαι, χρῆμα; ῥήγνυμι, ἄῤῥηκτος, ῥῆγμα u. s. w., was auch dem Dor. u. Aeol. gemeinsam, gleichwie ῥῆμα u. s. w.; ausserdem zuw. auf Inschr. in fremden Eigenn., als Αὐλιῆται, Ἰουλιῆται (Meisterhans 13^{2}); über die Kontraktion ὑγιῆ s. § 123, Anm. 8; ἰήλεμος Θρῇξ u. s. w. Tragg., vgl. S. 32; ion. b. Herodot mehrere dor. und fremde Eigennamen, als: Ἀρχέλαοι, Θήρας, α (Gen.), αν (aber d. Insel Θήρη, ης, , ην), Θαννύρας, α, Ἀμίλκας, , αν, Ἀριστέας, Ὀνεᾶται, Ὑᾶται, Χοιρεᾶται, Τιθορέα 8, 32, Κρᾶθις; mit kurzem α μεσα^μβρίη, att. μεσημβρία (von ἡμέρα), ἀμφισβα^τέειν, ἀμφισβα^σίας (auch Inschr. Zeleia Bechtel, Inschr. d. ion. Dial. 113 ἀμφισβατῆι), λα?́ξεσθαι 7, 144, λελα^μμαι, att. εἴλημμαι; aus euphon. Grunde ᾿ᾶήρ (b. Hippokr. auch ἠήρ7) aber ἠέρος u. s. w., ἐάσας 1, 90 (wie auch Hom., der ebenso ἑᾶδότα, ἑᾶνός hat);, auffällig καραδοκεῖν 7, 163; dazu kommen aber sehr viele Wörter und Formen, wo aus Ersatzdehnung oder Kontraktion auch im Ionischen α_ hervorgegangen ist (Harder, de α vocali ap. Hom. producta, D.-I. Berl. 1876): πᾶς, πᾶσα aus πάνς, πάνσα (doch ἔμπης Hom., ἔμπᾶς Tragg.), νικήσας, -ασα, Akk. plur. τάς (Nom. acc. Du. α_), ἐνίκα, νικᾶσθαι, ἄτη (aus ἀϝάτη), δαλός Hom. (aus δαϝελός, neuion. nach Schol. V Il. 15, 421 δαυλός), κᾶλον Holz (καίω, St. καϝ) Hymn. Merc. 112, Hes. op. 427, δανός (δαίω, St. δαϝ) Hom., vgl. bei den jüngeren Ioniern κέκρᾶγα, κεκράκτης Hippokr. VI, 388 (mit υ haben wir κραυγή); λᾶρός (λαύω); ἄ̂ριστον Frühmahlzeit Hom. u. Sp. (aus ἀϝέριστον, vgl. ἠερίη in der Morgenfrühe; αὔριον), s. Curtius, Stud. II, 175. Ferner κᾶλός schön Hom. (α_ auch sp. ion. Dichter wie Archilochos, Harder, S. 22 f.; G. Meyer 78^{2} will diesen wie dem Hom. καλλός aufnötigen), aus καλjός; ἆρή, ἆρᾶσθαι aus ἀρϝά Hom., ders. ἱκά̂νω, κιχά̂νω, ἄ̂νομαι, φθά̂νω (?), vgl. ἐλαύνω; b. Κά̂ρ scheint Zusammenziehung zu sein, Fem. Κα?́ειρα, Lugebil, Bzz. Beitr. X, 303 f.; α_ vor ρ auch in φᾶρος (Hom.; att. Dichter φάρος u. φᾶρος), θυμαρέα Hom. nb. θυμῆρες (v. l. θυμαρές) Od. i, 362. ρ, 199 (Harder, S. 72, bringt θυμαρής mit ἆράομαι zusammen, herzerwünscht), Λάρισα Hom. (Λήρισαι, Ληρισαῖος Herod.). Vor Vokal ἆΐσσω, ἀκρᾶής u. dgl. s. § 38, 4; vgl. auch unten Anm. 7; λᾶας, κρά̂ατι u. s. w., s. § 140 u. 130; nach Vok. ἀᾶγής wie ἐά̂γη. Im späteren Ionismus auffällig φαρμᾶκός Hipponax frg. 5 ff. (n. Eustath. φάρμᾶκος ion., s. Bergk, Lyr. II^{4}, 462); dieselbe Quantität scheint auch Demosth. 25, 80 beobachtet zu sein, s. Blass z. St. Bei den Nr. 5 angeführten Abstraktis schwankt bei Herodot der Gebrauch zwischen beiden Formen: προνοίη, εὐνοίην, παλιῤῥοίην neben εὔνοιαν 3, 36 (εὐνοίην Stein), διάνοιαν 1, 46. 90. 2, 162. 9, 45, διάνοια 2, 169, ἀληθείη, ἀτελείη, ὑγιείη, προμηθείη, μεγαλοπρεπείη, ἀτρεκείη, εὐμαρείην u. s. w. neben εὐμένεια 2, 45, ἄδειαν 2. 121, 6, ἐπιμέλειαν 6, 105, ἐμμέλειαν 6, 139, περιφάνεια 4, 24 (είη überall Stein).

Anmerk. 5. Über das dor. α_ bei den attischen Dichtern s. Einleit. S. 32 f.

Anmerk. 6. Das kurze α bleibt auch ionisch; daher die Subst. auf υια^, als: μυῖα [Ὠρείθυιαν u. Ὠρειθυίην in d. Hdschr. schwankend Hdt. 7.189] (aber die Oxytona mit langem α haben υιη, als: μητρυιή), auf αια^, εια^, οια^, als: Νίσαια, Ἐλάτεια, Εὔβοια (aber immer Ἱστιαίη b. Herod. in allen codd., b. Hom. aber Ἱστίαια, s. Bredov. p. 129; ferner Herodot Φωκαίη (z. B. 1, 165 dreimal) neben Φώκαια; Μηδείην 1, 2 (Μήδειαν Bekker). Von den Femininis auf εια von Mask. auf εύς u. ης, als: βασίλεια, regina, macht nur ἱρείη eine Ausnahme, das nach der Lehre der alten Grammatiker (s. Pierson. ad Moerid., p. 191) auch att. ἱερείᾶ, in der κοινή aber wie bei| Homer ἱέρεια lautete, vgl. § 106, 1, γ). Wo bei Herod. μίη, οὐδεμίη, μηδεμίη st. μία^ u. s. w. gelesen wird, ist die Lesart verderbt; ebenso wird sich die Sache beim Hippokr. verhalten; ingleichen findet sich bei Subst. auf ρα^ an sehr wenigen Stellen Herodots η, offenbar verderbt, als: μοίρην 1, 204. 2, 17, da an fast allen Stellen sowohl dieses Substantiv als andere α^ (α^ν) haben. S. Bredon., p. 132 sq.; ebenso ist πρῴρην 1, 194 (vgl. 7, 180) gewiss verderbt, obwohl es Lehrs auch bei Apoll. Rh. I, 372 herstellt. Ferner gebraucht Herodot πρύμνη, σμύρνη (diese beiden auch bei den Trag.), Σμύρνη, aber τόλμα^ 7, 135, wie zumeist b. d. Attikern, s. § 105, 1, b), aber dor. τόλμᾶ). — Statt der Endung α?́σιος der Zahladjektive sagt Herodot ήσιος, als: διπλήσιος, πολλαπλήσιος, πενταπλήσιος, ἑξαπλήσιος; für πεντα^κόσιος hat Homer, Od. γ, 7 aus metr. Bedürfnis nach gew. Lesart πεντηκόσιος, nach Aristarch u. Herodian aber πεντᾶκός. wie πᾶναπάλῳ u. dgl., s. § 75. Verdächtig ist auch ἀναπλήσσουσι für ἀναπλάσς. Hippokr. II, 58 L.

Anmerk. 7. Über das Homer. α_ in gewissen Wörtern der I. Deklination s. § 103, 1. Homer hat auch (gegen d. ion. Dial.) vor ο, ω in weitem Umfange α_, als Gen. I. Dekl. Mask. ᾶο, Plur ά̂ων; λᾶός, νᾶός, Ἀμριάρᾶος (dafür Zenodot Ἀμφιάρηος, vgl. Düntzer, Zenodot p. 50; Zen. schrieb sogar Ἀριήδνη f. Ἀριάδνη). Umgekehrt findet sich im Dor. Ἀμφιάρηος, Ἀμφιάρης, s. § 109, Anm. — Aus euphon. Gründen ψῆρας neben ψαρῶν, s. § 41; in Eigenn. Λάρισα (s. o.), Ἆσωπός, Φᾶρις, Ἄ̂σιος, Θεᾶνώ u. a., Harder, de α vocali 93 f. — Endlich heisst es bei Hom. μά̂ν nb. μήν (Il. a, 302, β, 291 u. s.) und μέν ( μέν, οὐ μέν, so auch Herodot, Krüger, Gr. II, 2, 189), att. μήν, dor. μά̂ν. Aber für πολυπά̂μονος Il. δ, 433 ist bessere Lesart πολυπάμμονος, vgl. Πάμμονα ω, 250; Brugmann, C. St. IV. 100.

1 Schol. Theokr. 15, 88: τὸ πλατειάσδοισαι τοιοῦτόν ἐστιν: οἱ γὰρ Δωριεῖς πλατυστομοῦσι τὸ πλεονάζοντες. Hermog. π. ἰδεῶν I, 6 p. 224, 10: Θεόκριτος ἀχθόμενόν τινα πεποίηκε δωριαζούσαις γυναιξὶ διὰ τὸ πλατύνειν τὴν φωνήν, τῷ τὰ πλεῖστα χρωμέναις. Aristid. Quintil. de music. II, p. 93 Meib.: Δωρὶς τὴν θηλύτητα φεύγουσα τοῦ τρέπειν αὐτῆς τὴν χρῆσιν ὡς εἰς ἄρρεν τὸ νενόμικεν.

2 S. Ahrens, Dial. II, p. 129 sqq., I, p. 84 sq., 181 sq.; Meister, Dial. I, 58 ff., 217 ff., 295 f., II, 91 ff., 221 ff.; Bredov. l. d., p. 125 sqq.

3 Indem für ερ eleisch allgemein αρ erscheint, § 24, 1; Belege für πατάρα u. dgl. sind bisher nur im Lokrischen gefunden.

4 S. Meister II, 32 ff.

5 Dittenberger, Herm. XV, 225 ff.; Blass, Ausspr.^{3}, 24.

6 S. Ahrens II, p. 149 sqq.; Schrader, Curt. Stud. X, 313 ff.

7 In der Schrift π. ἀέρων ὑδάτων τόπων, s. Ilberg, Stud. pseudhippocr. (Lpz. 1883), p. 36, während sonst ἀήρ, so VI, 94 L. (v. l. VI, 524). Für jene Schrift wird auch bei Littré wenig handschriftliches Material geboten.

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