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31. b) Zahnlaute.

τ u. δ, δ u. τ: τρύφακτος f. δρύφ. Hdn. II, 595; dor. Ἀρτάμιτος = Ἀρτέμιδος v. Ἄρταμις = Ἄρτεμις, θέμιτος, att. Θέμιδος, ion. Θέμιος, s. § 130. Δάπις att. st. τάπις, Ar. Plut. 527, Suid. v. δάπιδας; nach Ael. Dionys. (Eust. 1369) ist auch δάπης d. alte Form für das τάπης d. Jüngeren (welches indes auch in unserm Homer steht). Schwanken zw. δ u. τ ist ferner in Ἀτραμυτηνός Ἀδραμ. (Ἀδραβυτ.) auf att. Inschr., wie auch bei Autoren in diesem Stadtnamen Schwanken; ähnl. ἀδράφαξυς nb. ἀτράφαξυς-ις) (ψευδατράφαξυς Ar. Eq. 630) und ἀνδράφ. (Hippokr. VI, 560 L.); att. Inschr. κρατευτής (Il. ι, 214) u. κραδευτής; regelm. die Inschr. ἐνῴδιον Ohrgehäng (man erwartete ἐνωτίδιον), nicht ἐνώτιον, wonach Aesch. frg. 101 zu berichtigen. Wackernagel, Philol. Anz. 15, 199; Meisterhans 61^{2}, nach Riemann, Rev. de philol. IX, 56. Πελιτνός att. st. πελιδνός, Thuk. (2, 49) nach Ael. Dionys. b. Eustath. 735. — Anderes G. Meyer 202^{2}.

τ u. θ: τίριος (b. Hesych.) kret. st. θέρεος, auf d. Gortyn. Tafeln ἄντρωπος, τετνακός, τνατῶν (aber θάνῃ wie gew.); eleisch Dial.-Inschr. 1149 ἐνταῦτα st. ἐνταῦθα oder ion. ἐνθαῦτα, ferner eleisch nach ς, als προστιζίων = προσθιδίων, und in den Endungen σται, στᾶν, στω, στων f. σθαι, σθαν, σθω, σθων (Meister, Dial. II, 54), ebenso lokrisch (Allen, Curt. Stud. III, 241 ff.; Blass, Ausspr. 111^{3}); alt- u. neuion. αὖτις = αὖθις (auch Polyb. αὖτις, Kälker, Lpz. Stud. III, 228), kret. αὖτιν; über Ταργήλιος (Anakreon) s. Roscher, Curt. Stud. I, 2, 114 ff.

θ u. τ: Böot. 3. Pers. Pl. ἔχωνθι st. ἔχωντι (att. ἔχωσι), ἴωνθι st. ἴωσι, ἀποδεδόανθι st. ἀποδεδώκασι, so auch im Med. -νθη (= νται), -νθο, -νθω, u. thessal. -νθι, -νθειν (= νται), -νθο, s. § 63, 2, u. über σθ nb. στ das. 1. Verschreibungen auf Inschr. Roscher, S. 85 f.

θ u. δ: Att. seit Alexanders Zeit ganz gewöhnlich und schon erheblich früher auftauchend οὐθείς, μηθείς st. οὐδείς, μηδείς, indem die Media mit dem Hauche von εἷς sich zur Aspirata vereinigt hat (s. § 187, 1); so scheint auch sonst auf att. Inschr. zuweilen οὔθ̓ vor οἱ, ὑγιές st. οὐδ̓ zu stehen, Meisterhans 80^{2}; auch dor. μηθαμεῖ = μηδαμοῦ (μηδ᾽ ἁμεῖ) Inschr. Epidauros.

λ u. δ: λάφνη b. Hesych. pergäisch = δάφνη, Ὀλυσσεύς (l. Ulixes) b. Eustath. 289, 38; so auch altatt. Vasen Ὀλυττεύς, Meisterhans 64. 77; Οὐλιξεύς kennt Prisc. VI, 92, vgl. Bergk zu Ibyc. 11 A. 73, Οὐλίξης sicil. Plut. Marc. 20, s. Jordan, krit. Btr. z. Gesch. d. lat. Spr. 39 ff., G. Meyer 179^{2}, Kretschmer, K. Z. 29, 430 ff.; vgl. l. lacrima u. δάκρυ, levir u. δαήρ.

ν u. δ: νύναμαι νυνατός Gortyn. Taf. für δύναμαι δυνατός, wo entweder hier Dissimilation oder dort Assimilation im Spiele ist.

δ u. ς vor μ: Alt- u. neuion. ὀδμή = ὀσμή, ἴδμεν = ἴσμεν; b. Hom. auch Infin. ἴδμεναι, wie ἔδμεναι v. ἔδω; es wird dies äolisch genannt, Meister, Dial. I, 151. Ferner φράδμων Il. p, 638, προπεφραδμένα Hes. Op. 655, πεπυκάδμενος Sapph. 56; κεκαδμένος Pind. O. 1, 27; ὀδμή auch b. Eurip. Hipp. 1391; Aesch. Prom. 115, vgl. Dindorf, Thes. 5, 1733; Xenophon wird wegen des ion. ὀδμή von Phrynichus getadelt, Rutherford 160 ff.; Pollux 2, 76 führt ὀδμάς u. εὐοδμία (so L. Dindorf, Hdschr. mit ς) aus Antiphon an. Bei Aesch. Pers. 417 schwankt die Lesart zwischen ἀφρασμόνως (Med.) u. ἀφραδμόνως, aber Lobeck. ad Aj. 23 zieht wegen des gewöhnlichen Gebrauches der Tragiker ἀφρασμ. vor. Vgl. Kretschmer, K. Z. XXIX, 429 f. (arkad. Ὁπλοδμία Phyle nb. Ἥρα Ὁπλοσμία u. a.; Μεδμαίων u. Μεσμαίων d. Münzen von Medma in Italien); § 61, Anm.

θ u. ς vor μ: Bei Hom. εἰλήλουθμεν, κεκορυθμένος, ἐπέπιθμεν; ion. ἀναβαθμός Herod. 2, 125, att. καταβασμός Aesch. Pr. 817; βαθμός Soph. fr. u. Sp., βαθμίς Pind., aber ἀναβαζμός d. i. -σμός att. Inschr.; κλαυθμός u. die Derivata allgemein gebräuchlich (aber ἀνακλαυσμός, Dion. Hal.), σταθμός, ῥυθμός1) (doch ῥυσμός Archil. fr. 66 Bergk u. Demokrit), δυθμή Callim. (fr. 539, Hymn. 6, 10) st. δυσμή. Vgl. oben δ u. ς u. § 61, Anm.

ς u. τ (vgl. § 63, 3):2) Das ursprüngliche τ, das die Boötier, Thessalier und Dorier samt den Eleern gemeiniglich treu bewahren, und wodurch diese einen Gegensatz zu den anderen Mundarten bilden, erweichten die Lesbier, die Arkadier und Kyprier, die alten und neuen Ionier und die Attiker, insbesondere vor ι, in ς, s. § 10, 3, was man Assibilation nennt. Im Anlaut zeigt sich dies kaum, desto mehr in der Mitte der Wörter, und zwar a) in den Adj. auf τιος dor. = σιος, als: πλούτιος = πλούσιος, ἐνιαύτιος = ἐνιαύσιος, πλατίος = πλησίος; in den substantivierten Adjektiven dieser Endung, als: Ἀρταμίτιον (v. Ἄρταμις, dor. G. Ἀρτάμιτος), = Ἀρτεμίσιον, Ἀφροδιτία, e. Stadt, = Ἀφροδισία; Σελινουντίοι = Σελινούσιοι u. s. w.; in den Zahlwörtern der Hunderte, als: διακατίοι = διακόσιοι, τριακατίοι = τριακόσιοι u. s. w., doch sind auch die Formen auf όσιοι schon frühzeitig bei den Doriern im Gebrauche und auf den Inschr. nach Alexanders Zeit allein üblich, s. Ahrens II, p. 61 sq. u. p. 281, gleichwie die Inschr. dieser Zeit auch ἐνιαύσιος aufweisen (Kretschmer, K. Z. XXX, 584); — b) in den Abstraktis auf τία (bei einigen auch att., s. Lobeck, Parerg. p. 505 sqq., Cobet, Misc. 215 f., als δημοκρατία u. andere auf -κρατία) als: ἀδυνατία (v. ἀδύνατος) dor. = ἀδυνασία, ion. ἀδυνασίη, γεροντία, lakon. Wort b. Xenoph. R. L. 10, 1 u. 3, das Amt eines spartanischen Senators, v. γέρων, οντ-ος, = γερουσία (auf jüngeren dor. Inschr. die gewöhnl. Form, als: εὐεργεσία); — c) die dor. Abstrakta auf τις sind selten, als: ϝοινάρυτις = οἰνήρυσις n. Ahrens 55 (die Amphiktyoneninschr. C. I. Gr. 1688 hat nicht δῶτις = δόσις, sondern λῶτις, ein unerklärtes Wort); gewöhnlich auch dor. σις; ebenso herrscht σι in den Komposita vor Verben, als Ἁγησίλαος, wiewohl Ὀρτίλοχος Paus. 4, 30, 2 die Ursprünglichkeit des τ auch in diesen Bildungen zeigt, G. Meyer 289^{2}, Müllensiefen de titul. lac. dial. p. 182; — d) böot. ϝίκατι, dor. ϝείκατι ϝίκατι εἴκατι = εἴκοσι, wie auch dor. vom 3. Jahrh. ab; dor. πέρυτις od. πέρυτι = πέρυσι, vorigen Jahres, ποτί u. kret. πορτί (Hom. προτί u. ποτί) = πρός; — e) dor. in der 3. Pers. S. u. Pl., als: φατί = φησί, φαντί = φασί, δίδωτι = δίδωσι, τύπτοντι = lesb. τύπτοισι, att. τύπτουσι, τιθέντι = τιθεῖσι; so auch böot. τίθειτι u. s. w., im Plur. aber νθι wie auch thessal. (s. oben θ u. τ); — f) Ποτειδάν dor., aber auch Ποσειδάν und mit Verhauchung des ς lakon. Ποοἱδάν; dazu mit ι^ Ποτιδάν Ποτιδᾶς; Ableitungen Ποτείδαια Ποσειδανία, vgl. § 122 Anm. 5; böot. Ποτειδάων Kor. 1, thessal. Ποτειδοῦνι (Abltg. Ποσιδίουν Eigenn.); lesb. Ποτίδαν und Ποσείδαν. Zu πίπτω, d. i. πι-πετω, dor. lesb. Aor. ἔπετον (wiewohl ἐμπέσων Sapph. 42 überl.); hier ist kein nachfolgendes ι Grund der Assibilation, sondern vielleicht die Analogie des Fut. πεσοῦμαι, s. § 226 Anm. 2. — Assibilation im Anlaute vor ι kypr. σίς σὶς = τίς τὶς (sonst überall hier und in anderen Wörtern τ erhalten); vor υ in σύ σοί σέ u. s. w., dor. τύ τοί τέ u. s. w., auch böot. τού u. s. w., aber lesbisch scheint ς gewesen zu sein, s. § 160 f.; ferner ist böot. τῦκον für σῦκον, vgl. (nach Ahrens) Τυκῆ = Συκῆ, e. Teil von Syrakus (doch συκία = συκῆ tab. Heracl.); τυρίσδω (st. συρίζω) b. Theokr. in den schlechteren Codd. — Dieser Dorismus des τ = ς erhält sich nur in der Konjugation und in der Präposition ποτί zu allen Zeiten; in allen übrigen Wörtern und Wortformen wich er seit Ende des 4. Jahrh. dem gewöhnlichen Gebrauche mit ς. S. Ahrens II, p. 59 sqq. Hingegen gebrauchen statt eines anscheinend ursprünglichen τ merkwürdiger Weise die Dorier ς in σάμερον u. σᾶτες, während die Attiker das τ bewahrt haben: τήμερον (aus τό u. ἡμέρα?) und τῆτες (aus τὸ ἔτος?), heuer; in dem Dor. σᾶτες fällt auch das α auf; ion. immer σήμερον, σῆτες, so dass die Scheidung der Dialekte hier wie bei σςττ ist (thessal. τᾶμον = τήμερον n. Prellwitz, Dial.-I. 345, 44; Prellwitz, dial. Thess. 48 verweist auf Apoll. Rh. 4, 252 τῆμος); ebenso in dem ion. und gem. σηλία, att. τηλία, vgl. σάω (σήθω) siebe, aber att. δια-ττάω ἐττημένα, Wackernagel, K. Z. XXVIII, 121; ferner heisst es im Ion. und gemein σεῦτλον, σύρβη, att. τεῦτλον (auch Hippokr., so VI, 248. 252; v. l. 560; II, 482) τύρβη; über σίλφη u. att. τίλφη od. τίφη Ar. Ach. 920. 925 s. Lobeck ad Phryn. p. 300, Rutherford 359; nach G. Meyer 258^{2} Anm. ist indes τίφη (vgl. lat. tipula) von σίλφη zu trennen. Das megar. σά st. τίνα gehört zu ion. ἅ-σσα att. ἅττα, also gls. σσά f. τjά τία, s. unten ττ u. σς.

ς u. θ: Lakon. σιός = θεός, σιά Alkm. = θεά; ναὶ τὼ σιώ = θεώ (Dioskuren), b. Alkm. auch σαλασσομέδοισα (= θαλ.), σάλεσσιν = θάλεσιν, σάλλει = θάλλει, ἔσηκε = ἔθηκε, παρσένος = παρθένος u. s. w., in Aristoph. Lysistrata: σέλει = θέλει, σέτω = θέτω, σιγῆν = θιγεῖν, σιά, ἀγασός = ἀγαθός, μυσίδδω = μυθίζω, ἔλσῃ = ἔλθῃ u. a.; viele sonstige lakonische Wörter mit ς st. θ werden von den alten Grammatikern und bei Hesychius angeführt, s. Ahrens II, S. 68 sq., der p. 70 bemerkt, dass dieses ς st. θ nicht zu jeder Zeit von den Lakedämoniern gebraucht worden sei, indem in der lakon. Kolonie Tarent sich nicht die geringste Spur davon zeige. Auch die Inschr. haben erst in hellenistischer Zeit etwas davon, in Eigenn. wie Ἐλευσία = Ἐλευθία (= Ἐλευθώ, Ἱλείθυα), während übrigens in vorchristl. Inschr. nichts als θ erscheint (u. nach ς anscheinend τ, vgl. oben τ und θ). Das θ bleibt ferner (Spiess, C. Stud. X, 362) in den Texten (Alkman, Lysistr.) nach ς (ποτήσθω), ν (ἐπανθεῖ u. a. Alkm., πεπόνθαμες, Κορινθία Lys.), vor λ, ρ (ἀεθλοφόρον, ὀρθρίαι), nach φ (φθέγγεται) u. jedenfalls auch χ, endlich, was auch die Grammatiker hervorheben, wenn die nächste Silbe mit ς beginnt (θωστήρια); anderweitiges θ ist in den Frg. Alkmans für entstellt, in der Lysistr. (θείκελος, ἴθι, θάγοντας) für nicht echt lakonisch zu nehmen. S. Blass, Ausspr. 108^{3} f. Die Sache kann nun nicht anders als so sein, dass die Lakonier schon zur att. Zeit statt t' (engl.) th sprachen, welchen Laut die anderen Griechen, wenn sie Lakonisches wiedergaben, mit ς ausdrückten; so kam auch in Alkmans Gedichte dies ς hinein, während der Dichter selbst jedenfalls θ schrieb. (Blosse Korruptel ist νεὶ τὼ σιώ im Munde des Böoters Aristoph. Ach. 905, st. νεὶ τὼς θιώς [τοὺς θεούς gl. Vict.]; der Böoter kann nicht bei den Dioskuren schwören. Meister I, 260 hätte dies nicht als Beweis für den vermeintlich spirantischen Laut des θ bei den Böotern benutzen sollen.) — Ein besonderer Fall ist ἄννηθον (Ar. Th. 486, codd. ἄνηθον) ἄνητον äol. ἄνησον ἄνν. Hippokr. II, 274. VIII, 170 (mit θ VI, 558), lat. anisum.

θ u. ς: Nach Strab. 13, p. 912 sagten die Rhodier ἐρυθίβη st. ἐρυσίβη und nannten daher den Apollo Ἐρυθίβιος.

ττ u. σς: Statt der aus einem K- oder T-Laute mit j oder ς entstandenen Lautgruppe σς, welche die meisten Dorier, die Lesbier, Arkadier, Kyprier und der grössere Teil der Ionier gebrauchen, haben andere Stämme mit umgekehrter Assimilation ττ; gemeinsame Grundlage für beides ist τς, was auf den ältesten kretischen Inschriften in der Gestalt von ζ noch zuweilen erscheint (Blass, Ausspr. 120^{3}). Die seit Ascoli (Krit. Stud. 324 ff.) herrschende und auch von Curtius statt der dargelegten früheren angenommene Erklärung, wonach σς überall zuerst entstand und daraus sich erst ττ bildete, entbehrt durchaus des genügenden Grundes und wird s. Z. wohl wieder aufgegeben werden. Am weitesten durchgeführt ist das ττ im Böotischen: oft θάλαττα, dann φυλάττι, πίττα (aus Guttural mit j, § 21, 3), aber auch ὁπόττα f. ὁπόσσα, ὁπόσα (τ mit j, § 178, Anm. 3), im Aor. ἐκόμιττα u. s. w. (aus δ-ς, τς) für ἐκόμισσα, ἐκόμισα; so auch ἐπεχαρίττω (-α) γ̓ὦ ξένε Ar. Ach. 867, wie st. ἐπιχαρίττω Rav. ἐπιχαρίττως vulg. zu lesen, = ἐπεχαρίσω, u. das. 884 κἠπιχάριτται (so zu schr.) = ἐπιχάρισαι, während das Attische in ὅσος, ὁπόσος u. s. w., in ἐκόμισα u. s. w. das τ von τς gleichwie in χάρισι, παισί ausgestossen hat (μέσος aus μέθjος auch böot. Dial.-I. 491). Im übrigen ist ττ auch attisch, u. zwar von jeher (Meisterhans 77^{2}); sogar Καττάνδρα, Ὀλυττεύς = Ὀδυσσεύς findet sich auf att. Vasen, nur einmal τέςςαρα. Die Tragödie aber hat diesen Atticismus so wenig wie ρρ st. ρς angenommen, sondern wandte das ion. σς an; ihr folgte die älteste Prosa (Gorgias, Antiphon, Thukydides), während die Komödie und die Spätere Prosa (Lysias, Isokrates, Plato u. s. w.) den Dialekt folgerichtig wiedergab.3) Somit att. πράττω, τάττω, γλῶττα, θάλαττα, μέλιττα, κρείττων, ἥττων u. s. w., auch καττύω aus κατ-σύω; ein besonderer Fall ist att. τέτταρες, böot. πέτταρες, ion. τέσσερες, dor. τέτορες, wo τϝ zu Grunde liegt, § 16, 3 c). Ausgenommen sind im Att. die Wörter πτήσσω, πτίσσω, πτύσσω (wegen πτ, indem πτήττω zu hart, Lobeck, Paralip. 31); aber βασίλισσα ist nicht echt attisch (Phrynich. Rutherford 306); ebensowenig βυσσός (βύσσος Fremdwort), χαρίεσσα (dagegen μελιττοῦττα aus -τόεσσα, οἰνοῦττα). Mit dem Böotischen u. Attischen teilt auch das benachbarte Euböische samt dem Oropischen diese Eigentümlichkeit: Κιττίης Styra, ἔλαττον Oropos, dazu ἐκπρηττόντων Bechtel Nr. 22, dessen Zweifel (S. 13. 37) an euböischem ττ nicht genügend begründet erscheinen. Doch mögen die Chalkidier σς gehabt haben (ὅσσα Rhegion B. 5, πίσσης Olynth 8, b). Im Thessalischen finden wir: Πετθαλοί = Θετταλοί wohl besonderer Art; Μολόσσειος Pherai (D.-I. 328), aber Μολοτοῖ Larisa Bull. de corr. hell. 1889, 381 f. (die Schreibung mit einem τ auch dem Steph. Byz. bekannt); wiederum Lar. (D.-I. 345) ὅσσα u. πρασσέμεν, dazu ἐνεφανίσσοεν = ἐνεφάνιζον, Phalanna Μέλισσα D.-I. 1331. Die Grammatiker schreiben ττ für σς auch den Thessaliern zu (Meister I, 265, 1), desgleichen den Kitiern auf Kypros. Endlich findet sich ττ auf Kreta: ὁπόττοι, δάτταθθαι = δάσσασθαι, κάρτων d. i. κάρττων (anderweitig dorisch κάρρων aus κάρσων) = κρείττων Gortyn (doch das. früher ζ: ὄζος ὅσος, ἀνδάζαθθαι, s. o.); auf anderen späteren kret. Inschr. θάλαττα und auch θάλαθθα, doch auch das gew. dorische θάλασσα. Vgl. G. Meyer 273^{2}. Dies ττ steht dann kret. auch für δδ ζ, als φροντίττοντας (Inatos) Bull. de corr. hell. XIII, 73, ἐσπρεμμίττεν = ἐκπρεμνίζειν (Gortyn) das. IX, 9; sogar im Anlaut, wie Ττῆνα = Ζῆνα; G. Meyer 256^{2}, Blass, Ausspr. 120^{3}.

ττ u. στ: Böot. in der Redensart ἴττω Δεύς, per assimilat. st. ἴστω, Ar. Ach. 911, Plat. Phaed. 62, a, epist. VII, 345, a; gewöhnlich aber wird στ beibehalten, als: κεκόμιστη, ἔστω u. s. w.; lakon. βεττόν (Kleid) = ϝεστόν (ἑστόν) v. ἕννυμι, vestio, ἄττασι = νσταθι, ἀνάστηθι, desgl. wohl lakon. ἐττία = ἑστία, ἔττασαν = ἔστασαν; tarent. in Ἄφραττος b. Hesych. st. Ἀφραστος.

τθ (θθ) u. σθ: ὀπιτθοτίλα f. σηπία böot. nach Strattis (Meister, Dial. I, 265), Inschr. indes überall σθ; ferner θθ Gortyn in den Verbalendungen, als χρήθθαι, ὠνήθθαι, ἀμφαινέθθω (nie τθ geschr.), auch in πρόθθα, und zwischen Auslaut und Anlaut in τὰθ θυγατέρας u. s. w., Baunack, Inschr. v. G. 18; G. Meyer, 261^{2}f. In späteren kret. Inschr. findet sich θθ auch für στ: ἱθθᾶντι, ἱστῶσι (s. das.).

(Spir. asper u. ς: s. § 23, 2; hier sind Laute, die weder gleichnamig noch gleichstufig sind, vertauscht.)

1 S. Lobeck ad Phryn. p. 324 sq.; Paralip. p. 393.

2 Eine sehr sorgfältige Zusammenstellung des Materials, verbunden mit problematischen Erklärungsversuchen, weshalb das τ hier geblieben sei, dort nicht, giebt Kretschmer, K. Z. XXX, 565 ff.

3 S. Poppo, Proleg. ad Thuc., Vol. 1, p. 210 sq. u. p. 405 sq. ad 4, 29 ed. Goth.; Praefat. ad Xen. Cyrop., p. XXXIV sq.; Bornemann, Praef. ad Xen. Anab. p. XIII; Schneider, Plat. Civ. 332, e. 511 d; Blass, Att. Beredsamk. I^{2}, S. 56, 126, 210.

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