previous next


47. Von dem Hiatus in der epischen Poesie.Sehr gründlich und umsichtig hat diesen Gegenstand behandelt C. A. J. Hoffmann in den Quaest. Homer. I, p. 53 sqq. Hiermit ist zu vergleichen Ahrens, Progr. 1851, wo über den Hiatus in der weiblichen Cäsur des III. F. und am Ende des IV. F. gesprochen wird, u. Hermann ad Orphica p. 720 sqq. Fr. Spitzner, de versu Graecorum heroico p. 106 sqq., bietet zwar reichlichen Stoff, ist aber weniger tief in das Wesen des Gegenstandes eingedrungen. Neuerdings Knoes, de digammo Homerico I (Upsala 1872) S. 35 ff.; Hartel, Hom. Stud. II. III (Ber. d. Wiener Akad., Bd. 76, S. 329 ff.; Bd. 78, S. 7 ff.); Grulich, de quodam hiatus genere quaest. in Homeri carminibus institutae, D.-I. Halle 1876.

In dem heroischen Hexameter der epischen Poesie kann eigentlich nur der Fall als ein wirklicher, d. h. dem Ohre unangenehmer, Hiatus angesehen werden, wenn ein elisionsfähiger Vokval am Ende eines Wortes mit einem vokalisch anlautenden Worte zusammenstösst. Einen solchen Hiatus sucht die Homerische Sprache zwar zu vermeiden, doch nicht sehr ängstlich. Daher findet sich in ihr eine nicht geringe Anzahl von Stellen, in denen der Hiatus vorkommt, so z. B. a) bei α: Il. a, 203 ἵνα ὕβριν, 532 εἰς ἅλα ἆλτο, e, 90 οὐδ᾽ ἄρα ἕρκεα, p, 404 ἡνία ἠΐχθησαν im I. F., b, 87 ἔθνεα εἶσι im II. F., d, 75 ἀστέρα ἧκε II. F., l, 678 πώεα οἰῶν V. F., d, 2 πότνια Ἥβη u. oft πότνια Ἥρη V. F.; scheinbar in der Mitte des Wortes Il. ω, 455 ἀναοίγω, ἂψ ἀναερχομένῳ δ, 392 (Rzach, Stud. z. Apoll. Rhod. 17), Od. i, 122 καταΐσχεται. Vollends ἄνα st. ἀνάστηθι u. πάρα st. πάρεστι bewirken keinen störenden Hiatus, zumal wenn Interpunktion hinzutritt, Il. i, 247 ἀλλ᾽ ἄνα, εἰ μέμονας I. F., e, 603 τῷ δ̓ αἰεὶ πάρα εἶς, u, 98 αἰεὶ γὰρ πάρα εἷς (II. F.), aber πάρ᾽ ὀϊστοί Od. χ, 106; — b) bei ε: Il. b, 165 μηδὲ ἔα I. F., 8 οὖλε (οὖλος Wackernagel, nach φίλος Μενέλαε δ, 189) Ὄνειρε II. F., 90 αἱ δέ τε ἔνθα V. F., t, 288 ζωὸν μέν σε ἔλειπον II. F., Od. p, 142 αὐτὰρ νῦν, ἐξ οὗ σύγε ᾤχεο III. F.; — c) bei ο: ἔπλετο, ὅττι I. F. Il. ο, 227, [Il. e, 748 ἐπεμαίετο ἵππους V. F., aber überwiegende Lesart ἐπ. ἄρ᾽ .], Od. i, 553 ἐμπάζετο ἱρῶν (V. F.), mit Präposition in der παράθεσις ἀποαίρεο Il. α, 275, vgl. 2, b.

Anmerk. 1. Die epische Verskunst nimmt sich also mit den auslautenden kurzen Vokalen vor Vokalen eine entsprechende Freiheit, wie mit den inlautenden Kürzen (s. § 75, 6 ff.). Diese werden vielfach sozusagen um eine Mora vermehrt, d. h. als Längen behandelt; jene, die nach strenger Technik überhaupt keine volle Mora bilden, sondern sich mit der folgenden Silbe vereinigen müssen, werden zu dem Masse einer vollen Mora = kurzen Silbe erhoben.

In folgenden Fällen aber bewirkt das Zusammentreffen der Vokale keinen oder doch keinen störenden Hiatus:

a) Wenn das erstere Wort apostrophiert ist, weil durch die Elision zwei Wörter gleichsam in eines verschmelzen, als: ἄλγε᾽ ἔθηκεν Il. α, 2. Dieser Fall erstreckt sich nicht bloss auf Homer, sondern auf alle Schriftsteller. Eur. Or. 92 πίθοι᾽ ἂν. Soph. Ph. 1429 ἀριστεἰ ἐκλαβών. Mehr Beispiele § 53.

b) Wenn der Vokal von so fester Beschaffenheit ist, dass er die Elision oder die Krasis entweder gar nicht oder nur sehr selten zulässt. Hierher gehört 1) insbesondere der Vokal ι, so im Dat. S. III. Dekl. (vgl. § 75, 11) Il. r, 196 παιδὶ ὄπασσεν, vgl. g, 244, ε., 50, 723, φ, 21 u. s. w.; in νῶϊ ἐῶ Il. θ, 428; in d. Pron. interrog. τί u. indef. τὶ, die nie elidiert, u. in ὅτι, das nur selten, wenn überhaupt, elidiert wird, Il. ε, 465. Od. o, 83; ὅτι Il. ω, 593 im III. F.; in ἔτι Il. h, 217, r, 354, ξ, 358; [für ὅθι Od. π, 471 III. F. andere Lesart ὅθι θ̓]; in περί, selbst περιΐσταθ̓ Il. s, 603; ἴθι Il. b, 8 [ἐσσί e, 896, ἀνέσαιμι ξ, 209 fallen unter c, α]; die Präp. ἀντί, ἀμφί, προτί ποτί, ἐπί leiden zwar die Elision, in der Komposition jedoch bewahren sie sehr oft ihren Endvokal, als: ἀντιάνειρα, ἀμφίαλος, ἀμφιέπω (neben ἄμφεπον), προτιόσσομαι, προτιάπτω, ἐπίορκος, ἐπιορκέω (diese auch in der Gemeinsprache), ἐπιόσσομαι (ἐπιώψατο auch att.) auch ἐπὶ Ἕκτορι Il. χ, 206 im III. F., ποτὶ ἑρκίον αὐλῆς Od. ς, 102; — 2) der Vokal υ, der sehr fest ist: Il. h, 310 ἄστυ ἀελπτέοντες (fällt unter c, α); z, 123 τίς δὲ σύ ἐσσι; αἰπὺ ἕλοιεν o, 71; ὠκὺ ἐτώσιον ξ, 407 (wie η, 310); — 3) auch ο schliesst sich in gewissen Fällen den festen Vokalen an, nämlich α) in d. demonstrativen , das niemals die Krasis erfährt. Il. a, 333 αὐτὰρ ἔγνω, g, 379 αὐτὰρ ἄψ u. s. w.; β) in d. relativen , als: e, 303 ἔργον, οὐ δύο γ̓ ἄνδρε φέροιεν, so auch in d. Bedeutung dass Il. u, 466 οὐδὲ τὸ ᾔδη, οὐ πείσεσθαι ἔμελλεν; γ) in dem Artikel τό (der b. Hom. die Krasis nicht erleidet, Il. γ, 235 wird richtig καί τ᾽ οὔνομα, d. i. καί τε, gelesen), als: Il. ψ, 585 τὸ ἐμόν, z, 201 τὸ Ἀλήϊον; δ) in d. Präp. πρό, die auch in der Komposition ihren Endvokal behauptet, als: προαλής, προήκης, προϊάπτω, προϊάλλω, προερέσσω. Il. k, 286 πρὸ Ἀχαιῶν, vgl. k, 224. δ, 156, 382; über die Krasis mit dem Augment s. § 51, 8; [ε) von ἀπό findet sich ἀποαιρεῖσθαι u. ἀποαίρεο Il. α, 230, 275 neben ἀφαιρεῖται α, 182, vgl. § 18; aber eine Unmenge Stellen mit Elision des ο, s. Knoes I, 37 f.].

c) Der Hiatus wird durch die Stellung des Wortes im Verse gemildert, indem durch die Cäsur ein Ruhepunkt bewirkt wird, nämlich: α) in der weiblichen Cäsur des III. Fusses, als: κεινὴ δὲ τρυφάλεια | ἅμ᾽ ἕσπετο χειρὶ παχείῃ Il. γ, 376. Vgl. α, 4 (doch s. § 18), 565, 569 u. s. w.; β) in der sog. bukolischen Cäsur am Ende des IV., durch einen Daktylus gebildeten Fusses; ist hier zugleich Satzende, so stellt sich diese Cäsur als die Hauptcäsur dar. Il. a, 578 πατρὶ φίλῳ ἐπὶ ἦρα φέρειν Διί, | ὄφρα μὴ αὖτε. o, 232 τόφρα γὰρ οὖν οἱ ἔγειρε μένος μέγα, | ὄφρ᾽ ἂν Ἀχαιοί. Vgl. b, 3, 218, ε, 221, 542 u. s w.; (Il. u, 22 μενέω πτυχὶ Οὐλύμποιο wird durch den festen Vokal ι entschuldigt).

Die langen Vokale und die Diphthonge bewirken, wenn sie in der Hebung stehen, im allgemeinen keinen erheblich störenden Hiatus, gar keinen aber, wenn sie in der Senkung stehen und kurz gebraucht werden, als: ἀντιθέ | Ὀδυ | σῆϊ; οἴκοι | σαν. In letzterem Falle gehen sie mit dem folgenden Vokale in der Aussprache eine Verbindung ein, bei welcher der Spiritus lenis oder asper des anlautenden Vokales verschwindet, der auslautende Vokal aber sich verkürzt: ηα ähnlich wie εα, οι-ε etwa οjε oder οε, ῳε ähnlich wie οε (unter Verlust des ι). Diese Vokalverbindungen nun sind ebensowenig anstössig wie die bei Homer so häufigen inlautenden dies sind. — Es sind übrigens weder alle langen Vokale und Diphthonge, noch alle Senkungen bzw. Hebungen einander gleich. Vielmehr haben einige Vokale bzw. Diphthonge mehr Gewicht und Festigkeit, andere weniger; jene kommen häufiger als diese in der Hebung vor Vokal als Längen vor, und werden in der Senkung nicht so leicht und oft verkürzt. Langer Vokal bzw. Diphthong vor Vokal in der Senkung findet sich überwiegend im I. und IV. Versfusse, nach welchen, wie auch die häufig hier eintretende Interpunktion zeigt, der Vers eine Art Ruhepunkt hat; in der Hebung in den Cäsuren, so auch in der Trithemimeres des II. Fusses, La Roche, Öst. Gymn. 1871, 497 ff.

Schwerere Vokale bzw. Diphthonge sind: , , η, ω, ευ; leichtere ου, ει, οι, αι. Auch diese können in der Hebung vor Vokal lang gebraucht werden, so das enklitische μοί Il. k, 291, f, 360, ω, 716, Od. o, 435; οἷ (οἱ) Il. i, 306, π, 47, Od. λ, 103 = n, 343, c, 460; οἵ Relativ und οἱ Artikel nur Od. χ, 252 (vor ἕξ, vgl. § 18), Il. g, 278, q, 177; καί gleichfalls selten: Il. ο, 290 = Od. x, 372 ἐρύσατο καὶ ἐσάωσεν, Il. w, 60 θρέψα τε καὶ ἀτίτηλα, Od. λ, 113 = 161, m, 140 νηΐ τε καὶ ἑτάροις, Il. w, 570 καὶ ἱκέτην περ ἐόντα; ἐπεί nur Od. ε, 384 u. θ, 585.2) Im ganzen zählt Hartel für den Ausgang αι 146 Beispiele der Verlängerung in der Hebung, für οι 117, für ει 73, dagegen für 511, für η 402, für 359, für ου 178, für ω 169 (für ευ 37). Hierbei ist indes zu berücksichtigen, dass diese Ausgänge in der Sprache nicht entfernt gleich häufig sind: αι ist der häufigste, ευ der seltenste.

In Betreff der langen Vokale und der Diphthonge in der Senkung gilt als Regel, dass sie kurz gebraucht werden und alsdann keinen Hiatus bewirken. Im einzelnen aber ist Folgendes zu bemerken.

a) wird im Dat. S. nur selten kurz gebraucht (und zwar besonders, wenn einem Worte die zu ihm gehörige Präposition nachfolgt), als: Il. b, 307 καλῇ ὑπὸ πλατανίστῳ, k, 75 εὐνῇ ἔνι μαλακῇ, p, 407 πέτρῃ ἔπι προβλῆτι, b, 395 ἀκτῇ ἐφ᾽ ὑψηλῇ; vgl. b, 471. k, 568. n, 453, 687. o, 340. p, 429, 643. u, 395, 439. x, 61. y, 215. ω, 256, 272, 494, überall in der I. Senk. — Lang in d. II. Senk. d, 412 τέττα, σιωπῇ ἧσο; in d. I. p, 634 σκαιῇ ἔγχος ἔχων. b, 209 ἠχῇ, ὡς ὅτε κῦμα; in d. IV. δ, 410 ὁμοίῃ ἔνθεο τιμῇ; dazu κούρῃ Ἰκαρίοιο Od. ρ 562 u. sonst (Digamma? s. § 18). — Die Verbalendung im Akt. und in d. 2. Pers. Med. od. P. sehr oft kurz, als: z, 364, λ, 155 u. s. w.; a, 160, b, 365, γ, 138 u. s. w.; Adverbien auf kurz ζ, 267 u. sonst.

b) im Dat. kurz, selbst in der Synizese II. a, 15 χρυσέῳ ἀνὰ σκήπτρῳ;3) lang in d. II. Senk. Il. l, 484 ἀΐσσων ἔγχει, χ, 199; in

Kühners ausführl. Griech. Grammatik. I. T.

d. III. Od. χ, 386; in d. I. Il. ρ, 40 und vor einer Interpunktion ρ, 444; in d. IV. ε, 215; dazu kommen 5—6 Stellen der Odyssee.

c) η im Nomin. lang in der IV. Senk. Il. φ, 111; in d. I. q, 209 Ἥρη ἀπτοεπές (ἀεπτοεπ. Wackernagel, Bzz. Btr. IV, 283); die Konj. , oder, kurz in der III. S. Il. k, 451̣ φ, 113, 576; in d. II. S. ψ, 724; in d. I. π, 515; lang in d. II. S. a, 145, ο, 82; in d. III. q, 514, κ, 505 und sonst; in d. IV. g, 24, ο, 161, 177, 271 und sonst;4) , wahrlich, lang in der II. S. i, 339, t, 56; μή lang in d. I. u. II. S. s, 193, φ, 536; sehr oft kurz, z. B. a, 578, β, 261 u. s. w.; die Verbalendung η im Aor. 1. u. 2. P. u. im Optat. in der Senk. oft kurz.

d) ω lang αἰδῶ in d. IV. S. Il. β, 262 (αἰδόα sehr wenig euphonisch Nauck); σφώ in d. I. S. ο, 146; von den Adv. auf ω sind in d. Senk. immer kurz: πώ Il. l, 497, οὔπω k, 293, οὕτω g, 169, ἑκαστάτω k, 113, ἐπισχερώ λ, 668, aber lang πρόσσω in d. I. S. r, 734 πρόσσω ἀΐξας (Il. μ, 274 ist statt ἀλλὰ πρόσσω^ ι?̔́εσθε zu lesen ἀλλὰ πρόσῶ ἵ̂εσθε); die Verbalendung des Indik. Praes. selten kurz, z. B. Il. a, 184, κ, 115; des Imper. Akt. u. der passiven Aoriste sehr oft kurz, z. B. b, 805, 383, z, 69, η, 75, 286, 411 und s. w.; 2. Pers. Aor. I. oder Ipf. M. kurz o, 18, 21, φ, 410.

e) ευ im Vok. lang in d. I. S. vor e. Interp. Il a, 39 Σμινθεῦ, εἴ ποτε; d. Adv. εὖ immer lang: in d. III. S. Il. c, 162, p, 191, ω, 269, in der I. b, 253; ευ in der Verbalendung sehr oft kurz, als: γ, 162 ἵζευ ἐμεῖο, ε, 897 u. s. w., im Gen. e, 897 τευ, u. s. w.

f) ου lang in d. II. Senk. Il. r, 9, 23, 59, ο, 522, hier überall Πάνθου, wofür Πανθόου Nauck; b, 198, y, 431, ω, 578; in d. III. ω, 122; in d. I. b, 145 πόντου Ἰκαρίοιο (Digamma?), e, 666, κ, 505, vor e. Interp. β, 332; in d. IV. q, 120, y, 441, π, 226, vor e. Interp. ο, 23; kurz in Φοίβου ι, 405, 560, in που β, 136 u. sonst, ὑψοῦ α, 486 u. sonst, τηλοῦ λ, 712.

g) ει im Dat. v. Subst. auf εύς lang in d. I. S. vor e. Interp. Il. w, 61 Πηλεῖ, ὃς περὶ κῆρι? (Πηλέϊ Nauck); d. Konj. εἰ lang in d. II. S. ο, 16, kurz z, 367 οὐ γὰρ οἶδ᾽ εἰ ἔτι σφιν (Bekk. ἔτι), Od. l, 317; ὡσεί (ὡς εἰ) Il. x, 410 ὡσεὶ ἅπασα, αἰεί lang Od. θ, 468, in d. I. S.; ἐπεί lang nur in der Hebung, Od. ε, 364 (doch s. La Roche), θ, 485; die Verbalendung εῖ (aus έει) lang in d. II. S. Il. f, 362 ζεῖ (ζέει Nauck), in d. IV. λ, 554 = r, 663 τρεῖ (Nauck vermuthet τρέει), in d. I. μ, 46 = f, 575 ταρβεῖ (ταρβέει Nauck); kurz in d. IV. ι, 103 = 314 = ν, 735; in d. I. n, 285, ξ, 140; in d. III. κτενεῖ ο, 65, 68, in d. IV. κατακτενεῖ ψ, 412, in d. I. t, 104 ἐκφανεῖ; ει (aus εε) lang in d. I. S. ζώγρει Il. ζ, 46 = λ, 131, [in d. IV. ἀνώγει ε, 899, l. ἀνώγειν, in d. I. ἤσκει γ, 388, l. ἤσκειν], kurz in d. I. S. ε, 698, in d. V. ν, 440, in d. III. n, 740, ς, 557; das unkontrahierte ει lang in d. I. S. c, 240, ω, 52, sehr oft kurz.

h) οι im Nom. Plur. lang in d. I. Senk. vor e. Interp. Il. l, 35 λευκοί, ἐν δέ. y, 578 ἵπποι, αὐτὸς δέ, in d. IV. vor e. Interp. e, 484 Ἀχαιοί, κεν ἄγοιεν; im Dat. μοι, οἷ (οἱ) in d. II. S. Il. a, 505 τίμησόν μοι μἱόν; in d. I. S. e, 270 τῶν οἱ ἓξ (Digamma?) ἐγένοντο; sehr häufig aber findet sich μοι kurz; über οἱ τοι vgl. S. 193, Anm. 1. Die Adverbien auf οι sind in der Senkung stets kurz: Il. a, 113 οἴκοι. z, 335, i, 70 οὔτοι (οὔ τοι). ζ, 201, 404 u. sonst ἤτοι ( τοι); οι im Optat. in d. Senk. nie lang, oft aber kurz, wie κ, 505.

i) αι in der Dekl. fast nur in der Hebung lang, doch Od. u, 109 ἄλλαι (¯ ¯) εὗδον; in den Adverbien, als: χαμαί, πάλαι, kurz; in d. Verbalendung lang in d. I. S. vor einer Interp. Il. e, 685 κεῖσθαι, ἀλλ᾽ ἐπάμυνον, Od. c, 91, 41, φ, 326; aber im Inf. Akt., 2., 3. Pers. S. Med. od. P. in der Senkung nicht lang, oft aber kurz; καί in d. S. lang Il. n, 316, ω, 641, Od. β, 230 = e, 8, β, 232 = e, 10, τ, 174.

k) Das sehr seltene α_ [im Dual kurz Il. q, 378 γηθήσει προφανείσα ἀνὰ πτολέμοιο γεφύρας, aber Bekk. nach Aristarch προφανέντε]; in der Verbalendung Od. τ, 201.

l) in d. kontrah. Verbalendung lang in d. I. S. Il. c, 199 δαμνᾷ (st. δάμνασαι, was Nauck schreibt) ἀθανάτους, vor einer Interp. f, 459 πειρᾷ, ὡς; Od. φ, 400; kurz Il. w, 390, 433 πειρᾷ ἐμεῖο.

m) Das Adv. αὖ kurz Il. κ, 292 (ἄῤ Vrat.).

n) ηυ in d. I. S. lang Od. t, 383 γρηῦ.

Anmerk. 2. Dass die Wörter, welche ursprünglich mit ϝ oder σϝ anlauteten, keinen Hiatus bewirken, haben wir § 17 gesehen.(Smyth 47)

1 Sehr gründlich und umsichtig hat diesen Gegenstand behandelt C. A. J. Hoffmann in den Quaest. Homer. I, p. 53 sqq. Hiermit ist zu vergleichen Ahrens, Progr. 1851, wo über den Hiatus in der weiblichen Cäsur des III. F. und am Ende des IV. F. gesprochen wird, u. Hermann ad Orphica p. 720 sqq. Fr. Spitzner, de versu Graecorum heroico p. 106 sqq., bietet zwar reichlichen Stoff, ist aber weniger tief in das Wesen des Gegenstandes eingedrungen. Neuerdings Knoes, de digammo Homerico I (Upsala 1872) S. 35 ff.; Hartel, Hom. Stud. II. III (Ber. d. Wiener Akad., Bd. 76, S. 329 ff.; Bd. 78, S. 7 ff.); Grulich, de quodam hiatus genere quaest. in Homeri carminibus institutae, D.-I. Halle 1876.

2 Gegen Hoffmann, der für die Encliticae οἱ, τοι, τῳ, τευ, sowie die Konjunktionen καί und ἐπεί eine Ausnahmestellung zu erweisen sucht, indem sie in der Hebung vor Vokal nicht als Längen stehen dürften, vgl. Hartel, Hom. Stud. II, 353 ff.

3 Die Häufigkeit der Verkürzung von im Gegensatz zu der von legt den Gedanken nahe (Grulich, de quodam hiatus genere in Hom. carm., Halle 1876, p. 44, Allen, On Greek versification in inscriptions, Arch. Inst. of America IV, 121), dass die Dativendung οι, diem wir aus dem böotischen, euböischen und anderen Dialekten kennen, hier im Spiele sein möge. In Euboea freilich ist dies οι statt recht jung.

4 Über vgl. Hartel II, 359 ff.; es steht auch in der Hebung vor Vokal auffallend häufig als Länge. Man könnte an ἠέ, denken, Mommsen zu Pind. Ol. 1.3, 34, und so schreibt Mommsen, Pind. I. 6, 8 sqq.

hide Display Preferences
Greek Display:
Arabic Display:
View by Default:
Browse Bar: