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Diastole (Hypodiastole). Hyphen.

Die Diastole oder Hypodiastole (διαστολή, ὑποδιαστολή) ist ein unserem Komma gleiches Zeichen, dessen man sich in der scriptio continua (der die Wörter nicht trennenden üblichen Schrift) bediente, um den Leser zu warnen, dass er nicht einen auslautenden Buchstaben mit einem folgenden Vokale verbinde, z. B. dass er ἔστιν, ἄξιος nicht wie ἔστι Νάξιος lese (Bekker Anecd. II, p. 675. 719 sq., 745, Theodos. p. 58); so ἔστι, νοῦς nicht wie ἔστιν οὖς, ,τε, ,τι, τό,τε nicht wie ὅτε, ὅτι, τότε.1) Auch dies Zeichen, welches wie das folgende zu den δέκα προσῳδίαι zählt, wird mit den übrigen (Accenten,

Kühners ausführl. Griech. Grammatik. I. T.

Spiritus u. s. w.) auf die Erfindung des Aristophanes von Byzanz zurückgeführt.2) In Handschriften Homers3) findet sich z. B. Il. φ, 238 δὲ,σάω, 288 μήτ̓ἄρ,τι, damit nicht δ̓ ἐσάω, μήτ᾽ ἄρτι gelesen werde. In neueren Zeiten ist dieses Zeichen, wie natürlich, fast ganz ausser Gebrauch gekommen, und st. , τε, , τι u. s. w. schreibt man diese Wörter bloss getrennt: τε, τι u. s. w., oder auch vereint und überlässt das richtige Verständnis dem Leser.4)

Das Hyphen ( ὑφέν) ist ein Zeichen ([gkhyph] oder [gklig]), welches in einem zusammengesetzten Worte oder auch bei zwei nebeneinander stehenden und mit einander zu einer Art Kompositum zu verbindenden Wörtern dem Schluss des ersten und dem Anfang des zweiten untergesetzt wurde (Bekk. An. II, p. 699. 675. 683. 702), als φιλόθεος, ἀρχιστράτηγος, πασιμέλουσα.5) Auch dieses Zeichen hat nur für die scriptio continua seine Bedeutung, und ist daher jetzt ganz aufgegeben. Ehedem beseitigte es manchmal Zweideutigkeiten, als Διοσκουροι (nicht Διὸς κοῦροι), βοωνεπιβουκολοσανηρ (nicht βοῶν ἔπι β. .).

Anmerk. Die Trennungszeichen s. § 55, 2, das Zeichen der Krasis s. § 51, A. 1, des Apostrophs § 53, 1, der Accente § 77, 1.

1 S. Fischer ad Veller. I, p. 223 sq.

2 Arcadius π. τόνων p. 189.

3 S. Hoffmann a. a. O., S. 93.

4 S. Schneider ad Pl. Civ. Praef. T. I, p. XLVIII sq.

5 Mehr Beispiele s. b. Fischer ad Veller. I, p. 225. Über das ὑφέν b. Homer s. Hoffmann, a. a. O., S. 103 ff. Es findet sich auch schon im Papyrus Bankes der Ilias.

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