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Geschlechtsbestimmung der Substantive nach ihrer Endung.

Lautliche Zeichen zur Bezeichnung der drei Geschlechter hat die griechische Sprache im allgemeinen ebenso wenig wie die übrigen stammverwandten Sprachen. Das ς, das die meisten männlichen und weiblichen Substantive im Nominative des Singulars an den Stamm ansetzen, ist zunächst weiter nichts als das Kasuszeichen für den Nominativ (§ 100, 1). Der Unterschied zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlechte tritt dadurch nur in der I. Deklination hervor, indem in ihr die Maskulina das Nominativzeichen ς haben, die Feminina hingegen desselben entbehren.

Der Gegensatz des sächlichen Geschlechts zu dem natürlichen (persönlichen) zeigt sich dadurch deutlich, a) dass das Neutrum im Nomin. Sing. grossenteils den nackten Stamm ohne Kasuscharakter darbietet, wie man z. B. aus der Neutralform der Adjektive in Vergleich mit der Maskulinform sieht, als: ἴδρις m. und f., ἴδρι n., μέλᾶς (st. μέλα^νς), G. μέλα^ν-ος, N. μέλα^ν, δυσμενής m. u. f., δυσμενές n., wie im Sanskrit durmanâs m. und f., durmanăs n.; b) dass bei den Stämmen auf ο das Akkusativzeichen der Maskulina und Feminina ν (eigtl. μ) auch auf den Nominativ der Neutra übertragen wurde, weil der Akkusativ das leidende Objekt im Gegensatze zu dem Nominative, dem Ausdrucke des thätigen Subjekts, bezeichnet, und das alles persönlichen Lebens entbehrende Neutrum selbst im Nominative gleichsam mehr als Objekt wie als Subjekt erschien, als: ἱμάτιο-ν καλό-ν, vestimentum pulchrum, δῶρο-ν, sk. dâna-m. Das Zeichen des Neutrums im Plurale ist ein α, das in der II. Dekl. für den Stammvokal ο, in der III. aber an den Stamm antritt, als: δῶρ-α, σώματ-α (v. σῶμα, St. σωματ).

Bei den meisten Pronomina bestand, wie wir aus der Vergleichung der stammverwandten Sprachen, des Sanskrit, Zend, Gothischen, Lateinischen, ersehen, der Charakter des sächlichen Geschlechts im Nomin. u. Akk. Sg. in einem dem reinen Stamme angesetzten δ, das jedoch nach dem § 57, III. angeführten Wohllautsgesetze der griechischen Sprache abfiel, wie in τό st. τόδ, sk. tad, sk. jad, τί, sk. kadid, Indefin.), L. quid, ἄλλο, L. aliud (doch in Kompos. ἔξαλλον u. s. w.), τοῦτο, ἐκεῖνο, αὐτό (τοιοῦτο, τοσοῦτο, τηλικοῦτο).(Smyth 197)

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