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IV. Unbestimmte und fragende Pronomina.

175.

Die unbestimmten und die fragenden Pronomina (Pr. indefinita und interrogativa) werden durch dieselbe Wortform ausgedrückt, unterscheiden sich aber durch die Betonung und Stellung, indem die unbestimmten enklitisch sind und nachgestellt werden, die fragenden orthotoniert sind und vorangestellt werden. Diese & Uuml;bereinstimmung der Form ist aus der Verwandtschaft der Bedeutung hervorgegangen. Denn sowohl diese als jene werden ja immer auf einen ungewissen Gegenstand bezogen.

Anmerk. 1. Als Stamm beider erscheint. κϝο, κϝι, wie denn das κ in den neuionischen Formen κοσός u. κόσος, κοιός u. κοῖος, κοτέ u. κότε, κώς u. κῶς, sowie in dem thessal. κίς = τίς geblieben ist; dieses κϝο, κϝι entspricht dem sanskrit. Interrogativstamme ka, ki und noch näher dem lat. quo, qui.1) Das κϝ ging in der attischen sowie den anderen Mundarten, ausser der (asiat.) ionischen, in π über, als: ποσός u. πόσος u. s. w.; vor ι jedoch überall mit Ausnahme des Thessalischen in τ (τίς, τί).

Anmerk. 2. Die Interrogativpronomina mischen sich in den Sprachen vielfach mit den Relativa: so ist im Lat. qui Relativ geworden, ebenso im Deutschen welcher, wer, was. Im Griechischen ist in indirekten Fragesätzen in starkem Masse das Relativ verwandt worden, jedoch naturgemäss weniger das bestimmte Rel. ὅς, als das unbestimmte, welches aus ὅς und dem Indefin. τις gebildet ist. Diesem entsprechend sind ferner ὅ-που, ὅ-πως, ὁποῖος, ὁπόσος, ὁπότε u. s. w. gebildet worden, mit unflektiertem , welches auch in manchen Formen von ὅστις (ὅτου u. s. w.) festgeworden erscheint. Der Accent ist bei zweisilbigem zweiten Teile auf der ersten Silbe desselben, bei einsilbigem auf dem . Alle diese Wörter fungieren als unbestimmte Relativa sowie in der indirekten Frage, für welche letztere aber auch die eigentlichen Fragewörter zulässig sind. Im thessal. Dialekte finden wir die Fragewörter selber auch als unbestimmte Relativa: τὰν ὀνάλαν κίς κε γινυειτει = τὸ ἀνάλωμα τι ἂν γίγνηται, φυλᾶς ποίας κε βελλειτει = φυλῆς ὁποίας (ἧστινοςἂν βούληται; ferner διέκι (διέ = διά und κί) = διότι; eigent. πόκκι = ὅτιdass” (doch aus πο-κϝι, nicht wie G. Meyer p. 195^{2} aus ποτ [Präpos.] κι).(Smyth 334)

176. Deklination von ti/s, ti\s, o(/stis.

Das unbestimmte Pronomen τὶς, τὶ, wer, was, ist durch alle Kasus aller Numeri enklitisch, das Fragpron.: τίς, τί, quis? quid? behält den Accent in allen Formen auf ι.

Im Genetive und Dative Sing. des Mask. und des Neutr. haben beide Pronomina auch die mit dem Artikel zusammenfallende Form τοῦ, τῷ. Diese Formen sind enklitisch, wenn sie dem Indefin., aber orthotoniert, wenn sie dem Interrog. angehören (§ 88). Statt τινά (Neutr. Plur.) sagen die Attiker auch ἄττα, die alten Ionier (nicht Herodot) ἄσσα, welche Form oft nach Adjektiven gebraucht wird, um eine ungefähre Bestimmung anzugeben, als: δεινὰ ἄττα, μικρὰ ἄττα, bei Homer nur Od. t, 218 ὁπποῖ᾽ ἄσσα; es geht auch wohl dem Adj. voran, wie Plat. Phaed. 60, e ἦν γὰρ δὴ ἄττα τοιάδε, vergl. Thom. Mag. p. 20; selten steht es allein, als: ποιεῖν ἄττα Plat. Civ. 1. 339, d. Übrigens ist diese Form nicht enklitisch; hervorgegangen ist sie aus den erstangeführten Verbindungen, wo eigentlich πολλά ττα d. i. πολλά τια (τjαgesagt wurde; daraus hat sich ἄττα in Folge verdunkelten Verständnisses losgelöst. Vergl. Ahrens, Formenl. § 44, Anm. 3; Wackernagel, Kuhns Zeitschr. XXVIII, 121 ff.; unten Anm. 2. Dem ἄττα, ἄσσα entspricht das relative ἅττα att., ἅσσα Hom. öfters, Hdt. 1.47. 138. 197, auch [Xen.] R. Ath. 2, 17 ohne Variante, wo man jetzt ἅττα schreibt; entstanden ist es aus ἅ-τια ἅτjα.

Das Pronomen ὅστις, ἥτις, ὅτι (entst. aus ὅς, , und τὶς, τὶ § 175, Anm. 2), quisquis, quicunque, wird doppelt flektiert und nimmt auch wie τὶς im Gen. und Dat. Sing., oft auch im Gen. und Dat. Pl. die kurzen, mit dem Artikel zusammenfallenden Formen an, in welchem Falle die Form des Relativs, wie in ὁπόσος, ὁποῖος, unverändert bleibt.

Sing. N. τὶς, wer? N. τὶ τίς, quis? τί, quid?
G. τινός oder τοῦ2 τίνος oder τοῦ
D. τινί τῷ3 τίνι τῷ
A. τινά N. τὶ τίνα τί
Plur. N. τινές N. τινά u. ἄττα τίνες τίνα
G. τινῶν τίνων
D. τισίν τίσιν), τοῖσι Soph. Tr. 984
A. τινάς N. τινά u. ἄττα τίνας τίνα
D. N. A. τινέ τίνε
G. D. τινοῖν τίνοιν

Singular. Plural.
N. ὅστις ἥτις ὅτι4 οἵτινες αἵτινες ἅτινα od.) ἅττα
G. οὗτινος od.) ὅτου5 ἧστινος ὧντινων od. (selt.) ὅτων
D. ᾧτινι od.) ὅτῳ6 ᾗτινι οἷστισιν) od. (selt.) ὅτοισι (ὅτοις αἷστισιν οἷστισιν
A. ὅντινα ἥντινα ὅτι οὕστινας ἅστινας ἅτινα od. ἅττα
Dual. N. A. ὥτινε, f. [ἅτινε], ὥτινε (S. OC. 1673), G. D. οἷντινοιν, [αἷντινοιν].

Anmerk. 1. Über die Betonung von ὧντινων, οἷντινοιν, αἷντινοιν s. § 89, Anm. 2 u. 5. Die negativen Komposita von τὶς: οὔτις, οὔτι, μήτις, μήτι, Keiner, Nichts, haben die Flexion des einfachen τὶς, als: οὔτινος, οὔτινες u. s. w. Statt οὔτις, μήτις gebraucht die Prosa οὐδείς, μηδείς; das Neutrum aber kommt (in adverbiellem Gebrauche) auch in der Prosa oft vor.

Anmerk. 2. In betreff der Dialekte ist Folgendes zu bemerken: a) τὶς und τίς: κίς thessal. (§ 175, Anm. 1), σὶς, σί kypr., τίρ st. τίς lakon. nach Hesych.; σά (st. σσά, aus τια τjα) megarisch = τινά und τίνα (σὰ μάν der Megarer Ar. Ach. 757), daraus erklärten schon die Alten ἅσσα. Scholl. L. V. ad Il. α, 554: ἅσσα: ἔστι δὲ κατὰ τὸν Ἡρωδιανὸν δύο μέρη λόγου, τὸ ἄρθρον (sc. ὑποτακτικόν, Relativ), καὶ τὸ σά Μεγαρικὸν δηλοῦν τὸ τινά. Eustath. 148, 39 σά, δηλοῖ τὸ τινά Μεγαρικῶς καὶ Δωρικῶς. Et. M. 157, 48.7) Im Kretischen flektierte τίς mit μ statt ν, daher ὄτιμι Gortyn. Taf. (doch das. V, 26 οἴτινες), μηδιμι Kreta C. I. Att. II, 547 st. μήτιμι, nach att. μηδενί entstellt; Dat. τιμάσι (so Bücheler f. τιμᾶσι) τισίν Hesych. — Του kennt auch der gew. Dorismus, Inschr. Epidaur. D.-I. 3339, Z. 114 (ὑπό του ἀγρίου ἕλκεος). In der lesbischen Mundart kommen neben den gewöhnlichen Formen von τίς: τί, τίνα, τίνες u. s. w., der Dat. τίῳ Sapph. 104 st. τίνι und τίοισιν 168 st. τίσιν vor, vergl. ion. τέῳ und τέοισι.

Altionische (Homer.) und neuion. Mundart:

S. N. τὶς, τὶ τίς, τί
G. τέο Hom., τεῦ Hdt. τέο Hom. u. Hdt., τεῦ Hom., τέου Archi-loch. fr. 95
D. τέῳ Hom. u. Hdt.; τῷ Hom. (Od. κ, 32 u. ö.). τέῳ Hdt. Anaxagor.
A. τινά, τὶ τίνα, τί
P. N. τινές, τινά, ἄσσα § 176, 2 τίνες, τίνα
G. τέων Hdt. τέων Il. ω, 387. Od. z, 119. ν, 200
D. τέοισι Hdt. τοῖσιν Od. κ, 110 nach Aristarch, τέοισι Hdt.
A. τινάς, τινά, ἄσσα
Dual. τινέ
b) ὅστις

S. N. ὅστις dor., böot., alt- und neuion. (ὄστις lesb.) ἅτις dor. u. s. w., ἥτις alt- und neuion. ὅτι alt- u. neuion., böot., dor.
ὅττι Hom., ὄττι Sapph., Alc. Inschr.
ὅτις Hom.
G. οὗτινος Hom. und dor., ὅτινος dor. decr. Amphict., ἧστινος.
[ὄττω unsichere Konj. Sapph. 13]; ὅτευ alt- u. neuion.; ὅττεο Od. a, 124. x, 377; ὅττευ Od. ρ, 121.
D. ὅτινι dor. decr. Amphict., arkad., ὄτιμι Gortyn.
ὅτεῳ alt- u. neuion.
ὅτῳ Il. μ, 428 (aber Zenod. ὅτεῳ, s. Spitzn.). Ap. Rh. 1, 466. 2, 412; ᾧτινι Hes. Op. 31.
A. ὄττινα äol. D.-I. 293, ὅντινα alt- u. neuion., ὅτινα Il. χ, 450. Od. q, 204; ἅντινα dor., ἥντινα alt- u. neuion; ὅτι alt- u. neuion., ὅττι Hom.; ὄττι lesb.
P. N. οἴτινες Alc. 96, ὄττινες? äol. D.-I. 281 *b, 29; οἵτινες alt- u. neuion., αἵτινες neuion.
G. ὅτεων altion. (Od. κ, 39) u. neuion.
D. ὁτέοισι altion. (Il. ο, 491) u. neuion.
A. οὕστινας alt- u. neuion., ὥστινας böot., ὅτινας Il. o, 492, ὄττινας Sapph. 12; ἅστινας altion. (Od. θ, 573) u. neuion.; ὅτιν̓ (v. l. ὅτι) Il. x, 450, ἅσσα (ἅσς᾿) Il. α, 554 und sonst öfters, Hdt. 1.47. 138. 197. Hipp. VIII, 276.

Anmerk. 3. Die Verdoppelung in ὅττι, ὄττινες u. s. w. rührt wie die in ὅππως u. a. von dem Digamma her, welches hinter τ (π) stand (kaum, wie Wackernagel, K. Z. 27, 89 ff., G. Meyer 192^{2}, von dem urspr. δ des Neutrums Sing., welches δ in die übrigen Formen übertragen sei). Eine sehr ausweichende Flexion von ὅστις zeigen die Gortyn. Tafeln, wo ausser ὄτιμι und οἴτινες sich Folgendes findet: Formen mit unverändertem zweiten Element G. sg. m. ὦτι, n. pl. ἄτι; sodann Fem. ὀτεία Dat. ὀτείαι, wozu Hesych. τεῖον: ποῖον, Κρῆτες zu vergleichen. Also ist ὀτεία = ὁποία, zugleich aber kaum zu trennen von ion. ὅτεῳ, τέῳ, τέοισι u. s. w., aus welchen im Attischen ὅτῳ, τῷ, τοῖσι u. s. w. hervorgegangen sind. Wir haben somit (Schmidt, K. Z. 25, 93) neben τι einen erweiterten Stamm τειο, τεο, zu dem eine Vorstufe in dem Gen. τέο liegen kann. Anders freilich Wackernagel, K. Z. 29, 149, der, auf ὄττω bei Sappho und τῷ, ὅτῳ bei Homer gestützt, den Zusatz des ε in diesen Formen für später erklärt und τῷ = πῷ nimmt (St. πό-, wie lat. quo- nb. qui-). — Eine merkwürdige Form ist lokr. ϝότι, Dial.-I. 1479 A 6, mit thessal. πόκκι (§ 175, Anm. 2) zusammenzustellen.

Anmerk. 4. Die verkürzten Formen von ὅστις kommen in der att. Prosa nur selten vor: ὅτου Xen. An. 3. 1, 20. 5. 1, 6. ὅτων Xen. Oec. 3, 2. An. 7. 6, 24 (st. ὅταν od. ὅτου der codd.). ὅτοισι Andoc. 3.16. Bei den attischen Dichtern aber sind sie sehr häufig, besonders ὅτῳ, dann ὅτου Aesch. Pr. 170. S. Aj. 33 und sonst öfters, ὅτων S. OR. 414, ὅτοις Tr. 1119. ὅτοισι Ant. 1335. Ar. Eq. 758. Die den kürzeren Formen entsprechenden längeren kommen bei ihnen fast nirgends vor; denn S. OC. 1673 ist mit Badham ὥτινε st. ᾧτινι zu lesen; es bleiben nur (Nauck, Eurip. Stud. II, 36) Eur. Hipp. 903 ᾧτινι und Ar. P. 1279 οἷστισι. Auch die att. Inschr. haben fast nur ὅτου, ὅτῳ, ἅττα, nirgends οὗτινος, ἅτινα ([ᾧ]τινι II, 501); vom Gen. und Dat. Plur. sind noch keine Beispiele. Meisterhans 123^{2}, nach Schmolling, Progr. Stettin Mariengymn. 1885; Nauck, Mélanges V, 223, möchte auch aus den Prosaikern die längeren Formen (Andoc. 2.10. Lys. 1.37. 38. 2, 21 u. s. w.) beseitigen. S. noch v. Bamberg, Zeitschr. f. G.-W. 1886, Jahresb. S. 37, nach Karlowa, Progr. Pless 1883 (οὗτινος, ᾧτινι, ἅτινα b. Lysias [falsch], Isokr., Isae., Dem. nicht vorkommend).

Anmerk. 5. Ausser dem Indefinitum τὶς gab es noch ein anderes: α?̓μός oder vielmehr ἁμός (Ahrens, D. II, 37), dem die Bedeutung von εἶς, τὶς beigelegt und das dorisch genannt wird. S. Scholl. ad Od. α, 10 u. Et. M. 95, 21 sqq. Das Gothische hat ein entsprechendes Indefin. sum-s, irgend einer (davon sum-an, einst, einmal); dass diese Wörter mit ἅμα = unā, ὁμοῦ, sk. sama zusammenhängen, ist nicht unwahrscheinlich.8) Die Form ἀμός selbst wird nur von Grammatikern angeführt; sie hat sich aber in der ion. Zusammenfügung οὐδαμοί und μηδαμοί (= οὐδένες, μηδένες) erhalten, so wie auch in mehreren abgeleiteten Adverbien: ἀμόθεν, besser ἁμόθεν, alicunde, Od. α, 10; att. ἁμόθεν γέ ποθεν Plat. Gorg. 492, d. Leg. 7. 798, b. ἁμῃγέπῃ Ar. Ach. 608. Plat. Leg. 5. 736, e. ἁμουγέπου, alicubi, Lys. 24.20 nach Bekkers Verbess., ἁμωσγέπως Pl. Leg. 1. 641, e u. s.;9) dazu kommen οὐδαμοῦ, μηδαμοῦ u. s. f., μηδὲ ἁμοῦ geschrieben C. I. Att. II, 11, 11; οὐθαμεῖ = οὐδαμοῦ Inschr. Epidaur., s. § 187, 1. — Endlich wird von den Grammatikern noch das Pron. δείς, δέν = τὶς, τὶ erwähnt und dafür Alc. fr. 76 angeführt: καί κ̓ οὐδὲν ἐκ δένος γένοιτο; auch bei Demokrit kam diese Missbildung aus οὐδείς (οὐ δείς) vor, während die Attiker durch den Spir. asp. in οὐδείς (οὐδ᾽ εἷς, οὐδὲ εἷςdavor bewahrt wurden.(Smyth 334)

177. Deklination von o( h( to\ dei=na.

Singular. Plural.
N. τὸ δεῖνα, irgend Einer, e, es οἱ δεῖνες
G. τοῦ τῆς τοῦ δεῖνος τῶν δείνων
D. τῷ τῇ τῷ δεῖνι fehlt
A. τὸν τὴν τὸ δεῖνα τοὺς δεῖνας.

Anmerk. 1. Auch wird, jedoch nur selten, δεῖνα indeklinabel gebraucht, als: τὸν δεῖνα τὸν τοῦ δεῖνα Ar. Th. 622. In der Syrak. Mundart bei Sophron fr. 24 lautete es δεῖν ohne α. Apollon. de pr. 75, c.

Anmerk. 2. Dieses Pronomen ist erst seit Plato und Demosthenes (noch nicht bei Herodot und Thucydides) im Gebrauche und nie in die Dichtersprache, ausser der Komödie, aufgenommen worden, da es der Volkssprache angehörte.10) Es wird von alten Grammatikern (s. Apollon. pron. 75, c, Et. M. 614, 56) von ὅδε (ὁδί) abgeleitet, ὁδέϊνα ὁδεῖνα; auch Schömann (Redeth. 104 f.) aus ὅδεἵνα (demonstr. “da”); Ahrens (K. Z. VIII, 344) a. ὅδε εἶν (altes Demonstr.; syrakus. δεῖν, s. Anm. 1). Eine andere Ansicht ist, die griechische Sprache habe ein mit δ anlautendes Demonstrativpronomen gehabt; von diesem stamme: δεῦρο, δεῦτε, δή, δέ und so auch δεῖνα.11)

Anmerk. 3. Über die Komparativ- und Superlativformen: ἕτερος, πότερος, ὅτερος, ἑκάτερος, ἕκαστος u. s. w. s. § 157, 8.(Smyth 336)

178. Korrelative (a)ntapodido/mena) Pronomina.

Unter den korrelativen Pronomina begreift man alle diejenigen Pronomina, welche eine gegenseitige Beziehung (Korrelation) zu einander ausdrücken und diese Beziehung durch eine entsprechende Form darstellen. Diese gegenseitige Beziehung ist entweder eine allgemeine, wie in τίς; τί; quis? quid? τὶς, τὶ, aliquis, aliquid, so: ὅδε, οὗτος, dieser, ὅς, welcher, oder eine bestimmtere.

Die bestimmtere Korrelation tritt in vier verschiedenen Formen hervor, nämlich als Pronomen interrogativum, indefinitum, demonstrativum und relativum. Diese vierfache Korrelation findet sowohl bei Adjektiv- als bei Adverbialpronomina statt. Die vier Formen unterscheiden sich teils durch verschiedene Betonung, teils durch verschiedene Anlaute, indem das Interrogativum mit π (neuion. κ) anlautet, das Indefinitum dieselbe Form, jedoch mit veränderter Betonung, hat, das Demonstrativum mit τ, und endlich das Relativum mit dem Spir. asper anhebt. Die allgemeinen Relativa setzen, wie wir (§ 175, Anm. 2) gesehen haben, dem Anlaut π (Indef.) das dem Relative angehörige vor.

Die korrelativen Adjektivpronomina drücken die Beziehungen der Quantität und Qualität aus. Es sind folgende:

Interrog. Indefin. Demonstrat. Relat. u. abhäng. Interrog.
πόσος, η, ον; ποσός, ή, όν τόσος, η, ον, tantus) ὅσος, η, ον
quantus? aliquantus τοσόσδε, τοσήδε (die Alten τοσῆδε, s. § 172 Anm. 3), τοσόνδε, G. τοσοῦδε, τοσῆσδε ὅσος, η, ον ὁπόσος, η, ον
quantus
τοσοῦτος, -αύτη, -οῦτον
ποῖος, , ον; ποιός, ά, όν τοῖος, , ον, talis) οἷος, , ον, qualis
qualis? von irgend einer Beschaffenheit τοιόσδε, τοιάδε (die Alten τοιᾶδε), τοιόνδε ὁποῖος, , ον
τοιοῦτος, -αύτη, -οῦτον
πηλίκος, η, ον; [πηλίκος, η, ον, τηλίκος, η, ον, so gross, alt) ἡλίκος, η, ον, wie gross, alt
wie gross? von irgend einer Grösse, einem Alter] (unbelegt)
wie alt? τηλικόσδε, ήδε (ῆδε), όνδε ὁπηλίκος, η, ον
τηλικοῦτος, -αύτη, -οῦτον

Anmerk. 1. Die Formen τόσος und τοῖος sind mehr der Dichtersprache eigen, in Prosa finden sie sich nur in wenigen, festen Gebrauchsweisen. So zunächst ὅσῳτόσῳ jedesto (doch auch hier τοσούτῳ weit häufiger), als: ὅσῳ μᾶλλον . ., τόσῳ Thuc. 4.28. ὅσῳ πλείους . . τόσῳ πλείονα Xen. Vect. 4, 32. ὅσῳ . . τόσῳ ἂν μᾶλλον Cyr. 1. 6, 26; dann in der Verbindung ἐκ τόσου, seit so langer Zeit, Plat. Symp. 191, c. Leg. 1. 642, e (ἐς τόσον Hipp. VIII, 284); ferner in der Verbindung τοῖος καὶ τοῖος, τόσος καὶ τόσος, so und so beschaffen, so und so gross (viel): ἔστιν οὖν τόσα καὶ τόσα καὶ τοῖα καὶ τοῖα, ὅθεν οἱ μὲν τοιοίδε οἱ δὲ τοιοίδε γίγνονται Plat. Phaedr. 271, d. τοῦ δὲ τοίου τοίου τὰ προσγιγνόμενα Civ. 4. 437, e. χρήμασι τόσοις καὶ τόσοις Leg. 4. 721, b, Demosth. 34, 24. 57, 29.

Anmerk. 2. Andere, aber nicht zu einer vollständigen Reihe ausgebildete Korrelative sind: ποδα^πός (s. Anm. 4); όποδαπός; cujas? woher gebürtig? dazu stellen sich παντοδαπός, ἡμεδαπός, nostras, ὑμεδαπός, vestras, ἀλλοδαπός, wie zu ποῖος οἷος τοῖος noch (ἄλλος) ἀλλοῖος, (ἕτερος) έτεροῖος, (πᾶς) παντοῖος. Ferner πόστος der wievielste (aus ποτι-τος nach Fick, K. Z. XXI, 10, vgl. sk. kati-thas), dazu ὁπόστος; hierzu gehören die Ordinalzahlen wie ἑκατοστός, und πόστος ist nach dieser Analogie gebildet, vgl. § 181, 3. Von πόστος kommt ποσταῖος, quoto die? Xen. Cyrop. 5, 3, 28. — Nach Analogie von τοσοῦτος ist τυννοῦτος, τυννουτοσί (Aristoph.), so klein, tantillus, gebildet; Stammwort dor. τυννός klein. — Dorisch ist τοσσῆνος = τοσοῦτος, τοιῆνος = τοιοῦτος, § 173, 3.

Anmerk. 3. Πόσος τόσος ὅσος ὁπόσος haben in der epischen, dor., lesb. Sprache doppeltes ς: ποσσῆμαρ Hom., τόσσος u. s. w.; im Böotischen aber sowie im Kretischen ττ: ὁπόττος; beides steht also fürότσος, ότjος, und ist verwandt mit sk. kati wieviel, lat. quot tot. Auf den ältesten kret. Inschriften ist sogar ΟΖΟΣ d. i. ὄτσος zum Vorschein gekommen, Comparetti, Mus. Ital. II, 171. 203. 212.

Anmerk. 4. Das Wort ποδαπός wird von den St. πο (vgl. ποῦ, πόθεν) und δάπεδον oder ἔδαφος, Boden, abgeleitet. Buttmann (Lexil. I, S. 126) findet darin ἀπό, das mittelst eines paragogischen δ zur Vermeidung des Hiatus an das Pronomen gefügt sei, als: ἀλλοδαπός von ἄλλου ἄπο; vgl. Θεόδιππος Θούδιππος von θεο- und ἵππος. Pott (Et. F. II, 265) denkt an das δ (τ) des Ablativs, Bezzenberger (Btr. 4, 337 ff.) an das δ des Neutrums. In der späteren Zeit sagte man auch ποταπός (Lobeck ad Phrynich. p. 56, Rutherford, Phryn. 128 ff.) und verallgemeinerte zugleich die Bedeutung, so dass ποταπός gleich ποῖος ist.12) Apollon. de pr. 38 sqq. verwirft die Ableitung von δάπεδον od. ἔδαφος und hält (p. 39, c) die Endung δαπος für eine Ableitungsendung wie z. B. ιος in παντοῖος; vgl. de constr. p. 186—192.(Smyth 340)

179. Korrelative Adverbialpronomina.

Die korrelativen Adverbialpronomina drücken Beziehungen des Ortes, der Zeit und der Weise oder Beschaffenheit aus.

Interrogativ. Indefinit. Demonstrat. Relativ. Allgem. Relativ.
ποῦ; ubi? πού, irgend wo fehlt (hic, ibi) οὗ, ubi ὅπου
πόθι; poet. ποθί poet. τόθι Homer ὅθι poet. ὁπόθι ep.
πόθεν; unde? ποθέν, alicunde τόθεν poet., so Hs. sc. 32 ὅθεν, unde ὁπόθεν
ποῖ; quo? ποί, aliquo fehlt (Apollon.) οἷ ὅποι
πόσε; poet. ὁπόσε Hom.
πότε; wann? ποτέ, aliquando τότε, dann ὅτε, cum ὁπότε
πηνίκα; quo fehlt τηνίκα Theokr. u. Apollon.) ἡνίκα, quo ὁπηνίκα
temporis puncto? ipso tempore
τηνικάδε, hoc ipso tempore
quota hora? S. Lobeck ad Phryn. p. 50; Rutherford Phryn. 122 τηνικαῦτα,
οὐπώ, πώποτε
πῶς; wie? πώς, etwa so τώς ep. u. att. poet. s. Anm. 2, ὥς ὧς s. Anm. 5, gew. οὕτως), ῶδε13 ὡς, wie ὅπως
πῇ; in welcher Richtung? wie? πῄ, in irgendwelcher Richtung, Weise τῇ poet., τῇδε ταύτῃ in dieser Richtung, Weise, hierher, hier , in welcher Richtung, Weise, wohin, wo ὅπῃ

Anmerk. 1. Die Formen auf , wie πῇ, ὅπῃ u. s. w., werden häufig ohne ι subscr. geschrieben; allein Apollon. de adv. 625 sagt ausdrücklich: λέγω τὸ τῇ καὶ πευστικῶς τὸ πῇ καὶ ἔτι τὸ ἀοριστωδῶς ὅπῃ, προστιθεμένου τοῦ ι, καθὼς καὶ παράδοσις ὁμολογεῖ. Vgl. Eust. 174, 1 τὸ μὲν ἀντὶ τοῦ ὅπου σὺν τῷ ι γράφουσιν οἱ τεχνικοί, καθὰ καὶ τὸ πῇ καὶ ὅπῃ καὶ ἄλλῃ. Auch die Inschr. bestätigen dies ι, wie auch G. Meyer S. 365^{2} zugiebt, wiewohl er dasselbe, um die Formen zu ursprünglichen Instrumentalen zu machen, verwerfen muss. S. im übrigen und über die dialektischen Nebenformen und Bildungen § 336.

Anmerk. 2. Das Demonstrativ τώς, sic, will Spitzner ad Il. β, 330 bei Homer nur dann gelten lassen, wenn es als Korrelativ zu ὡς steht, wie Il. γ, 415, sonst schreibt er θ̓ ὥς. Aber ohne korrelatives ὡς gebraucht Hes. Sc. 219. 478 τώς. Die attischen und andere Dichter gebrauchen es auf beiderlei Weise: ὡςτώς Aesch. S. 484. ὥσπερτώς Soph. Ai. 841; ohne ὡς Aesch. S. 637. Suppl. 691.

Anmerk. 3. Hieran reihen sich noch folgende, die aber nur in einzelnen Korrelationsstufen vorhanden sind und meist der Dichtersprache angehören: die epischen Formen τῆμος, τημόσδε, τημοῦτος (Hes. op. 576), tum (τῆμος relativisch Hippokr. IX, 14, vgl. unten τέως), ἦμος, cum (ὁπῆμος Arat. 566), vgl. thessal. τὸ τᾶμον (ψάφισμα) das heutige, § 31, S. 151; ὄφρα τόφρα, quamdiu tamdiu; ferner: τέως, tam diu, ἕως, quam diu; vgl. § 40, 2, S. 173 f.; τέως findet sich auch in relativischer Bedeutung statt ἕως, nicht nur hymn. Cerer. 138. Hdt. 4.165 (ἕως Stein), sondern auch bei Demosthenes oft, Voemel, Dem. Cont., p. 148 f.

Anmerk. 4. Die in der gewöhnlichen Sprache fehlenden korrelativen Formen zur Bezeichnung des Hier, Daselbst werden ersetzt durch: ἔνθα, ἐνθάδε, ἐνταῦθα (ἐνθαῦτα ion.), und des Von hier durch: ἔνθεν, ἐνθένδε, ἐντεῦθεν (ἐνθεῦτεν ion.); es ist dabei das einfache Wort in derselben Weise für die Prosa durch die Verlängerung mitυτα (vgl. die ion. Form) oder δε verdrängt, wie dies mit als Demonstr., τόσος, τοῖος u. s. w. geschehen. Ἔνθα und ἔνθεν bleiben nur in gewissen Verbindungen, als: ἔνθα μὲνἔνθα δέ, ἔνθεν καὶ ἔνθεν, und wenn die räumliche Bedeutung in die zeitliche übergeht, als Plat. Phaedr. 249, b, dazu bei Xenoph. auch als Relativa, welchen Sinn neben dem Demonstr. sie auch bei Dichtern von Homer ab haben.14

Anmerk. 5. Das Adverb ὥς st. οὕτως kommt in der Prosa ebenfalls nur in gewissen Redensarten vor: καὶ ὥς, vel sic, οὐδ᾽ ὥς, μηδ᾽ ὥς, ne sic quidem (Xen. An. 1. 8, 21. 3. 2, 23. 6. 4, 22. Oec. 2, 4. Thuc. 1.132), oder zuweilen in Beziehung auf ein vorangehendes ὡς, wie (Plat. Civ. 7. 530, d. Protag. 326, d, ubi v. Stallb.); in anderen Beziehungen nur höchst selten, z. B. ὣς οὖν Thuc. 3.37. Vgl. § 178 Anm. 1 über τόσος u. s. w. Im Übrigen treten die Verlängerungen οὕτως und ὧδε (d. i. ὥσ-δε vgl. ὅδε) ein. Die Alten betonten ὧς in der Verbindung mit καί (οὐδ̓, μηδ̓), wo ὧς = ὅμως, s. Hdn. Ι, 493. Über den urspr. Anlaut des Demonstr. ὥς vgl. § 18, S. 97. — Von τότε, tum, ist zu unterscheiden τοτέ, zuweilen, in den Verbindungen τοτὲ μέν . . τοτὲ δέ, τοτὲ μέν . . ἄλλοτε δέ u. dgl.; in derselben Bedeutung wird bei Hom. und Apollon. Rh. und bei den späteren Prosaikern ὁτὲ15) μέν .. ὁτὲ δέ, ὁτὲ μέν .. ποτὲ δέ gebraucht, vgl. § 174, 2 über ὃς μένὃς δέ.(Smyth 340)

180. Verlängerung der Pronomina.

Einige kleine Wörter schliessen sich so eng an die Pronomina zu einer besonderen Bestimmung ihrer Bedeutung, dass beide in Eines verschmelzen. Diese innige Verbindung wird in der Schrift gewöhnlich dadurch bezeichnet, dass beide Wörter zu Einem verbunden werden. Es sind folgende:

a) Die Enklitika γέ (γά dor.) verbindet sich mit den Personalpronomina der ersten und zweiten Person, um die Person hervorzuheben. Das Pron. ἐγώ zieht dann im Nom. und Dat. seinen Accent zurück, und beide Wörter werden zu Einem vereint: ἔγωγε, ἔμοιγε; so auch σύγε. So lehren die alten Grammatiker, s. Apollon. de adv. 594. de pr. 61, c. 63, a. 68, a. 104, b. Schol. Ven. ad Il. α, 173. Hdn. I, 474. II, 199; die Zurückziehung des Tones unterscheidet von ἐγώ γε, wo γε seinen vollen Sinn hat. Neuere Grammatiker haben dies auch auf ἐμέγε ausgedehnt und schreiben ἔμεγε, ohne Recht, welches nur aus der Überlieferung der Grammatiker hergeleitet werden könnte; dazu ist es begreiflich, dass in den häufigen Verbindungen ἔγωγε (z. B. νομίζω) und ἔμοιγε (z. B. δοκεῖ) eine Zurückziehung des Tones geschah, dagegen in den viel selteneren ἐμοῦγε und ἐμέγε nicht. In der Krasis mit καί und ἐμοί schreiben Manche κἀμοίγε, vgl. S. OC. 263 (doch Wund., Dind., Bergk u. s. w. κἄμοιγε). Übrigens kann sich γέ, sowie mit jedem anderen Worte, so auch mit jedem anderen Pronomen verbinden, wird aber nicht mit demselben zu Einem Worte vereinigt.

b) Das Adverb δή schliesst sich an das Relativ in der Bedeutung gerade, eben, als: (τῷ οὐρανῷ) ὅν δὴ αἰθέρα ὀνομάζειν Plat. Phaed. 109, b. ὅθεν δή Xen. Comment. 1. 1, 2, woher gerade, ib. 2, 3. 64; so ὅσος δή, ὁπόσος δή (ὁτεδή Aristarch. Il. α, 493, s. Hdn. II, 28); ferner: (δή), δήποτε und οὖν (auch δή ποτ᾽ οὖν) an die unbestimmten Relativa, wodurch dieselben zu sehr allgemeinen Indefinita werden, als: ὁστισδή (X. Anab. 4, 7, 25), ὁστισδήποτε, ὅστις δή ποτ᾽ οὖν (Dem. 40.8), ὁστισοῦν, ἡτισοῦν, ὁτιοῦν, quicumque, wer auch immer nämlich es ist, (G. οὑτινοσοῦν od. ὁτουοῦν, ἡστινοσοῦν, D. ᾡτινιοῦν oder ὁτῳοῦν u. s. w.); — ὁποσοσοῦν (ὁσοσδήποτε Euklid.), quantuscunque; — ὁπηλικοσοῦν, wie gross, alt auch nur; — ὁπῃοῦν, ὁπουοῦν, ὁπωσοῦν, ὁπωστιοῦν (besonders in Verbindung mit einer Negation, als: οὐδ᾽ ὁπωστιοῦν, ne minime quidem), ὁπουδή, ὁπουδήποτε.16)

c) Die Enklitika δέ, wahrscheinlich das abgeschwächte δή, verbindet sich mit Demonstrativen, um die hinweisende Beziehung derselben zu verstärken, als: ὅδε, ἥδε, τόδε; τοιόσδε; τοσόσδε; τηλικόσδε von , τοῖος, τόσος, τηλίκος, welche nach Ansetzung von δέ ihre Betonung verändern (§ 89, V). Ebenso ὧδε von ς), ἐνθάδε, ἐνθένδε, τηνικάδε u. s. w. (Im Thessal. νε für δε, ὅνε, im Arkad. νί, s. § 172 A. 3; unten A. 3.)

d) Die Enklitika πέρ wird sämtlichen Relativen angesetzt, um die relative Beziehung auf ein Demonstrativ noch mehr hervorzuheben, und bezeichnet daher eigentlich: welcher eben, dann welcher nämlich, doch, ja, auch, als: ὅσπερ, ἥπερ, ὅπερ (G. οὗπερ u. s. w.); ὅσοσπερ, οἷόσπερ (G. ὅσουπερ, οἵουπερ u. s. w.); ὅτιπερ, ὅθενπερ.

e) Das untrennbare ί̂ demonstrativum wird (jedoch erst seit der attischen Zeit; der dorischen Mundart ist dieser Gebrauch ganz fremd, s. Ahrens, dial. II. p. 272, während er in der böot. und arkad. sich findet)17) den Demonstrativen und einigen wenigen anderen Adverbien angehängt, immer mit starker demonstrativer Beziehung, so dass οὑτοσί = ὅδε (Cobet, Misc. 353; Blass, Rh. Mus. XLIV, 2 ff.). Es hat stets den Akut und verschlingt jeden ihm unmittelbar vorangehenden kurzen Vokal, sowie es die langen Vokale und Diphthonge verkürzt. Übrigens gehören solche Formen nur der Umgangssprache an, weshalb sie bei den Tragikern nicht vorkommen, auch nicht bei den Historikern, ausser Xenophon (Hdt. 7.229 νυνί v. l. νῦν).

οὑτοσί̂, dieser da (hice, celui-ci), αὑτη^ΐ, τουτί̂,

G. τουτου^ί̂, ταυτησί̂, D. τουτω?ͅί̂, ταυτη?ͅί̂, A. τουτονί, ταυτηνί,

Pl. οὑτοι^ί̂, αὑται^ί̂, ταυτί̂, G. τουτωνί, D. τουτοισί̂ u. s. w.;

ὁδί̂, ἡδί̂, τοδί̂ von ὅδε; ὡδί̂ von ὧδε; οὑτωσί̂ von οὕτως;

ἐκεινοσί̂ (bei Aristoph. und Lukian.), ἐκεινουΐ u. s. w.;

τοιουτοσί, τοιαυτηΐ, τοιουτονί, so beschaffen wie er vor dir steht;

τοσουτοσί̂, τοσαυτηΐ, τοσουτονί, so gross als er vor dir steht;

so: ἐντευθενί̂ v. ἐντεῦθεν; ἐνθαδί̂ v. ἐνθάδε, νυνί̂ v. νῦν; δευρί v. δεῦρο.

Anmerk. 1. Die Formen, in denen dem ί ein ς vorangeht, nehmen angeblich bei den Attikern zuweilen vor einem folgenden Vokale ein ν an, als: οὑτοσίν, ἐκεινοσίν, Apollon. de pr. 75, c, οὑτωσίν, Herod. I, 509, 2 (wo sogar νυνίν). Aber die Handschriften sind weit entfernt, diesen Gebrauch genügend zu bestätigen. Voemel, Dem. Cont. Prol. § 22 f.

Anmerk. 2. Die Komiker schieben zuweilen zwischen das Pron. οὗτος und ί die Wörtchen γέ, δέ, μέν ein, und aus γεΐ, δεΐ wird γί δί, so bei Aristoph. τουτογί, ταυταγί, αὑτηγί Ar. Ach. 784, τουτονγί Lys. 604 (doch auch αὑτηΐ γε, τουτονί γε;18) ferner τουτοδί Pl. 227 = τουτὶ δέ; selbst ἐνγεταυθί Thesm. 646 = ἐνταυθί γε; ἐνμεντευθενί Komik. Metagenes b. Ath. 6. 269 f. (I, 706 K.) = ἐντευθενὶ μέν; νυνδί (nach Dindorfs Emend.) Kom. Antiphanes b. Ath. 8. 343, a (fr. 190 K.) = νυνὶ δέ; νυνμενί Ar. Av. 448 = νυνὶ μέν.

Anmerk. 3. Im Böotischen finden wir (Meister, Dial. I, 274) τοιί (τυί, τοΐ) = οἵδε; im Arkadischen τωνί = τοῦδε thessal. τοῖνε, also für τῶ-νε-ί, ταννί = τήνδε, Dial.-Inschr. 1222.

Anmerk. 4. Über das η in ἐγών-η, τύν-η, τούν-η, ἐμίν-η, τίν-η s. § 166, 3. Dieses, wohl aus dem konfirmativen hervorgegangene verstärkende Suffix scheint auch in dem ep. und Aristophanischen τιή (die Alten τί ), eigentlich was wirklich? daraus warum denn? anzunehmen; ebenso bei Aristoph. ὁτιή (ὅτι ) in indirekter Frage und als Konjunktion = quandoquidem oder dass ja, wie οὐ γὰρ οἶσθ̓, ὁτιὴ πλείστους αὗται βόσκουσι σοφιστάς Nub. 331.19) — Die epische Sprache kann an alle Relative das enklitische Adverb τέ ansetzen, als: ὅστε, der gerade, welcher, ὅσοστε; bei Herod. findet sich dieses τέ getrennt in τὰ ἔθνεα, τά πέρ τε, 1, 74; aus der ep. Sprache ging es in die lyrische über, bei den Tragikern findet es sich fast nur in den lyrischen Stellen;20) in der gewöhnlichen Sprache hat sich dieses τέ erhalten in ἐφ᾽ ᾧτε, οἷόστε, οἵατε, οἷόντε, ἅτε, ὥστε. (Für dieses τε παραπληρωματικόν hatten die Aeolier το, dagegen τε für die verbindende Konjunktion, Hellad. b. Phot. Bibl. 532 a 2 Bk.)

1 S. Bopp, V. G., §§ 387 und 401.

2 Die kürzeren Formen finden sich auf Inschriften und bei Schriftstellern neben den längeren, auf ersteren jedoch nicht über 300 v. Chr. hinab. Meisterhans, Gr. d. att. Inschr. 123^{2}.

3 Die kürzeren Formen finden sich auf Inschriften und bei Schriftstellern neben den längeren, auf ersteren jedoch nicht über 300 v. Chr. hinab. Meisterhans, Gr. d. att. Inschr. 123^{2}.

4 Auch , τι mit der Diastole geschrieben, zur Unterscheidung von ὅτι “dass”, s. § 93, 1, oder in neuerer Zeit τι in zwei Worten.

5 ὅτου, ὅτῳ m. n., nicht auch fem. (Hermann z. Eur. I. T. 1038, doch daselbst 1071 kaum anders wie als fem. zu fassen). Die Formen οὗτινος und ᾧτινι finden sich weder auf Inschriften, noch bei den attischen Dichtern.

6 ὅτου, ὅτῳ m. n., nicht auch fem. (Hermann z. Eur. I. T. 1038, doch daselbst 1071 kaum anders wie als fem. zu fassen). Die Formen οὗτινος und ᾧτινι finden sich weder auf Inschriften, noch bei den attischen Dichtern.

7 S. Ahrens, dial. II, p. 277.

8 Vgl. Buttmann II, § 146, A. 22; Curtius, Et.^{5}, S. 393.

9 Vgl. Bremi ad Lys., p. 253. Über die Schreibung dieser Wörter s. Schneider ad Plat. Civ. 5. 474, c.

10 S. Baunack, Stud. 46 ff.

11 M. Schmidt de pron. Gr. et Lat. p. 40 f. Vgl. Bopp, V. G. § 376.

12 Schmidt l. d. p. 74 f.

13 Üb. ὧδε s. d. gründl. Erört. in Passows Wörterb.

14 Xen. Cyr. 1. 2, 2 ist st. οὐκ ἔνθεν, ὅθενπερ zu lesen; οὐκ ἔνθενπερ, so dass ὅθενπερ für ein Glossem von dem seltenen ἔνθενπερ zu halten ist.

15 Oxytonon nach Herodian Lentz I, 498, 4, indem es sich an ποτέ dem Sinne und der Betonung nach anschliesst. So auch τοτὲ μὲν, b. Hom. und Folg.

16 S. Lobeck ad Phryn. p. 373 sq.; Rutherford, Phryn. 471 (Phryn. warnt vor ὁνδηποτοῦν, wofür ὁντινοῦν zu sagen sei).

17 In der dor. Inschr. von Dodona, D.-I. 1339, soll αὐτονί f. αὐτόν stehen; indes ist anzunehmen, dass der Herausgeber einen zur Interpunktion dienenden Strich für ι genommen hat.

18 S. Elmsl. ad Ar. Ach. 784.

19 S. Lehrs, Quaest. ep. § 6, p. 62 sqq.; La Roche, Hom. Textkr. 267.

20 S. Passows Lex. II, 1^{5}, S. 548; Ellendt, L. S. 553.^{2}

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  • Cross-references from this page (40):
    • Aeschylus, Prometheus Bound, 170
    • Aeschylus, Suppliant Maidens, 484
    • Aeschylus, Suppliant Maidens, 637
    • Andocides, On his Return, 10
    • Andocides, On the Peace, 16
    • Aristophanes, Birds, 448
    • Aristophanes, Knights, 758
    • Aristophanes, Peace, 1279
    • Aristophanes, Plutus, 227
    • Aristophanes, Thesmophoriazusae, 622
    • Aristophanes, Thesmophoriazusae, 646
    • Demosthenes, Against Boeotus 2, 8
    • Euripides, Hippolytus, 903
    • Herodotus, Histories, 1.47
    • Herodotus, Histories, 4.165
    • Herodotus, Histories, 7.229
    • Homer, Iliad, 2.29
    • Homer, Odyssey, 15.492
    • Homer, Odyssey, 19.218
    • Homer, Odyssey, 1.124
    • Homer, Odyssey, 22.377
    • Homer, Odyssey, 22.450
    • Homer, Odyssey, 6.119
    • Homer, Odyssey, 8.204
    • Lysias, On the Murder of Eratosthenes, 37
    • Lysias, On the Refusal of a Pension, 20
    • Sophocles, Ajax, 33
    • Sophocles, Oedipus at Colonus, 1673
    • Sophocles, Oedipus at Colonus, 263
    • Sophocles, Oedipus Tyrannus, 414
    • Thucydides, Histories, 1.132
    • Thucydides, Histories, 3.37
    • Thucydides, Histories, 4.28
    • Aristophanes, Acharnians, 608
    • Aristophanes, Acharnians, 757
    • Aristophanes, Acharnians, 784
    • Aristophanes, Lysistrata, 604
    • Herbert Weir Smyth, A Greek Grammar for Colleges, 334
    • Herbert Weir Smyth, A Greek Grammar for Colleges, 336
    • Herbert Weir Smyth, A Greek Grammar for Colleges, 340
  • Cross-references in notes from this page (2):
    • Euripides, Iphigeneia in Taurus, 1038
    • Aristophanes, Acharnians, 784
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