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372. I. Lehre von den Arten (Generibus) des Verbs.

Die griechische Sprache unterscheidet drei Arten (Genera) des Verbs: Aktiv, Medium und Passiv.

1) Entweder erscheint das Subjekt als thätig (Activum), als παῖς γράφει, τὸ ἄνθος θάλλει. Die aktive Form hat aber eine doppelte Bedeutung:

a) Die intransitive, wenn die Thätigkeitsäusserung des Subjektes entweder auf das Subjekt beschränkt bleibt, als: τὸ ἄνθος θάλλει, oder durch ein Objekt ergänzt oder näher bestimmt wird, das durch einen Kasus oder durch eine Präposition mit ihrem Kasus ausgedrückt ist, als: Ε᾿πιθυμῶ τῆς ἀρετῆς, χαίρῳ τῇ νίκῃ, ἀλγῶ τοὺς πόδας, βαδίζω εἰς τὴν πόλιν. Intransitivum. Der intransitive Verbalbegriff wird von der lebendigen Sprache nicht als ein blosser toter Zustand, sondern als eine Thätigkeitsäusserung aufgefasst, und dies spricht sich deutlich darin aus, dass im Altdeutschen und noch heute in der deutschen Volkssprache, sowie auch im Englischen intransitive Verben mit dem Verb thun häufig verbunden werden, als: ich thue schlafen, I do believe, I did go.1

b) die transitive, wenn die Thätigkeitsäusserung des Subjektes auf ein Objekt so übergeht, dass dasselbe als leidend (im weitesten Sinne des Wortes, d. h. getroffen, berührt, auf irgend eine Weise, gleichviel, ob in gutem oder schlimmem Sinne affiziert, oder bewirkt, hervorgebracht, erzeugt) erscheint; ein solches Objekt wird nur durch den Akkusativ ausgedrückt, als: Ἐπαινῶ τὸν παῖδα, τύπτω τὸν παῖδα, γράφω ἐπιστολήν. Transitivum.

2) Oder das Subjekt erscheint als ein solches, welches eine auf sich selbst zurückwirkende Thätigkeitsäusserung ausübt. Diese von dem Subjekte ausgehende und auf dasselbe wieder zurückwirkende Thätigkeitsäusserung kann entweder bloss auf das Subjekt beschränkt oder mit einem Objekte verbunden sein, als: βουλεύομαι, ich berate mich, κόπτομαι, ich schlage mich, κόπτομαι τὴν κεφαλήν, ich schlage mir den Kopf oder meinen Kopf, καταστρέφομαι τὴν γῆν, ich unterwerfe mir das Land, ἀμύνομαι τοὺς πολεμίους, ich wehre mir, von mir die Feinde ab. Medium oder Reflexivum. Wenn das Medium eine Thätigkeitsäusserung bezeichnet, welche zwei oder mehrere Subjekte auf einander richten, als: κόπτονται, sie schlagen sich einander, διαφέρονται, sie sind untereinander uneins, μάχονται, sie kämpfen mit einander, συμβουλεύονται, sie beraten sich unter einander, διακελεύονται, sie muntern sich unter einander auf, διαλύονται, sie versöhnen sich unter einander, διαλέγονται, sie unterreden sich mit einander, διανέμονταί τι, sie verteilen etwas unter einander, so wird es Reciprocum genannt.(Smyth 1713)

3) Oder das Subjekt erscheint als die Wirkung der Thätigkeitsäusserung eines Anderen aufnehmend, empfangend und insofern leidend, d. h. getroffen, berührt, auf irgend eine Weise, gleichviel, ob in gutem oder schlimmem Sinne affiziert, oder bewirkt, hervorgebracht, erzeugt, wie es bei dem Objekte des Transitivs der Fall ist, als: παῖς ἐπαινεῖται, der Knabe empfängt Lob = wird gelobt, παῖς ζημιοῦται, der K. empfängt Strafe = wird gestraft, ἐπιστολὴ γράφεται, der Brief nimmt das Schreiben auf = wird geschrieben. Passivum.(Smyth 1735)

Die aktive und die mediale Form sind vollständig ausgebildet. Das Passiv aber entlehnt fast alle seine Formen von dem Medium, da der passive Begriff von den Griechen als ein reflexiver aufgefasst wurde. Nur für zwei Zeitformen, Futur und Aorist, hat die griechische Sprache besondere Formen ausgeprägt, die jedoch, wie wir sehen werden, bei vielen Verben auch zur Bezeichnung des reflexiven oder intransitiven Begriffes angewendet wurden. Die Aktivform und die Medialform sind als eigentliche Arten (Genera) des Verbs anzusehen; die Passivform ist eine blosse Flexionsform der transitiven Verben, der Aktivform gegenüber.2(Smyth 1715, 1737)

Bemerkungen über die Arten (Genera) des Verbs.

373. Aktive Form.

Der Gegensatz der transitiven Verben zu den intransitiven bildete sich erst dadurch, dass gewisse Verben zu ihrer Ergänzung sich mit einem leidenden Objekte im Akkusative [§ 372, 1, b)] verbinden, während andere Verben sich zwar auch mit einem Objekte verbinden können, aber nicht mit einem leidenden Objekte. Durch besondere Wortformen unterscheidet die Sprache die intransitiven und die transitiven Verben nicht, sondern drückt beide durch die nämliche Aktivform aus, als: θάλλειν, ἀνθεῖν, florere, χαίρειν, gaudere, ἀλγεῖν, dolere, καθεύδειν, dormire, und τύπτειν, παίειν, ἐπαινεῖν, ψέγειν, γράφειν. Solche Verben also, welche die Fähigkeit haben, ein leidendes Objekt im Akkusative als Ergänzung zu sich zu nehmen, nennt man transitive. Aber an sich haben auch diese Verben, wenn sie objektlos stehen, intransitive Bedeutung, als: βάλλω, ich werfe, γράφω, ich schreibe, und bezeichnen alsdann die Thätigkeitsäusserung als einen Zustand, in dem sich das Subjekt befindet.(Smyth 1703)

Die griechische Sprache ist sehr reich an Aktivverben, welche neben der transitiven zugleich auch die intransitive Bedeutung haben; namentlich gehören hierher die Verben der Bewegung. Übrigens hat diesen Gebrauch die griechische Sprache mit anderen gemein; vgl. die Vögel ziehen, der Wagen bricht u. s. w., vertere, mutare, declinare u. s. w., changer, decliner, sortir, to move, to turn. Im Deutschen werden die intransitiven Aktive oft durch Reflexivverben übersetzt, als: ἐπικλίνω, ich neige mich (zu etw.). (Smyth 1709)

α) Beispiele aus Prosaikern: ἄγειν, marschieren, ziehen (vom Feldherrn) X. A. 2.6.7 ἡμέρας καὶ νυκτὸς ἄγων ἐπὶ τοὺς πολεμίους, führen (vom Wege) 3. 5, 15. ἀνάγειν, sich zurückziehen Cy. 1. 4, 24; auch unter Segel gehen, Th. 3.16, ubi v. Stahl (häufiger ἀνάγεσθαι), προάγειν procedere P. Phaedr. 227c. 228, b. ὑπάγειν succedere X. An. 3. 4, 48 τοῖς ἔμπροσθεν ὑπάγειν παρεκελεύετο; sich zurückziehen Hdt. 4, 120. 122; διάγειν leben, sich befinden X. ven. 12, 15. Comm. 4. 4, 15. ἐλαύνειν vehi: reiten X. Cyr. 1. 4, 20; fahren schon ο, 50; segeln γ, 157; so ἀπελαύνειν, διελαύνειν, ἐξελαύνειν, ἐπελαύνειν u. a. — Kompos. v. βάλλειν, als: ἐμβάλλειν u. εἰσβάλλειν, einfallen, auch münden: Ἀχέρων ποταμὸς ἐσβάλλει ἐς τὴν λίμνην Th. 1.46, ἐκβάλλειν, hervorspringen, μεταβάλλειν, mutari, P. Civ. 473b, ubi v. Stallb., διαβάλλειν u. παραβάλλειν, übersetzen, Th. 2.83. Hdt. 7.179. περιβάλλειν, umsegeln, Hdt. 6.44, προσβάλλειν τινί, angreifen, Th. 3.22, συμβάλλειν τινί, manus conserere, Hdt. 3.11 (schon Π, 565), ἐπιβάλλειν, sich werfen auf, anfallen P. Phaedr. 248b, ὑπερβάλλειν, hervorragen, Dem. 8.16 ὑπερβάλλειν ἀνοίᾳ. X. Hier. 11, 2 ὑπερβαλλούσῃ δαπάνῃ. Dem. 8.46 ῥᾳθυμία ὑπερβάλλουσα; περιέβαλλον ἀλλήλους, umarmten sich, X. A. 4.7.25. — ὁρμᾶν, eilen, sehr häufig v. Homer an poet. u. pros., so auch: ἐξορμᾶν; da in gleicher Bdt. mit ὁρμᾶν auch ὁρμᾶσθαι gebraucht wird, so kann X. C. 1.4.20 Κῦρος ὡς εἶδεν ὁρμωμένους ἐξορμᾷ nicht auffallen. — κλίνειν, neigen, X. Comm. 3. 5, 13, und dessen Komposita ἐκκλίνειν u. ἐγκλίνειν, ausbiegen, weichen X. A. 1.8.19. Hell. 2, 4, 34; ἐπικλίνειν, zu etwas neigen, Dem. 3.8, ἀποκλίνειν 1, 13. — τρέπειν, wie vertere, ἐπιτρέπειν, se permittere, öfter bei Hdt. und Anderen, als: Hdt. 3.81 ὀλιγαρχίῃ ἐπιτρέπειν, Dem. 8.9 δεῖ μὴ ἐπιτρέπειν αὐτῷ. — στρέφειν mit seinen Kompos. X. A. 4.3.32 τἀναντία στρέψαντες, retro conversi. 6. 6, 38 τοὔμπαλιν ὑποστρέψαντας, reversos. Hell. 3. 4, 12 τἀντία ἀποστρέψας. στέλλειν, proficisci, nur bei Hdt., z. B. 4, 147 Θήρας ἔστελλε ἐς ἀποικίην ἐκ Λακεδαίμονος, u. dicht., z. B. S. Ph. 571. 640. — πταίειν, anstossen, in der Prosa stets intr. Dem. 2.20 εἰ δέ τι πταίσει, offendet, προσπταίειν Hdt. 6.95 μεγάλως προ- σέπταισαν (vom Schiffbruch), Dem. 8.61 προβόλοις προσπταίοντες. — ἀπαγορεύειν, versagen, d. i. ermatten, häufig. — ἀπαλλάττειν, davon kommen, Dem. 18.65 χεῖρον ἡμῶν ἀπηλλάχασι, sind schlechter als wir davongekommen. Hdt. 2.77 οὐ μεταλλάσσουσι (mutantur) αἱ ὧραι. — διδόναι. Das Simpl. selt. in Prosa, Th. 4.108 εἰωθότες οἱ ἄνθρωποι ἐλπίδι διδόναι, se dare (häufiger dicht., z. B. Eur. Ph. 21); Komp. ἐκδιδόναι, sich ergiessen (v. Flusse), Hdt. 3.9. 6, 76 u. Spätere; ἐπιδιδόναι, proficere, X. M. 3.9.3. Oec. 3, 10; ἀνταποδιδόναι, respondere, entsprechen, Pl. Phaed. 72. a. b.; ἡδονῇ παραδούς, indulgens, Pl. Phaedr. 250, e, ubi v. Stallb., ἐνδοῦναι, cedere, Th. 2.81. 4, 35. 129. — Komposita von ἱέναι, als: ἐξιέναι, sich ergiessen (v. Flusse), ἐς θάλασσαν Hdt. 6.20. Th. 2.102. 4, 103; ἀνιέναι, nachlassen Hdt. 2.113; καθιέναι, sich herablassen, senken, P. Phaed. 112e. Ar. Equ. 430; ἐφιέναι ἰσχυρῷ γέλωτι P. Civ. 388e (indulgere), vgl. Tim. 59, d.3) — Komposita von μίσγειν, μιγνύναι, als: συμμίσγειν, commisceri, manus conserere, Th. 1, 50, so auch προσμιγνύναι 7, 39, öfter bei den Historikern auch appropinquare, als: Hdt. 6.95 προσέμιξαν τῇ Νάξῳ. Th. 3.22.; ἐπιμιγνύναι, verkehren, Th. 1.2 ἐπιμιγνύντες ἀδεῶς ἀλλήλοις. — αἴρειν, aufbrechen (zur See od. zu Lande) Th. 2.98 ἄρας ἐπορεύετο; öfter ἀπαίρειν Hdt. 6, 99 οἱ βάρβαροι, ὡς ἀπῆραν ἐκ τγ̂ς Δήλου; ἀνταίρειν τινί, kämpfen, widerstehen, P. Euthyd. 272a. Dem. 6.5. — συνάπτειν, manus conserere Hdt. 4.80. — ἁρμόζειν, passen, congruere, X. C. 2.1.16, (vgl. Ar. Av. 564); öfter συναρμόζειν Comm. 2. 6, 24. — ἔχειν, halten (Halt machen) Dem. 45.26 ἔχε αὐτοῦ. P. Prot. 349d ἔχε δή (halt einmal), ἄξιον γάρ τοι ἐπισκέψασθαι λέγεις. Th. 1.112 Ἑλληνικοῦ πολέμου ἔσχον, im Hellenenkriege hielten sie inne; standhalten, *n, 679; ἔχειν κατ᾽ οἴκους Hdt. 6.39, domi se tenere; ἔχειν ἀμφί τι, in aliqua re occupatum esse, X. C. 5.5.44 und oft bei Xen.; ἔχειν εἰς, ἐπί, πρός τι, wohin halten, d. i. zielen, sich erstrecken Hdt. 3.82 εἶπε ἐς τὸ πλῆθος ἔχοντα, spectantia. 1, 180 τὰς ὁδοὺς τὰς ἐπὶ τὸν ποταμὸν ἐχούσας, vgl. 2, 17. *n, 520 δι᾽ ὤμου . . ἔγχος ἔσχεν, nahm die Richtung, drang, t, 38 κίονες ὑφόσ᾽ ἔχοντες, hochaufstrebende Säulen. X. A. 7.8.21 κώμας ὑπὸ τὸ Παρθένιον πόλισμα ἐχούσας; landen Hdt. 6.92 ἔσχον ἐς τὴν Ἀργολίδα χώραν, vgl. Th. 1.110. 2, 25 und sonst oft; mit Adverbien sich verhalten, befinden w, 245 εὖ τοι κομιδὴ ἔχει; poet. auch mit Adjektiven, als: ἔχ̓ γ̔́συχος Eur. M. 550 (auch Hdt. 8.65, ubi v. Baehr), vgl. Or. 1273. — Komposita ἄκρα ἀνέχει, eminet Th. 1.46, vgl. 4, 53. 7, 34; ἀντέχειν aushalten, standhalten Th. 1.65 ὅπως ἐπὶ πλέον σῖτος ἀντίσχῃ. 7, 22 ἀντεῖχον ἀλλήλοις ἐπὶ πολύ; ganz gewöhnl. ἀπέχειν, entfernt sein (b. Hom. nur trans.); διέχειν, sich erstrecken, pertinere Hdt. 4.47, entfernt sein, X. M. 2.3.19, ἐσέχειν, sich erstrecken, oft b. Hdt., vgl. 2, 11. 3, 78, auch = eindringen 8, 137 ἐς τὸν οἶκον ἐσέχων ἥλιος; ἐξέχειν, hervorragen, Pl. civ. 602, c, aufgehen (v. d. Sonne) Ar. V. 771; ἐπέχειν, innehalten Th. 8.31; warten Hdt. 6.102 ἐπισχόντες ὀλίγας ἡμέρας, vgl. Th. 4.124, Dem. 4.1; in mente habere Hdt. 1.80. 153; κατέχειν, sich behaupten, bestehen Th. 1.10 λόγος κατέχει, 4, 32 ὅσοι περὶ Πύλον κατεῖχον, standen; auch hinsteuern, landen Antiph. 5.21; παρέχειν herhalten, dulden, sich überlassen, vgl. Stein zu Hdt. 9.17. Stallb. ad P. Gorg. 475d. civ. 411, a; προσέχειν attendere, = προσέχειν τὸν νοῦν, oder appellere landen, wie προσσχόντων ἐς τὴν Σάμον Hdt. 3.48; προέχειν hervorragen, praestare k, 90 ἀκταὶ δὲ προβλγ̂τες . . προύχουσιν. *y, 325 τὸν προύχοντα δοκεύει (der einen Vorsprung hat). *x, 97. Ψ, 453. Th. 1.18 δυνάμει προύχοντες; ὑπεξέχειν entweichen Hdt. 5.72. 6, 74 ὑπεξέσχε ἐς Θεσσαλίην. πράττειν mit Adverbien, als: εὖ, κακῶς, oder mit dem Akkus. von Adjektiven, als: καλά, κακά, sich befinden. — διατρίβειν, versari, Dem. 8.14. ἐν Θρᾴκῃ διατρίβει. — φέρειν, εἰς, ἐπί, πρός c. acc., örtlich wohin führen Th. 3, 24 τὴν ἐς Θήβας φέρουσαν ὁδόν, sich erstrecken Hdt. 7.201 ἐπεκράτεε δὲ μὲν τῶν πρὸς βορέην ἐχόντων, . . οἱ δὲ τῶν πρὸς νότον φερόντων; bildl. sich beziehen, hinzielen, wozu dienen u. dgl., sehr häufig, z. B. Hdt. 1, 120 ἐς τί ὑμῖν ταῦτα φαίνεται φέρειν; 1, 10 ἐς αἰσχύνην μεγάλην φέρει. Komp. συμφέρειν, förderlich sein, nützen, angemessen sein; συνήνεικε, accidit, evenit, oft b. Hdt., als: 6, 23, 117 u. s. w.; ἐπαναφέρειν, referri, sich beziehen, Pl. Lysid. 219, c, ubi v. Stallb.; διαφέρειν, verschieden sein, differre; προφέρειν hervorragen Th. 1.123 πλούτῳ καὶ ἐξουσίᾳ ὀλίγον προφέρετε; ὑπερφέρειν überragen Th. 1.81 πλήθει ὑπερφέρομεν. X. R. Lac. 15, 3 ὑπερφέρειν πλούτῳ.4) — Komposita v. λαμβάνειν: ἀναλαμβάνειν, refici, recreari, P. Civ. 467b, ubi v. Stallb. Th. 2.54 γ̓̀ν ἄλλος πόλεμος καταλάβῃ, eintritt. Oft ὑπολαβὼν (in die Rede eingreifend) εἶπε, z. B. X. A. 2.1.15. Th. 3.113. — καταλύειν ausspannen, einkehren P. Prot. 311a καταλύει παρὰ Καλλίᾳ, Frieden schliessenfter καταλύεσθαι) Th. 8.58 ἢν δὲ καταλύειν βούλωνται πρὸς Ἀθηναίους, ἐν ὁμοίῳ καταλύεσθαι. — οἰκεῖν, habitari, administrari, als: πόλις οἰκεῖ P. Civ. 462d, ubi v. Stallb., u. so oft, als: 543, princ., ebenso: οἰκεῖν, wohnen, ohne Obj. Hdt. 3.99. ἀσφαλέστατα οἰκεῖν, wohnen, leben Th. 6.18. X. M. 2.3.2. — τελευτᾶν, enden, sterben, sehr oft. — κατορθοῦν Erfolg haben Dem. 18.274. 288 u. s. — νικᾶν, Hdt. 6, 109 ἐνίκα χείρων τῶν γνωμέων, wie: vincit sententia5), selbst ἐνίκησε λοιμὸν εἰρῆσθαι Th. 2.54, es drang durch. — λόγος αἱρεῖ ratio evincit Pl. civ. 604, c. — λείπειν Simpl. in Prosa selten: Lys. 19.43 μικροῦ λείποντος πεντεκαίδεκα τάλαντα. Pl. leg. 728, a παντὸς λείπει es fehlt an allem, d. i. weit gefehlt. Komp. ἐλλείπειν, ausbleiben, deesse Dem. 2.30 τὸ ἠδικημένον ἀεὶ μέρος ἐλλείψει wird es an sich fehlen lassen; ἐπιλείπειν, ἐκλείπειν ausgehen, deficere X. H. 2.2.11 σῖτος ἐπελελοίπει, vgl. An. 4. 5, 14; Oec. 7, 19 τοῦ μὴ ἐκλιπεῖν ζῴων γένη, Th. 2.28 ἥλιος ἐξέλιπε; ἀπολείπειν wegbleiben, sich entfernen. Pl. leg. 732, b ἀνάμνησις δ̓ ἐστὶν ἐπιρροὴ φρονήσεως ἀπολειπούσης = ἀπορρεούσης. X. conv. 8, 14 ἀπολείποντος δὲ τούτου (τοῦ ἄνθους τῆς ὥρας). Schon Hom. η, 117 τάων οὔποτε καρπὸς ἀπόλλυται οὐδ᾽ ἀπολείπει. Hdt. 7.221 αὐτὸς μὲν οὐκ ἀπέλιπε, τὸν δὲ παῖδα ἀπέπεμψε, Th. 3.10 ἀπολιπόντων ὑμῶν ἐκ τοῦ Μηδικοῦ πολέμου; X. A. 4.7.6 πίτυες διαλείπουσαι auseinanderstehend, Th. 3.74 διαλιπούσης ἡμέρας nach Verlauf eines Tages. — δηλοῖ, patet, Hdt. 9.68, vgl. P. Gorg. 483d, ebenso auch b. d. Attik.6), z. B. Lys. 13.13 ὥς γ̓ ἐδήλωσεν ὕστερον. X. C. 7.1.30 πολλαχοῦ καὶ ἄλλοθι δῆλον . . καὶ ἐν τούτῳ δὲ ἐδήλωσεν. — δείξει apparebit Ar. V. 994 δείξειν ἔοικεν, vgl. Dem. 2.20. διέδεξε (v. δεικνύναι), apparuit, öfter b. Hdt. wie 2, 134. 3, 82 u. s. — Kompos. v. ἀνύειν schon h, 326 ἀπήνυσαν οἴκαδ᾽ ὀπίσσω (viam confecerunt, pervenerunt), so ἐξανύουσι ἐπὶ Σηπιάδα Hdt. 7.183 vgl. 6, 139; κατανύσας ἐξ Ἐλαιοῦντος ἐς Λῆμνον 6, 140. X. Hell. 5. 4, 20. — ποταμοὶ συρρηγνῦσι ἐς τὸν Ἕρμον Hdt. 1.80 simul irrumpunt. — Auffallend Th. 2.67 ἔμελλον τὸν Ἑλλήσποντον περαιώσειν st. des gwhnl. Med.7). — ἐξισῶσαι τοῖς Μαντινεῦσιν Th. 5.71, vgl. 6, 878). — ὁπότε ἐς τὴν καρδίαν στηρίξαι Th. 2. 49, haesisset.παῦε st. παύου P. Phaedr. 228e, ubi v. Stallb., ebenso Ar. Eccl. 160. R. 269, vgl. β). — λωφᾶν, Th. 2.49 v. Nachlassen des Krampfes; ἀπὸ νόσου καὶ πολέμου λελωφήκαμεν (zur Ruhe kommen) Th. 6.12; λωφᾷ τῆς ὀδύνης P. Phaedr. 251d. — μαινόμενος καὶ ὑποκεκινηκώς (demensPl. civ. 573, c, wie öfter παρακινεῖν9), z. B. X. M. 4.2.35 ὑπὸ τῶν ἐπὶ τοῖς ὡραίοις παρακεκινηκότων διαφθείρονται.τὰς πύλας χαλώσας, apertas, X. C. 7.5.29. — ῥιπτεῖν, se praecipitare, selt. pros. X. ven. 9, 20. — καταστήσαντες, anhaltend mit d. Schiffe, X. oec. 16, 7. — τείνειν sich erstrecken Hdt. 3.5 λίμνης, παρ᾽ ἣν τὸ Κάσιον ὄρος τείνει ἐς θάλασσαν, wohin zielen P. Crit. 47c τί δ̓ ἔστι τὸ κακὸν τοῦτο, καὶ ποῖ τείνει καὶ εἰς τί; contendere X. A. 4.3.21 ἔτεινον ἄνω πρὸς τὸ ὄρος; ebenso κατατείνειν Hell. 4. 4, 7. An. 2. 5, 30, παρατείνειν Th. 4.8, συντείνειν Ages. 7, 1. Pl. leg. 731, a. — ξυγκλῄσαντες, conglobati, Th. 4.35. — Kompos. v. φαίνειν: ἔαρ, ἡμέρα ὑπέφαινεν X. Hell. 3. 4, 16. 4. 1, 41. 5. 1, 21. Cy. 4. 5, 14. An. 3. 2, 1 u. s., τὸ μεγαλοπρεπὲς διὰ τοῦ προσώπου διαφαίνει X. M. 3.10.5. — ἀντέκοπτε, widersetzte sich, X. H. 2.3.15. ἐπειδάν τι ἀντικόφῃ 31, si quid adversi acciderit10). So sind auch zu erklären: ἄγε, ἄγε δή, πρόσαγε, φέρε δή, ἔχε δή.

β) Der Dichtergebrauch ist noch freier, namentlich insofern, als in ihm auch mehrere Simplicia mit intransitiver Bedeutung vorkommen, während dies in der Prosa nur bei wenigen der Fall ist. ( κρήνηἵησιν πρὸς δόμον η, 130, strömt. (Ποταμὸς) ἐπὶ γαῖαν ἵησιν l, 239. μεθιέναι μάχης Μ, 268. 409 u. sonst sehr oft. — βάλλειν *l, 722 ἔστι δέ τις ποταμὸς Μινυήϊος εἰς ἅλα βάλλων sich ergiessend. — ἐνιπλήττειν τάφρῳ, hineinstürzen, M, 72. — Hs. sc. 449 παῦε μάχης. Eur. Hel. 1320 ἔπαυσε πόνων. Ar. R. 580. Mit d. Partiz. Ar. P. 326 παῦε παῦ᾽ ὀρχούμενος. — ἐπείγειν, eilen, S. El. 1435. Eur. Heracl. 732. — φαίνειν, Ἠέλιος . . φαείνει γ, 2. Hs. op. 528 lucet; splendere, Theocr. 2. 11, ubi v. Interpp. Eur. El. 1234 φαίνουσί τινες δαίμονες (erscheinen), ubi v. Seidler. — φύειν *z, 149 ὣς ἀνδρῶν γενεὴ μὲν φύει (nascitur), δ̓ ἀπολήγει. Theocr. 4, 24 ὅπα καλὰ πάντα φύοντι. — *y, 376 ἔκφερον ἵπποι, liefen aus, vgl. 759. g, 496 ὑπέκφερον. — Aesch. S. 588 κεκευθὼς πολεμίας ὑπὸ χθονός. S. OR. 968 δὲ θανὼν | κεύθει κάτω γῆς. Aj. 635 Ch. Ἅιδᾳ κεύθων (aber *y, 244 Ἄιδι κεύθωμαι). — *n, 136 Τρῶες δὲ προὔτυψαν ἀολλέες, drängten vorwärts. — χαλᾶν, nachgeben, S. OC. 203 ὅτε νῦν χαλᾷς, cedis. Eur. Hec. 403 χάλα τοκεῦσιν, ubi v. Pflugk. — S. fragm. 678 D. νωμᾷ δ̓ ἐν οἰωνοῖσι τοὐκείνης πτερόν, versatur; ἐπινωμᾶν, accedere, S. Ph. 168, so προσνωμᾶν 717. — Ρ, 738, Hs. op. 245 μινύθουσι δὲ οἶκοι. Vgl. S. OC. 686. — S. Ph. 1331 ἕως ἂν οὗτος ἥλιος . . αἴρῃ, oriatur, ubi v. Buttm. — S. Tr. 130 Ch. ἐπὶ πῆμα καὶ χαρὰ | πᾶσι κυκλοῦσιν, οἷον ἄρκτου στροφάδες κέλευθοι (ἐπί, adversus, gehört zu πᾶσι). — ἔγειρε, expergiscere, Eur. J. A. 624. — ἐναυλίζειν, inhabitare, ib. 33. — ἀνακάλυπτε Eur. Or. 294, entschleiere dich. — κοῦροι δ̓ ὀρχηστγ̂ρες ἐδίνεον Σ, 494, drehten sich im Kreise, τ, 67. Eur. I. T. 192. — ἔπαλλε δελφίς hüpfte Eur. El. 435, ἵπποι ἔπαλλον 477. — συμφέρειν τοῖς κρείσσοσιν S. El. 1465, se applicare, vgl. Eur. M. 13.

Anmerk. 1. Ja es finden sich bei den Dichtern Beispiele, wo in einer Wortfügung dasselbe Wort sowohl mit der transitiven als intransitiven Bedeutung hervortritt. Hs. op. 5 ῥέα μὲν γὰρ βριάει (macht strotzen), ῥέα δὲ βριάοντα (den strotzenden) χαλέπτει. Anacreont. 40 extr. εἰ τὸ κέντρον πονεῖ τὸ τᾶς μελίττας, πόσον δοκεῖς πονοῦσιν, Ἔρως, ὅσους σὺ βάλλεις;11) Aber ein Wortspiel ist X. M. 1.6.8 εὖ πράττειν, rem bene gerere, dann εὖ πράττοντες, felices esse.

Anmerk. 2. Ein Unterschied zwischen intransitiven Verben im eigentlichen Sinne und objektslosen Verben (d. h. transitiven, deren Objekt unterdrückt ist), ist in der obigen Aufzählung nicht gemacht, weil er sich nicht durchführen lässt. Allerdings sind viele Transitive dadurch zu Intransitiven geworden, dass das ursprünglich zu ihnen gehörende, aber leicht zu ergänzende Objekt wegen des häufigen Gebrauches weggelassen wurde, und so geschah es, dass man später, der Ellipse gar nicht mehr bewusst, solche Verben ganz wie Intransitive behandelte. So sagte man ursprünglich: ἐσβάλλειν στρατιάν (Hdt. 1. 17. 18), ἐλαύνειν στρατόν (Hdt. 7.57), ἐλαύνειν ἵππον (E, 236. X. Cyr. 8. 3, 29), ἅρμα (E, 237) ναῦν (η, 109); dann liess man wegen des häufigen Gebrauches dieser Verbindung das Objekt als selbstverständlich weg; zuletzt war man sich des eigentlichen Ursprunges dieser Ausdrücke so wenig bewusst, dass man sich nicht scheute zu sagen στόλῳ μεγάλῳ ἐσέβαλε ἐς τὴν Ἐλευσῖνα Hdt. 5.74, ἐλαύνειν ἵππῳ X. A. 1.8.1, ἐλ. ἐπὶ ζευγέων Hdt. 1.199, sogar τὰ ἅρματα ἐλῶντα X. A. 1.8.10. Ursprünglich sagte man στρατηγὸς τοὺς στρατιώτας oder τὸν στρατὸν ὑπάγει; später aber wurde das Verb auch auf die Soldaten übertragen und erhält so die Bedeutung von succedere. So αἴρειν ἄγκυραν oder ἀγκύρας, dann αἴρειν allein, zuletzt ohne alle Rücksicht auf den Ursprung überhaupt in der Bedeutung aufbrechen, nicht bloss von einer Seefahrt, sondern auch von Landreisen; ja sogar in Verbindung mit den Dativen ταῖς ναυσί, τῷ στρατῷ. Ebenso bei καταλύειν (ἵππους), καταστῆσαι, στέλλειν (ναῦν), προσέχειν (ναῦν, νοῦν), τελευτᾶν (βίον). Doch lassen sich bei weitem nicht alle Fälle dieser Art durch die Ellipse eines Substantivs oder eines Reflexivpronomens erklären, und die Grenze ist kaum zu ziehen. Auch wenn wir im Deutschen sagen: er kehrte um, er neigt zur Milde, das Wetter wechselt oft u. a. wird niemand an eine Ellipse von sich denken.

Eine merkwürdige Erscheinung in der griechischen Sprache ist die, dass in vielen Verben für einige Zeitformen zwei verschiedene Formen ausgeprägt sind, die man in der Grammatik als Tempora prima und secunda zu unterscheiden pflegt. Die Formation der Tempora secunda müssen wir im allgemeinen als die ältere annehmen (§ 221). Neben dieser bildete sich eine neue; dieser gehören die Tempora prima an. Die neuere Formation verdrängte bei vielen Verben die ältere; bei anderen aber blieben beide neben einander bestehen, jedoch so, dass ein Unterschied der Bedeutung eintrat. Den älteren Formen (den Temp. secund.) verblieb die intransitive Bedeutung, den neueren fiel die transitive zu.

In dieser Hinsicht ist Folgendes zu bemerken:

a) Der Aor. II. hat bei mehreren Aktivverben mit transitiver Bedeutung, die auch den Aor. I. bilden, intransitive, während der Aorist I. A. die transitive Bedeutung beibehält. Dies findet namentlich bei mehreren Aor. II. nach der Formation auf μι statt, welche neben dem Aor. I. nach der Formation auf ω bestehen. In diesem Falle tritt der Aor. II. A. in Ansehung der Bedeutung zu dem Medium, als: ἔφυν, φύομαι u. s. w. So aus der gewöhnlichen Sprache:

δύω, hülle einA. I. ἔδυσα, hüllte einA. II. ἔδῦν tauchte hinein
ἵστημι, stelle" " ἔστησα, stellte" " ἔστην, trat hin
σβέννυμι, lösche" " ἔσβεσα, löschte" " ἔσβην, erlosch
φύω, bringe hervor" " ἔφυσα, brachte hervor," " ἔφῦν, entstand
βαίνω, gehe" " ἔβησα, brachte wohin" " ἔβην, ging.

Ferner: ἀνέγνων, agnovi, Hdt. 2.91, u. ἀνέγνωσα, überredete (ἀναγιγνώσκω neuion.); ἔσκλην, verdorrte (σκέλλω), u. ἔσκηλα (episch), dörrte. Aus der Dichtersprache: τρέφω, ἔθρεψα, nährte, episch ἔτραφον, wuchs, erstarkte, s. § 343, S. 554; ἐρείκω, ἤρειξα, riss, brach, trans., ep. ἤρικον intrans.; ἐρείπω, ἤρειψα, warf um, trans., poet. u. neuion. γ̓́ριπον, fiel; στυγέω, fürchte, hasse, episch ἔστυγον; aber l, 502 ἔστυξα, machte verhasst; ὄρνυμι, ὦρσα, excitavi, ep. ὤρορον, erhob mich *n, 78. θ, 539 (doch vgl. § 343, S. 505); ἀραρίσκω, ἦρσα, fügte, ἤραρον poet., passte, war gefällig, recht. Selbst von dem Intrans. γηράσκω, γηράω, γηρᾶναι, alt werden, aber Aesch. Suppl. 861 ἐγήρασαν, liessen alt werden. (Vgl. d. Med. ἀναβιώσκομαι, ἀνεβιωσάμην, belebte wieder, aber ἀνεβίων, lebte wieder auf; τρέπομαι, wende mich, ἐτρεψάμην, schlug in die Flucht, ἐτραπόμην, wandte mich.) Die Beweisstellen zu allen diesen Verben s. § 343.(Smyth 1739)

Anmerk. 3. Bisweilen hat sich für die eine oder andere Bedeutung eine neue Präsensform gebildet, wie z. B. δύω, hülle ein, ἔδυν, ging ein, δύνω, gehe ein; vgl. πίνω, trinke, πιπίσκω, tränke, ἔπιον, trank, ἔπισα, tränkte, πίομαι, werde trinken, πίσω, werde tränken; τεύχω, paro, ἔτευξα, paravi, τυγχάνω, ἔτυχον, paratum esse, da sein.

Anmerk. 4. Wie ἀνεβίων neben ἀναβιώσκομαι, so steht der intransitive Aorist ἑάλων, geriet in Gefangenschaft, neben dem Präs. ἁλίσκομαι. Vgl. A. 6.

b) Das Perfectum II. hat bei mehreren Aktivverben mit transitiver Bedeutung, die auch das Perf. I. bilden, intransitive Bedeutung, während das Perf. I. die transitive Bedeutung behält; aber auch bei einigen Verben, die nur das Perf. II. bilden. So namentlich:

ἄγνυμι, breche. P. II. ἔᾶγα, bin zerbrochen.

ἀνοίγω, öffne. P. II. ἀνέῳγα, stehe offen (dafür att. ἀνέῳγμαι). P. I. ἀνέῳχα, habe geöffnet (vgl. § 343, S. 497).

ἐγείρω, wecke. P. II. ἐγρήγορα, bin wach; aber P. I. ἐγήγερκα, habe geweckt.

μαίνω, ἐκμαίνω, mache rasend. P. II. μέμηνα, bin rasend.

ὄλλυμι, perdo. P. II. ὄλωλα, perii; aber P. I. ὀλώλεκα, perdidi.

ὄρνυμι, errege. P. II. ὄρωρα, erhebe mich, erstehe.

πείθω, überrede. P. II. πέποιθα, vertraue; aber P. I. πέπεικα, habe überredet.

πήγνῦμι, befestige. P. II. πέπηγα, stehe fest; aber P. I. bei den Spät. πέπηχα, habe befestigt.

πλήσσω, schlage. P. II. πέπληγα im ächten Attizism. trans., aber bei den Spät. intrans. = vapulavi.

πράσσω, thue. P. II. πέπρᾶγα, befinde mich; aber P. I. πέπρᾶχα, habe gethan (vgl. jedoch § 343, S. 526 f.)

ῥήγνῦμι, zerreisse. P. II. ἔρρωγα, bin zerrissen; aber P. I. ἔρρηχα, alexandr. habe zerrissen.

Kühners ausführl. Griech. Grammatik. II. T. 1. Abt. 7

ἀραρίσκω, füge, Pf. II. ἄραρα, passe.

σήπω, mache faulen. P. II. σέσηπα, bin gefault.

τήκω, schmelze. P. II. τέτηκα, bin geschmolzen.

φαίνω, zeige. P. II. πέφηνα, bin erschienen; aber Pf. I. bei den Späteren πέφαγκα, habe gezeigt.

φθείρω, verderbe. P. II. ἔφθορα im ächten Attizism. trans. und gebräuchlicher als Pf. I. ἔφθαρκα, s. § 343 (aber bei Hom. z. B. O, 128, bei den Ion. und den Späteren hat ἔφθορα intrans. Bdtg.). Ferner: δαίω, brenne trans., δέδηα, brenne intrans.; ἔλπω, lasse hoffen, ἔολπα, hoffe; κήδω, mache besorgt, κέκηδα, bin besorgt.

Die Beweisstellen zu den angeführten Verben s. § 343.(Smyth 1741)

Anmerk. 5. Von denjenigen Aktivverben mit transitiver Bedeutung, welche nur das Perf. II. bilden, behält dieses meistens die transitive Bedeutung, als: λείπω λέλοιπα, στέργω ἔστοργα u. s. w.

Anmerk. 6. Pf. I. ἑάλωκα, bin in Gefangenschaft geraten, bin gefangen worden, v. ἁλίσκομαι, gerate in Gefangenschaft, werde gefangen, hat wie ἑάλων passive (intransitive) Bedeutung.

Anmerk. 7. In den Verben, in welchen der Aor. I. die trans., der Aor. II. die intrans. Bedeutung hat, hat das Pf. wie der Aor. II. die intrans. Bedeutung, obgleich das Präs. dieser Verben die transitive Bedeutung hat, als: φύω ἔφυν πέφυκα; ἵστημι ἔστην ἕστηκα; δύω ἔδυν δέδυκα; βαίνω ἔβην βέβηκα; σβέννυμι ἔσβην ἔσβηκα; ferner: ἔσκλην ἔσκληκα; die poet: ἤριπον ἐρήριπα; ἔτυχον τέτευχα; ἔτραφον τέτροφα; ἄραρον ἄρᾶρα; ὤρορον ὄρωρα. S. § 343.

An der Stelle passiver Verben werden zuweilen intransitive Activa gebraucht, indem sie ganz so wie Passiva konstruiert werden. Dies ist namentlich der Fall bei πάσχειν, πίπτειν, φεύγειν, εὖ oder κακῶς ἀκούειν (poet. κλύειν), ἀποθνῄσκειν, τελευτᾶν, zuweilen aber auch bei anderen Intransitiven. Diese Activa in Verbindung mit einer Präposition und ihrem Kasus, wodurch der Urheber des passiven Zustandes bezeichnet wird (s. § 378, 11), werden ganz gewöhnlich und ἀποθνῄσκω (s. § 343 unter κτείνω) in der attischen Sprache fast immer statt der Passivform von Verben, wie (εὖ, κακῶς u. s. w.) ποιεῖν, ῥίπτειν oder βάλλειν, διώκειν, εὖ od. κακὼς λέγειν, κτείνειν, gebraucht. A, 242 εὖτ᾽ ἂν πολλοὶ ὑφ᾽ Ἕκτορος ἀνδροφόνοιο θνῄσκοντες πίπτωσιν. X. C. 7.1.48 αὐτοί γε ἀπέθνῃσκον ὑπὸ ἱππέων. (Θανεῖν πρός, ἔκ τινος Aesch. Eum. 617. S. OR. 1454.) Hdt. 3, 65 οὗτος ἀνοσίῳ μόρῳ τετελεύτηκε ὑπὸ τῶν ἑωυτοῦ οἰκηϊοτάτων. 6, 92 ἐτελεύτησαν ὑπ᾽ Ἀθηναίων, interfecti sunt. *r, 428 ἡνιόχοιο | ἐν κονίῃσι πεσόντος ὑφ᾽ Ἕκτορος. Hdt. 7.18 ἰδὼν μεγάλα πεσόντα πρήγματα (res publicas eversas) ὑπὸ ἡσσόνων. Th. 2.89 πολλὰ στρατόπεδα ἤδη ἔπεσεν ὑπ᾽ ἐλασσόνων τῇ ἀπειρίᾳ. 6, 4 ὑπὸ Σαμίων καὶ ἄλλων Ἰώνων ἐκπίπτουσιν, . . τοὺς δὲ Σαμίους Ἀναξίλας ἐκβαλὼν Μεσσήνην ἀντωνόμασε. 1, 131 ἐς τὴν εἱρκτὴν ἐσπίπτει ὑπὸ τῶν ἐφόρων. Hdt. 6.106 πόλιν δουλοσύνῃ περιπεσοῦ- σαν πρὸς ἀνδρῶν βαρβάρων. — Sehr oft φεύγειν ὑπό τινος, fugari ab aliquo, oder in gerichtlichem Sinne: accusatum esse ab aliquo. *s, 149 Ἀχαιοὶ φ̓ Ἕκτορος ἀνδροφόνοιο φεύγοντες. X. H. 1.1.27 ἠγγέλθη ὅτι φεύγοιεν (verbannt seien) οἴκοθεν ὑπὸ τοῦ δήμου. Pl. Ap. 19, c μήπως ἐγὼ πὸ Μελήτου τοσαύτας δίκας φύγοιμι. 35, d ἀσεβείας φεύγειν ὑπό τινος. Ὀφλεῖν ὑπό τινος, verurteilt sein, Pl. Ap. 39, b. X. Cy. 1, 45 π̓ αὐτῶν τούτων δίκην ἔδοσαν. Hdt. 7.16 ἐμὲ ἀκούσαντα πρὸς σεῦ κακῶς ἔδακε λύπη. S. El. 524 κακῶς δέ σε | λέγω κακῶς κλύουσα πρὸς σέθεν θαμά. Isocr. 4.77 δεινότερον ἐνόμιζον εἶναι κακῶς ὑπὸ τῶν πολιτῶν ἀκούειν γ̓̀ καλῶς ὑπὲρ τγ̂ς πόλεως ἀποθνῄσκειν. [Poet. Theocr. 29, 21 ἀγαθὸς μὲν ἀκούσεαι | ἐξ ἀστῶν. Bei den Späteren auch mit παρά c. d. κακῶς ἀκοῦσαι παρὰ τοῖς ἐκτός Plut. Cleom. 25.12)] P. Gorg. 519c εὖ παθόντες ὑπ᾽ αὐτῶν, beneficiis affecti. Ap. 41, e δίκαια πεπονθὼς ἐγὼ ἔσομαι ὑφ᾽ ὑμῶν. X. Cy. 1, 45 ὑφ᾽ ὦν τὰ μέγιστα κακὰ ἔπαθον. Th. 1.122 αἰσχρὸν πόλεις τοσάσδε ὑπὸ μιᾶς κακοπαθεῖν. Dem. 4.33 τούτων κύριος καταστὰς ὑφ᾽ ὑμῶν. Th. 1.12 Βοιωτοὶ ἐξ Ἄρνης ἀναστάντες ὑπὸ Θεσσαλῶν τὴν νῦν Βοιωτίαν ᾤκησαν. Eur. Ph. 717 ἔχει τιν᾽ ὄγκον Ἄργος Ἑλλήνων πάρα, wird von den Hellenen sehr geachtet. X. A. 7.6.33 ἔχων μὲν ἔπαινον πολὺν πρὸς ὑμῶν ἀπεπορευόμην, ἔχων δὲ δι᾽ ὑμᾶς καὶ ὑπὸ τῶν ἄλλων Ἑλλήνων εὔκλειαν, magna laude et gloria ornatus. Th. 1.130 (Παυσανίας) ὢν ἐν μεγάλῳ ἀξιώματι ὑπὸ τῶν Ἑλλήνων. X. H. 5.1.5 οἱ Ἀθηναῖοι πράγματα εἶχον ὑπὸ τῶν λῃστῶν. Comm. 3. 4, 1 τραύματα ύπὸ τῶν πολεμίων τοσαῦτα ἔχω. R. Lac. 6, 2 παῖς πληγὰς λαβὼν ὑπ᾽ ἄλλου. Comm. 4. 8, 10 ἐπιμελείας τεύξομαι ὑπ᾽ ἀνθρώπων. Ven. 1, 11 τοσαύτης ἔτυχε τιμωρίας ὑπὸ θεῶν. Antiph. 5.35 ἀνὴρ διὰ τῆς αὐτῆς βασάνου ἰὼν ὑπ᾽ ἐμοῦ, eodem modo a me tortus. Pl. Ap. 38, c ὄνομα ἕξετε καὶ αἰτίαν ὑπὸ τῶν βουλομένων τὴν πόλιν λοιδορεῖν. Th. 6.46 πολλὴν τὴν αἰτίαν εἶχον ὑπὸ τῶν στρατιωτῶν (accusabantur). Vgl. X. An. 7. 6, 11. Pl. Protag. 337, e συμβουλεύω . . συμβῆναι ὑμᾶς ὥσπερ ὑπὸ διαιτητῶν ἡμῶν vos a nobis tanquam arbitris conciliari.13) Ein Gleiches gilt von den Mediis mit intransitiver Bdt. X. vect. 5, 6 ὑπὸ τῶν νησιωτῶν ἑκόντων προστάται τοῦ ναυτικοῦ ἐγενόμεθα. Pl. ap. 30, e οὐ ῥᾳδίως ἄλλον τοιοῦτον εὑρήσετε . . προσκείμενον τῇ πόλει ὑπὸ θεοῦ, additum civitati a deo. Gorg. 519, b ἀγαθὰ τὴν πόλιν πεποιηκότες ἀδίκως ὑπ̓ αὐτῆς ἀπόλλυνται. Sogar αἰσθάνεσθαι (certiorem fieri) ὑπό τινος Th. 5.2. (Smyth 1752)

Wie in anderen Sprachen, so wird auch im Griechischen nicht selten das transitive Aktiv gebraucht, wenn das Subjekt eine Handlung nicht selbst vollbringt, sondern durch andere vollbringen lässt; jedoch ist dieser kausative Gebrauch nur da zulässig, wo es entweder aus dem Zusammenhange der Rede oder von selbst klar ist, dass das Subjekt die Handlung nicht selbst ausübt. Hdt. 3.99 Ἄμασις ἔφερε καὶ ἦγε πάντας. X. A. 1.1.3 Ἀρταξέρξης συλλαμβάνει Κῦρον ὡς ἀποκτενῶν. 1. 4, 10 Κῦρος τὸν παράδεισον ἐξέκοψε καὶ τὰ βασίλεια κατέκαυσεν. 4. 4, 5 προπέμψας ἑρμηνέα εἶπεν ὅτι βούλοιτο διαλεχθῆναι τοῖς ἄρχουσιν. Vgl. Cy. 3, 1, 5 u. 6. Hell. 5. 2, 4 (Ἀγησίπολις) τάφρον ὤρυττε κύκλῳ περὶ τὴν πόλιν. So häufig ἀποκτείνειν, θάπτειν, οἰκοδομεῖν u. ähnl. V., oft auch διδάσκειν, παιδεύειν. Pl. Protag. 319, e Περικλῆς τούτους, μὲν διδασκάλων εἴχετο, καλῶς καὶ εὖ ἐπαίδευσεν. Vgl. ib. 324, d. Meno 94, b.(Smyth 1711)

374.

B. Medialform.14

Die Medialform bezeichnet eine Thätigkeitsäusserung, welche von dem Subjekte ausgeht und auf dasselbe wieder zurückgeht. Diese von dem Subjekte ausgehende und auf dasselbe wieder zurückwirkende Thätigkeitsäusserung kann entweder bloss auf das Subjekt beschränkt sein, als: βουλεύομαι, ich berate mich, λούομαι, ich wasche mich, oder auf ein Objekt seiner Sphäre, d. h. einen zu ihm gehörigen, mit ihm verbundenen oder in irgend einer näheren Beziehung zu ihm stehenden oder in seine Sphäre herübergezogenen oder aus seiner Sphäre entfernten Gegenstand bezogen sein.15) Wir gebrauchen alsdann im Deutschen gemeiniglich entweder den Dativ des Reflexivpronomens oder ein possessives Pronomen oder eine Präposition mit dem Reflexivpronomen, als: ἐκοψάμην τὴν κεφαλήν, ich schlug mir den Kopf oder meinen Kopf, κατεστρεψάμην τὴν γῆν, ich unterwarf mir das Land, ἠμυνάμην τοὺς πολεμίους, ich wehrte mir oder von mir die Feinde ab. Wenn man um der verschiedenen Übersetzungen willen, zu denen das Deutsche seine Zuflucht nimmt, ein akkusativisches und ein dativisches Medium unterscheidet, so ist wohl zu beachten, dass das Medium an sich überhaupt kein bestimmtes Kasusverhältnis zum Ausdruck bringt, sondern nur ganz allgemein die Handlung als innerhalb der Sphäre des Subjekts vor sich gehend hinstellt;16) z. B. παρασκευάζομαι heisst zunächst ebenso wie das Akt. nur ich rüste, setze in Bereitschaft, aber mit dem Nebensinne: und die Handlung des Rüstens betrifft mich selbst: παρεσκεύασαν πλοῖα sie rüsteten Schiffe (Lys. 13.26), παρεσκευάσαντο πλοῖα sie rüsteten Schiffe (näml. für sich, von sich, ihre Schiffe), παρεσκευάσαντο ohne Obj. sie rästeten (intr., also = rüsteten sich). In den folgenden Beispielen werden wir immer nur die mediale Aoristform anführen, weil diese die einzige ist, welche fast nie passive Bedeutung hat. Wir wollen jetzt die beiden Fälle des Gebrauches der Medialform näher betrachten.(Smyth 1713)

A) Die Medialform bezeichnet erstens eine Thätigkeitsäusserung, welche das Subjekt an, in oder mit sich selbst vollbringt. Dieser Gebrauch der Medialform ist der seltenere. Hier sind zwei Fälle zu unterscheiden. Erstens: die Medialform hat die eigentliche, reflexive, subjektive Bedeutung, indem sie eine innere Thätigkeitsäusserung des Subjektes ausdrückt. Die Thätigkeitsäusserung ist not wendig auf das Subjekt bezogen, so dass das Subjekt von dem Objekte räumlich nicht getrennt ist, sondern mit demselben zusammenfällt. Der Deutsche drückt solche Reflexive durch die Verbindung des Aktivs mit einem unbetonten Reflexivpronomen aus, als: ich freue mich, fürchte mich, oft aber auch durch intransitive Verben. Zu dieser Klasse gehören einige Verben, welche in der Medialform eine innere, geistige Thätigkeitsäusserung ausdrücken, als: βουλεύσασθαι, sich beraten (βουλεύειν τινί, einem raten), φράσασθαι ep. poet., eigtl. mit sich sprechen, überlegen (φράζειν, sprechen), ἐφέσθαι τινός, nach etw. streben, ὑφέσθαι, nachgeben, ἀφέσθαι u. μεθέσθαι τινός, ablassen, desistere aliqua re, ἀντιποιήσασθαί τινος, nach etw. streben (ἀντιποιεῖν τι, etw. dagegen thun, ἔχεσθαί τινος, sich an etw. halten; ἀποσχέσθαι τινός, sich enthalten, ἅψασθαί τινος, etw. anfassen, sich mit etw. befassen (ἅπτειν, anheften), ἀντιλαβέσθαι τινός, sich an etw. halten, etw. erfassen, συνθέσθαι, beistimmen; ferner γεύσασθαί τινος etwas kosten (γεύειν, kosten lassen); ψηφίσασθαι, abstimmen, beschliessen (ψηφίζειν, abstimmen lassen); παύσασθαι aufhören (παύειν, aufhören lassen); ἄρξασθαι oder ἄρξασθαί τινος, anfangen, etw. beginnen, in Beziehung auf das Subjekt selbst und ohne Rücksicht auf andere (aber ἄρχειν, vorangehen, der Erste sein, anfangen in Beziehung auf andere, ἄρχειν τινός, der Urheber von etw. sein), vgl. X. Cy. 6, 1, 6 ἐπειδὴ πρεσβύτερός εἰμι Κύρου, εἰκὸς ἄρχειν με λόγου (als erster spreche, die Beratung eröffne), u. An. 3. 2, 7 τοῦ λόγου ἤρχετο ὧδε (seine Rede begann er folgendermassen). Th. 1.144 πολέμου δὲ οὐκ ἄρξομεν, belli auctores non erimus, ἀρχομένους δὲ ἀμυνούμεθα; σεμνύνασθαι, sich ehrwürdig zeigen, sich erheben, stolz sein; καρπώσασθαί τι, frui; endlich die sog. Deponentia Medii, von denen viele eine geistige Thätigkeitsäusserung ausdrücken, als: θεάσασθαι, schauen, ὀλοφύρασθαι, Mitleid haben, χαρίσασθαί τινι, sich einem freundlich zeigen, ἀκροάσασθαι, zuhören, αἰσθέσθαι, empfinden, σκέψασθαι, bedenken, erwägen, ἡγήσασθαι, vorangehen, glauben.(Smyth 1717)

Hieraus erklärt sich die Erscheinung, dass mehrere intransitive Verben, welche die Sprache sonst durch die Aktivform bezeichnet, zuweilen als Reflexive aufgefasst und durch die Medialform ausgedrückt wurden, besonders in den Homerischen Gesängen, sowie überhaupt bei den Dichtern. Namentlich gehören hierher Verben, welche eine geistige oder sinnliche Wahrnehmung ausdrücken. *d, 331 ἀκούετο λαὸς ἀϋτῆς. 343 ἀκουάζεσθον ἐμεῖο. *a, 56 κήδετο γὰρ Δαναῶν, ὅτι ρ́α θνῄσκοντας ρᾶτο, das objektive Sehen mit den Augen ist mit einem subjektiven Sehen, d. h. mit einer inneren Gemütsbewegung verbunden. Ebenso *n, 99 πόποι, μέγα θαῦμα τόδ᾽ ὀφθαλμοῖσιν ὁρῶμαι. *u, 45. *x, 166. *o, 600 νηὸς καιομένης σέλας ὀφθαλμοῖσι ἰδέσθαι, vgl. *a, 587. d, 226. *e, 725 θαῦμα ἰδέσθαι, doch auch von dem einfachen Sehen K, 47, und so wird bei den Tragikern das Med. ὁρᾶσθαι, ἰδέσθαι ziemlich häufig gebraucht. Die attischen Prosaiker gebrauchen in Compositis oft die Medialform dieses Verbs, doch meistens nur von einem geistigen Sehen. Th. 1.17 τὸ ἐφ̓ ἑαυτῶν μόνον προορώμενοι17). 4, 64 προϊδόμενοι. Vgl. Dem. 5.24. 6, 8. 25, 11. 18, 281; nur X. C. 4.3.21 vom leiblichen Sehen μὲν δυοῖν ὀφθαλμοῖν προεωρᾶτο καὶ δυοῖν ὤτοιν ἤκουεν (Hirschig vermutet προεώρα τε, wie gleich darauf τοῖς ὀφθαλμοῖς προορῶντα). Ὑφορᾶσθαι (u. ὑφορᾶν), suspicari, vgl. X. M. 2.7.12. Dem. 18.43. Κλαίεσθαι, lamentari, b. d. Trag. Aesch. S. 920 κλαιομένας μου, vgl. Ag. 1096. S. Tr. 153 πάθη . . ἐκλαυσάμην. Aesch. Ch. 457 κεκλαυμένα, verweint, wie Ch. 712 u. S. OR. 1490. Δακρύεσθαι Aesch. S. 814. Χαίρομαι Ar. P. 291, κεχάρησαι Ar. V. 389, κεχαρήσομαι ψ, 266 u. s. w., s. § 343. S. Tr. 103 Ch. ποθουμένᾳ φρενί (Musgrave πονουμένᾳ, Meineke πτοουμένᾳ). Ἔρασθαι, amare, ep. poet., s. § 343. Λάμπεσθαι oft b. Hom., auch Hs. sc. 60 τεύχεσι λαμπομένους. h. Merc. 113 λάμπετο δὲ φλόξ. Eur. M. 1194 ἐλάμπετο. Hdt. 1.80 u. 8, 74 ἐλλάμψεσθαι. Αὐδᾶσθαι b. d. Tragikern. Aesch. Pr. 766 οὐ γὰρ ῥητὸν αὐδᾶσθαι τάδε, vgl. S. Ph. 130. Γηρύεσθαι Aesch. Pr. 78. Ἐπωλολύξατο Ag. 1236. Γοᾶσθαι b. d. att. Dichtern u. X. C. 4.6.9 (aber b. Hom. nur γοᾶν). Hiermit hängt die merkwürdige Erscheinung zusammen, dass nicht nur die sämtlichen oben genannten, sondern auch viele andere Verba activa (s. d. Verzeichnis § 323) ihr Futur mit der Medialform bilden, als: ἀκούω ἀκούσομαι, κλαίω κλαύσομαι, ᾁδω ᾁσομαι, ἁμαρτάνω ἁμαρτήσομαι, und zwar sind es vorwiegend Verben, die eine sinnliche oder geistige Thätigkeitsäusserung bezeichnen (vgl. auch Anm. 1 zu § 323). Der Umstand, dass nicht wenige dieser Verben vereinzelt auch andere mediale Formen bilden (ausser den oben genannten z. B. διώκετο Φ, 602, τίκτεται Aeschyl. bei Athen. 13. 600, b, ἀλαλαζομένη Soph. fr. 489 (Ch.), βαδίζου nach Suid. von Cratinus gebraucht, πινώμεθα Hermippus b. Athen. 10. 426, f, ἐρεύγεσθαι ion. u. poet.), deutet darauf hin, dass die griechische Sprache eine entschiedene Neigung hat, für leibliche und geistige Kraftäusserungen der bezeichneten Art die Medialform zu verwenden, die das Subjekt als aktiv und zugleich als von der Handlung affiziert darstellt. Das Futurum, in dem das subjektive Element von Haus aus am stärksten ausgeprägt ist, ist für die Medialform am empfänglichsten, während die übrigen Tempora meist den Vorgang schlechthin, ohne alle Nebenbeziehung, zum Ausdrucke bringen. Im weiteren Verlaufe der Entwickelung giebt auch das Futurum allmählich die mediale Form auf zu gunsten der aktiven. Vgl. § 323, Anm. 2 u. 3. Übrigens hat, nachdem einmal in kleineren Verbalgruppen die mediale Futurform zur Herrschaft gekommen war, gewiss die weiterwuchernde Analogie Einfluss geübt.18) Ferner b. Hom. πεφυγμένον εἶναι, entflohen sein, z. B. a, 18 οὐδ᾽ ἔνθα πεφυγμένος ἦεν ἀέθλων.

Zweitens: die Medialform hat nicht die eigentliche Reflexivbedeutung, sondern bezeichnet die Rückwirkung einer transitiven Thätigkeitsäusserung des Subjektes auf sich, so dass das Subjekt zugleich als thätig und leidend erscheint. Die Thätigkeitsäusserung ist eine solche, welche nicht notwendig, sondern nur zufällig auf das Subjekt zurückbezogen wird, indem das thätige Subjekt von dem die Thätigkeitsäusserung erfahrenden Subjekt räumlich getrennt gedacht werden kann. Solche Medialformen übersetzen wir in der Regel durch transitive Verben mit dem Akkusative des Reflexivpronomens. Sie bezeichnen meistens äussere Thätigkeitsäusserungen. Es gehören hierher besonders folgende Verben: κόψασθαι, τύψασθαι, sich schlagen, κύψασθαι, sich bücken, λύσασθαι ep., sich lösen, i, 463 πρῶτος ὑπ᾽ ἀρνειοῦ λυόμην, ὑπέλυσα δ̓ ἑταίρους; σκήψασθαι, sich stützen, doch auch bildl. vorschützen u. s. w., τρέψασθαι, sich wenden, ep. z. B. εἰς ὀρχηστύν α, 422 = ς, 305, aber att. τραπέσθαι, z. B. ἄσμενοι πρὸς τοὺς Ἀργείους ἐτράποντο Th. 5. 29; ἐς φυγὴν ἐτράποντο 73; ἐπὶ ῥᾳθυμίαν ἐτράπετο X. A. 2.6.5ber τρέψασθαι b. d. Att. s. Nr. 5, S. 107), ἀπάγξασθαι, sich erdrosseln, οἰκίσασθαι, sich ansiedeln, παρασκευάσασθαι, se parare, τάξασθαι, sich in Schlachtordnung stellen, als: οὕτω Κερκυραῖοι ἐτάξαντο Th. 1.48 (aber τάξασθαί τι, für sich etwas bestimmen); ἵστασθαι und dessen Komposita haben in der Bdtg. sich stellen als Aor. ἔστην und als Perf. ἕστηκα (aber στήσασθαί τι, sibi ponere); ὁρμίσασθαι u. καθορμίσασθαι, sich in den Hafen bringen, daher landen, z. B. Th. 4.45 (aber ὁρμίξειν ναῦν); ἐγγυήσασθαι, sich als Bürgen stellen, daher auch verbürgen, fest versprechen (ἐγγυᾶν τινα, einen als Bürgen stellen, als Pfand geben, daher ἐγγυᾶν θυγατέρα τινί, verloben); namentlich die Verben, welche eine vom Subjekte an seinem Körper ausgeübte Handlung ausdrücken, als: λούσασθαι, νίψασθαι, καθήρασθαι (P. Phaed. 114c), κείρασθαι, ἀλείψασθαι, χρίσασθαι, ζώσασθαι, γυμνάσασθαι, καλύψασθαι (καλυψάμενος δ̓ ἐνὶ νηὶ κείμην k, 53. καλυψάμενος ἤϊε ἐκ τοῦ θεήτρου Hdt. 6.67), κοσμήσασθαι, ἀμφιέσασθαι, ἐνδύσασθαι, ἐκδύσασθαι, κείρασθαι, ἀπομόρξασθαι, se abstergere, ἀπομύξασθαι, se emungere, ἀποψήσασθαι, se abstergere, στεφανώσασθαι, στείλασθαι, sich fertig machen, sich ankleiden.

Anmerk. 1. Die eigentliche Reflexivbedeutung (s. Nr. 2) wird aber bei einer weit grösseren Anzahl von Verben durch Media mit passivem Aoriste ausgedrückt, als: φοβεῖν, terrere, φοβήσομαι, ich werde mich fürchten, φοβηθῆναι, sich fürchten, λυπεῖν, betrüben, λυπήσομαι, ich werde mich betrüben, werde trauern, λυπηθῆναι, sich betrüben, trauern, πλάζω, treibe umher, πλαγχθῆναι, umherschweifen, πλάγξομαι, ebenso πλανᾶν, πείθειν τινά, überreden, πεισθῆναί τινι (daneben πιθέσθαι § 343), einem gehorchen, πείσομαι (aber πεισθήσομαι, mihi persuadebitur, credam, in dieser Bedeutung auch ziemlich oft ἑαυτόν πείθειν, s. Passow III. S. 783, a), πορεύειν τινά, hinüberbringen, πορευθῆναι, proficisci, πορεύσομαι; περαιοῦν, übersetzen, trans, περαιωθῆναι, übersetzen, intr., περαιώσομαι; ἀπαλλάττειν τινά, einen entlassen, ἀπαλλαγῆναι, loskommen, abire, ἀπαλλάξομαι; ἐπείγειν τινά, drängen, ἐπειχθῆναι, eilen, ἐπείξομαι; εὐωχεῖν τινα, gut bewirten, εὐωχηθῆναι, schmausen, εὐωχήσομαι; κοιμᾶν, einschläfern, κοιμηθῆναι, einschlafen, κοιμήσομαι; ὀρέγειν, ausstrecken, ὀρεχθῆναί τινος (seltener ὀρέξασθαι X. M. 1.2.15), nach etwas streben, ὀρέξομαι; ferner die Kompos. v. ἄγειν, als: ἀναχθῆναι (u. ἀναγαγέσθαι) in mare provehi, καταχθῆναι (u. -αγαγέσθαι), in den Hafen einlaufen; ἐγείρειν, ἀγείρειν, ἀγνύναι, ἀνιᾶν, ἀλλάττειν (ξυναλλαγῆναι, sich versöhnen, Th. 4.117), ἁρμόζειν, ἀσχολεῖν, αὐξάνειν, διαιτᾶν, ἑστιᾶν, ἱδρύειν (ἱδρυθῆναι, sich niederlassen, Th. 4.42, aber ἱδρύσασθαί τι, für sich gründen), κινεῖν, κλίνειν, κομίζειν (κομισθῆναι, reisen, παρακομισθῆναι, sich wohin begeben, Th. 4.25, ἀποκομισθῆναι, redire 96, aber κομίσασθαι, sibi recuperare), κρίνειν (διεκρίθησαν, Th. 4.14. 25, ἀπεκρίθησαν, discesserunt 4, 72), κυλινδεῖν, Komp. v. λέγειν, sammeln, λείπειν (λειφθῆναι, übrig bleiben, poet. λιπέσθαι § 343), λύειν (διαλυθέντων τῶν ξυμμάχων κατὰ πόλεις Th. 4.74), μεθύσκειν, μιγνύναι, μιμνῄσκειν, ὁρμᾶν, ὀχεῖν, πλέκειν, πολιτεύειν (auch πολιτεύσασθαι), ῥηγνύναι, ῥωννύναι (ῥωσθεὶς καὶ αὐξηθείς Pl. conv. 210, d., ἐρρώσθησαν, fassten Mut, Th. 4.72), σείειν, σκεδαννύναι, σπᾶν, σπείρειν, σῴζειν (aber σώσασθαι, sibi servare), ταράττειν, τέρπειν, τρέπειν (τραπῆναι, fliehen), τρέφειν, φέρειν (ἐνεχθῆναι, οἴσεσθαι, διεϝεχθῆναι, sich entzweien, Th. 4, 19), χεῖν; endlich alle von Substantiven oder Adjektiven abgeleiteten Verben auf αίνειν u. ύνειν, sowie fast alle auf οῦν und die meisten auf ίζειν, als: εὐφραίνειν, εὐφρανθῆναι, εὐφρανοῦμαι, μαλακύνειν, μαλακίζειν, θυμοῦν, ἐλαττοῦν, ὀργίζειν, ἐθίζειν. Einige Media dieser Klasse haben nicht nur einen passiven Aorist, sondern auch ein passives Futur, als: στέλλειν, bereit machen, schicken, σταλῆναι, proficisci, σταλήσομαι (οἱ πρέσβεις ἀπεστάλησαν, abierunt Th. 4.16); σῴζειν, retten, σωθῆναι, sich retten, glücklich entkommen (Th. 4.34), σωθήσομαι (Pl. civ. 467, e); φαίνειν, zeigen, φανῆναιber φανθῆναι st. φανῆναι s. § 343), erscheinen, φανήσομαι; πηγνύναι, fest machen, παγῆναι, gerinnen, gefrieren, παγήσομαι; αἰσχύνειν, beschämen, αἰσχυνθῆναι, sich schämen, ἐπαισχυνθήσομαι (doch häufiger durativ αἰσχυνοῦμαιἐκπλήσσειν, percello, ἐκπλαγῆναι, ἐκπλαγήσομαι; μαίνω, mache rasend, μανῆναι, rasen, μανήσομαι; σήπειν, faul machen, σαπῆναι, σαπήσομαι; στρέφειν, wenden, στραφῆναι (ξυστραφέντες, sich zusammenscharend, Th. 4.68), στραφήσομαι; σφάλλειν, σφαλῆναι, σφαλήσομαι; φθείρειν, φθαρῆναι, φθαρήσομαι (φθεροῦμαι ion. u. poet.); ψεύδειν, ψευσθῆναι, ψευσθήσομαι (aber ψεύσασθαι, ψεύσεσθαι, lügen). Auch gehören hierher die Deponentia Passivi (§ 324), als: δύναμαι, δυνηθῆναι, δυνήσομαι.

Anmerk. 2. Die uneigentliche Reflexivbedeutung (s. Nr. 4) wird bei ungleich mehr Verben durch die Aktivform mit dem Akkusative des Reflexivpronomens ausgedrückt, als: ἐπαινεῖν, φιλεῖν, ἀγαπᾶν, ἀναρτᾶν, ἀποκρύπτειν, ἐθίζειν, παρέχειν, διδόναι, ἐπιτρέπειν, ἀπολύειν, ἀποκτείνειν, σφάττειν, ἀπο-, ἐπιοφάττειν, βλάπτειν ἑαυτόν u. s. w. Zuweilen wird die Aktivform mit dem Reflexive auch von solchen Verben gebraucht, welche eine entsprechende Medialform haben, z. B. Isocr. 1.21 γύμναζε σεαυτὸν πόνοις έκουσίοις.

B. Die Medialform bezeichnet zweitens eine Thätigkeitsäusserung, welche das Subjekt an einem Objekte seiner Sphäre vollbringt, s. Nr. 1. Λούομαι τοὺς πόδας, ich wasche mir die Füsse oder meine Füsse (λούω τοὺς πόδας, ich wasche die Füsse eines Anderen), περιρρήξασθαι χιτῶνα, sein Kleid zerreissen (dagegen Dem. 19.197 δακρυσάσης ἐκείνης περιρρήξας τὸν χιτωνίσκον οἰκέτης ξαίνει). ὄφρα οἱ εἴη ἰοὺς χρίεσθαι α, 262 (χρίσασθαι). Δημοχάρης οὐκ ἀποκέκρυπται τὴν οὐσίαν Dem. 28.3 hat sein Vermögen verborgen gehalten (ἀποκρύψασθαι). Τὴν ῥᾳθυμίαν ἀπ οθέσθαι 8, 46. Ἐκπηδῶσιν ἐσπασμένοι τὰ ξίφη X. A. 7.4.16 (σπάσασθαι). Ἐγκαλύψασθαι τὴν κεφαλήν. Παρασχέσθαι τι, etwas aus seinen Mitteln, aus sich, von sich, oder auch für sich, in seinem Interesse geben, Hdt. 7, 21 οἱ μὲν νέας παρείχοντο (dagegen ibid. προσετέτακτο ἐς τὰς γεφύρος μακρὰς νέας παρέχειν wegen προσετέτακτο, Th. 1.96 ἔταξαν, ἅς τε ἔδει παρέχειν τῶν πόλεων χρήματα καὶ ἃς ναῦς). Hdt. 6.119 ὀδμὴν παρέχεσθαι, ib. τὸ φρέαρ παρέχεται τριφασίας ἰδέας, zeigt, eigtl. gewährt aus sich drei Gestalten. 7, 161 Ἀθηναῖοι ἀρχαιότατον ἔθνος παρεχόμενοι die in sich das älteste Volk darbieten. Παρέχεσθαι εὔνοιαν (hingegen παρέχειν τινὶ πράγματα, φόβον, πόνον, ἀθυμίαν, verursachen), μάρτυρας παρέχεσθαι Zeugen für sich (seine Zeugen) bringen. Ἀποδείξασθαί τι, etw. von sich zeigen, als: ἔργον, μεγάλα ἔργα, γνώμην, δύναμιν Hdt. 3.134. 155. 160. 6, 15, 41. 7, 24. X. A. 5.2.9 οἱ μάντεις ἀποδεδειγμένοι ἦσαν, ὅτι μάχη ἔσται Isocr. 7.37 τοῖς πολλὴν ἀρετὴν καὶ σωφροσύνην ἐν τῷ βίῳ ἐνδεδειγμένοις. Dem. 18.10 ἣν παρὰ πάντα τὸν χρόνον εὔνοιαν ἐνδέδειχθε. Ebenso ἀποφήνασθαι γνώμην Dem. 4.1. Ἐπαγγείλασθαί τι, versprechen, Dem. 4.15; so b. d. att. Dichtern: ἀγγείλασθαι, ἐξαγγείλασθαί τι, etw. von sich verkünden, S. Ai. 1376. OR. 148. Eur. Heracl. 531. Io 1605. Λιπέσθαι τι, etwas von sich zurücklassen, μνημόσυνα Hdt. 7.24. Οἵους Λυκοῦργος παῖδας κατελίπετο Pl. conv. 209, d. leg. 721, c. (Auffallender S. OR. 1021 παῖδά μ̓ ὠνομάζετο i. e. ὠνόμαζέ με τὸν αὑτοῦ παῖδα. vgl. Pind. P. 7, 6.) Λύσασθαί τι von sich, für sich lösen, vgl. *y, 7 λυώμεθα μώνυχας ἵππους unsere Rosse, *r, 318 λύοντο δὲ τεύχε᾽ ἀπ᾽ ὤμων sie lösten die Waffen (der Getöteten für sich) ab. Λύσασθαί τινα, für sich oder von sich (aus seinen Mitteln) einen loskaufen (aber λύειν, losgeben), vgl. A, 13. T, 29. Dem. 18.268 εἴ τινας ἐκ τῶν πολεμίων ἐλυσάμην, so κατα-, ἐκ-, ἀπο-, ἐπιλύσασθαί τι (τινα), lösen, aufheben, befreien etw. oder einen, der der Sphäre des Subjekts angehört, πόλεμον καταλ. Th. 6.36. Ἀπολύσασθαι αἰτίαν Th. 5.75, die Schuld von sich ablösen. Περιθέσθαι στρεπτόν sibi induere X. C. 2.4.6. Ποιήσασθαί τινα φίλον einen zu seinem Freunde machen, ποιήσασθαί τι, für sich etw. thun oder zu Stande bringen, oder auch etw. selbst, mit Aufbietung seiner Kräfte thun. Th. 2.34 οἱ Ἀθηναῖοι ταφὰς ἐποιήσαντο τῶν ἐν τῷδε τῷ πολέμῳ ἀποθανόντων (aber ταφὰς ποιεῖν P. Menex. 234b von den die Feier anordnenden Behörden), εἰρήνην, συμμαχίαν, σπονδάς, μάχην, πόλεμον ποιήσασθαι, Frieden, Vertrag schliessen, Schlacht liefern, Krieg führen (aber ποιεῖν εἰρήνην u. s. w., ein Bündnis u. s. w. zu Stande bringen, auswirken, vgl. Dem. 18.285, ναυμαχίαν ποιῆσαι Th. 2.86 herbeiführen, es zur Schlacht bringen). So dient ποιεῖσθαι in zahlreichen Verbindungen geradezu zur nachdrücklicheren Umschreibung des einfachen Verbalbegriffs, indem es die eigene thätige Beteiligung hervorhebt: θήραν ποιεῖσθαι = θηρᾶν (θ. ποιεῖν eine Jagd veranstalten), λόγους ποιεῖσθαι = λέγειν, ἐπιμέλειαν ποιεῖσθαι = ἐπιμελεῖσθαι, πορείας ποιεῖσθαι = πορεύεσθαι u. a. Παρασκευάσασθαί τι, sibi comparare. Hdt. 3.136 παρεσκευασμένοι πάντα ἔπλεον ἐς τὴν Ἑλλάδα. Dem. 29.28 αὐτὸς μάρτυρας ψευδεῖς παρεσκεύασται περὶ τούτων. Πορίσασθαί τι, sibi comparare. Αἰτήσασθαί τι, für sich fordern, bitten (αἰτεῖν τι, fordern). Ἀγαγέσθαι γυναῖκα, sich ein Weib nehmen. Ἑλέσθαι τι, sibi sumere, daher wählen. Πράξασθαί τινα χρήματα, sibi ab aliquo pecuniam exigere, διαπρ., für sich erwirken, X. C. 7.2.12. Μισθώσασθαι, für sich mieten, conducere (μισθοῦν, vermieten, locare). Δανείσασθαι sich borgen (δανείζειν einem borgen). Σώσασθαι, sibi servare. Th. 5.16 διας. τὴν εὐτυχίαν. Μεταπέμψασθαι, für sich nach einem schicken, einen zu sich kommen lassen. Καταστρέψασθαι, καταδουλώσασθαι γῆν, sich unterwerfen, Dem. 4.6 πάντα κατέστραπται. Eur. I. A. 1269 οὐ Μενέλεώς με καταδεδούλωται. Vgl. P. Menex. 240a. Κομίσασθαι, für sich nehmen, holen. Th. 2.78 Πλαταιεῖς παῖδας καὶ γυναῖκας ἐκκεκομισμένοι ἦσαν ἐς τὰς Ἀθήνας. X. A. 4.7.1 ἐν οἷς (χωρίοις) τὰ ἐπιτήδεια εἶχον ἀνακεκομισμένοι. Ἐνέγκασθαι mitbringen, für sich davontragen. *d, 97 δῶρα φέροιο. Στήσασθαι von sich, für sich aufstellen. b, 431 στήσαντο κρητῆρας. X. H. 2.4.7 τρόπαιον στησάμενοι ἀπῆλθον. Εὑρέσθαι für sich ausfindig machen, durch Bemühungen erlangen. *p, 472 εὕρετο τέκμωρ. Th. 5.32 οὐχ ηὕροντο τὰς δεχημέρους σπονδάς. Θέσθαι, γράψασθαι νόμους, sibi leges constituere, daher von dem Volke, das den Gesetzen, die es giebt, unterworfen ist, s. X. M. 2.1.14. 4. 3, 12. 4. 4, 13 (hingegen τιθέναι, γράφειν νόμους teils von denen, die den von ihnen gegebenen Gesetzen nicht unterworfen sind, wie X. M. 1.2.45 ὅσα ὀλίγοι τοὺς πολλοὺς μὴ πείσαντες, ἀλλὰ κρατοῦντες γράφουσι, teils überhaupt von allen, die Gesetze geben, mögen sie denselben unterworfen sein oder nicht. X. r. Lac. 1, 2 Λυκοῦργον τὸν θέντα αὐτοῖς τοὺς νόμους. Vgl. ferner P. Hipp. maj. 284d, wo zuerst die Medial-, dann die Aktivform steht. X. O. 9.1419). θέσθαι τὴν ψῆφον (seine Stimme abgeben). Τιμωρήσασθαί τινα, sich an einem rächen, ihn bestrafen (τιμωρεῖν